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Jeschurun · 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 8-9 (August 1914)
Date
1914-08-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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266 Der Weltkrieg. uralte völkische Ideale, ja an nrzeitliche Gefühle längst entschwundener Jahrhunderte anknüpfen. Daß alle Völker im Bereich der germanischen Kultur, die Schweiz, Holland, Dänemark, Norwegen in Zuneigung zur deutschen Sache zu finden, obwohl ihr Verhältnis zum Deutschen!Reiche manchmal gespannt zu sein schien, das beweist, daß das Blut durchschlägt. Wie merkwürdig ist in dieser Beziehung auch die verschiedene Art in der Behandlung unseres Durchmarsches nach Frankreich in das germanische!Luxemburg und das wallonische Belgien. Abseits steht nur England. Aber man beachte, von welchem nicht mehr rein germanischen, sondern vielmehr keltischen Geist das zentrale Land des britischen Weltreiches erfaßt ist. In der auffallenden Sympathie, mit der wenigstens bisher die große!Republik jenseits des Ozeans die Geschicke unseres Volkes in den letzten Wochen begleitet hat, macht sich ein neuer Bassebegriff geltend, für den die Amerikaner auch selbst in dem Wort Teutonismus längst einen Ausdruck geprägt haben. Die überraschendste Erscheinung aber hat in den letzten Wochen die Entwickelung des Slaventums gebracht, aber man darf nicht vergessen, daß die westlichen Slaven Träger alter lateinischer Kultur sind. So erscheint der heutige Krieg als ein letzter Kampf des Germanentums und des lateinischen Slaventums gegen die eindringende östliche Barbarei. Mit Ausnahme einiger weniger Bemerkungen ist an diesen Ausführungen so ziemlich alles falsch. Die kleinen Staaten mit germanischer Bevölkerung, deren Sympathie, wie das urteilslose Abdrucken der Lügenmeldungen unserer Feinde beweist, übrigens gar nicht so zweifelsfrei dasteht, haben für ihre Neutralität sehr gewichtige Gründe. Es ist schlotternde Angst, die sie von jeder Feindseligkeit abhält; denn sie wären bei dem ersten Versuch, Partei zu nehmen, die ersten Leidtragenden. Wie töricht z. B. von Dänemark anzunehmen, es wäre uns so wohlgesonnen. Wir hätten es mit der Nordmarkpolitik auch schwerlich verdient. Luxemburg gehorchte dem Gebot der Klugheit, Belgien hoffte auf sofortige Hilfe von England und Frankreich. England, einer der Hauptträger des Germanentums, wird von Lamprecht einfach aus dem Germanentum ausgeschaltet. Amerikas Sympathie für uns erklärt sich aus der besonders entgegenkommenden Behandlung, die seine Staatsangehörigen in den schweren Tagen beim Ausbruch des Krieges von uns erfahren, vor allem aber aus dem Gefühl

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