Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2292929-2292930-2292938--00305-2293540- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
262 Der Weltkrieg. geltung bestimmend war, sondern die Furcht vor dem mächtigen Nachbar, der nach seiner Meinung darauf lauerte, bei gegebener Gelegenheit über den Schwächeren herzufallen. An zwei Tatsachen kann nicht gerüttelt werden, weil es eben unumstößliche schon jetzt über jeden Zweifel erhabene Tatsachen sind, daß Rußland den Weltkrieg begonnen, und daß England ihn vor langer Zeit vorbereitet hat. Es ist hier nicht der Ort, weiter auszuführen, was in das Gebiet der äußeren Politik fällt. Aber es ist nicht einmal nötig. Die ununterbrochene Zurückdrängung Deutschlands und Österreichs bei jeder Gelegenheit, das Ränkespiel, das sich immer und immer wieder gegen Deutschland wiederholte, das selbst dort, wo sich den Gegnern keine besonderen Vorteile boten, der deutschen Politik Steine in den Weg legte, der Marokkovertrag, die lächelnde Kaltblütigkeit, mit der bei den letzten Balkankriegen die Großmächte über die Lebensinteressen der beiden europäischen Zentralmächte zur Tagesordnung übergingen, das haben wir ja alle mit steigernder Erbitterung wahrgenommen. Und die Erneuerung des Bündnisses mit Japan, die, wie sich jetzt zeigt, nur für den vorgesehenen Überfall auf Deutschland berechnet war, die englisch-russische Flottenentente, das alles zeigt ja auch dem Blinden, daß alle bedeutsamen geschichtlichen Ereignisse der letzten Jahre nur und ausschließlich zu dem Zwecke hervorgerufen oder dazu ausgenutzt wurden, das Deutsche Reich von seiner in mühsamer und ehrlicher Arbeit errungenen Höhe zu stürzen. Nein, es ist diesmal keine Phrase, es ist ein unerschütterlich wahres Wort. Deutschlands Schild ist blank, es kämpft für sein gutes Recht, einen ihm aufgedrungenen Kampf für seine Existenz. Und weil es sich um einen unzweifelhaften Akt der Notwehr handelt, darum stand das Volk wie ein Mann auf, darum waren wir Zeugen einer seelischen Erhebung, die zu den beglüekendsten Erinnerungen eines jeden gehören wird, der sie erleben durfte. Man konnte in manchen Blättern einer gewissen Richtung und vor allem bei dem