Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Hörfehler. Hörfehler. Yon Prof. Dr. A. Sulzbach, Frankfurt a. M. Zuweilen will es scheinen, als ob unsere "Weisen sich in ihren Bescheiden undeutlich ausgedrückt oder geradezu ohne Überlegung etwas Falsches gesagt hätten, das ebenso schnell, wie sie es gesprochen auf einen kurzen Hinweis hin, den sie sich selbst hätten Vorhalten können, wieder von ihnen zurückgenommen, bezw. richtig gestellt wurde. Es wäre solch ein Verhalten sehr auffallend, wenn wir in Betracht ziehen, wie korrekt sie sonst in ihrem Ausdruck waren, wie sie Korrektheit verlangten und voraussetzten. Als Beispiel hierfür mag Pesachim 52 b gelten. Hier werden die Bestimmungen mitgeteilt, von wann ab im Brachjahr die von verschiedenen Baumarten sich entwickelnden Früchte als solche schon angesehen werden, um das Abpflücken derselben zu verbieten. Denn die Baumfrüchte des Bruchjahrs sollten zum Essen dienen, durften aber nicht vernichtet werden. Da wird nun für die Weintraube גרוע, der erste Fruchtansatz angegeben, an einer anderen Stelle wird die noch nicht zur Reife entwickelte Frucht des Weinstocks בוסר genannt und nun wird hier die Regel gegeben: הוא בוסר הוא גרוע הוא פול הלבן: Baussor, Girua und Pul halaban (weiße Bohnen) ist eins und dasselbe. Darauf wird die Frage aufgeworfen, Pul halaban? so könne es doch nicht heißen, denn die Trauben haben doch mit der Bohne nichts zu tun? sondern heißen muß es בפול, so groß wie eine Bohne; d. h. wenn der Fruchtansatz so groß wie eine weiße Bohne ist, dann heißt sie ביסר oder גרוע. Nun muß man doch gestehen, daß man sich dies leicht hätte selbst sagen können und diese Richtigstellung nicht nötig gewesen wäre; aber unsere Weisen drangen auf Korrektheit im Ausdruck und übersehen auch das Fehlen eines einzigen Buchstabens nicht, das vielleicht doch bei manchem einen Irrtum hätte veranlassen können. Und nun sollen sie selbst nachlässig in ihren Worten und darum auch zu einer Korrektur schnell bereit gewesen sein? Wir lesen im Tractat Pesachim 30b: א״ל רבינא לרב איסי