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Jeschurun · 1914-07-01 · Heft 7 (Juli 1914) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 7 (Juli 1914)
Date
1914-07-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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234 Die religiöse Gewöhnung im Kindesalter. werden. Nur den dabeistehenden Juden wird vorgeschrieben, daß sie den falschen Schwur, faDs der Name Gottes dadurch entweiht würde, nicht zulassen. Vielmehr soll man den Dieb, wenn er Vermögen hat, zwingen, daß er sich vergleiche, wenn es auch sein ganzes Vermögen kosten würde. Hat der Dieb kein Vermögen, so soll man ihn soweit als möglich mit fremder Hilfe unterstützen, damit der Name Gottes nicht entweiht würde. So der Kommentar. Fritsch hat durch seine Übersetzung den Tatbestand ganz entstellt. Aus seiner Übersetzung merkt niemand, daß es sich um einen ungerechten Zwang handelt. Den Ausdruck haja anus (er war im Zwangszustande) der immer nur von einem gewalttätigenZwanggebrauchtwird (anasheißt ״vergewaltigen״), übersetzt Fritsch: ״er war genötigt" und ״al ha-Schebu?ah“ (bezüglich des Schwures) übersetzt er: ״zu schwören“, so daß es den Anschein erweckt, daß die Auflegung des Schwurs von Seiten des Richters schon als eine Not bezeichnet wird. Zur Verstärkung dieses Scheins wird dann das zweite Zitat aus dem Kommentar Beer ha־G01ah mit dem bereits oben nachgewiesenen Falsifikat beigebracht. Merkwürdig ist dabei, daß Fritsch den ״Beer ha־G01ahtt zu finden wußte, wenn er da etwas entdeckt zu haben glaubte, das seinen Schmähungen zur Stütze dient. Dagegen an den Stellen, wo durch die Bemerkung dieses Kommentars der Schulchan Aruch vollkommen gerechtfertigt erscheint, da hielt es Fritsch für ״moralisch" korrekt, diese Bemerkungen des Kommentators totzuschweigen, wie das aus vielen Stellen seines Buches hervorgeht. ii!!!!!!111!!!!1n Die religiöse Gewöhnung im Kindesalter. Von L. Freimann, Berlin. Es steht für das Judentum außer Frage, daß schon die Kinder in die Religion eingeführt werden müssen. Viele außerjüdische und vielleicht heutzutage leider auch manche jüdischen Pädagogen dürften dazu bedenklich das Haupt schütteln.

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