Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Der Eid der Juden. 229 meiner Erfahrung aus meinem Familienkreise sprechen darf: Das letzte Wort, das der Großvater meiner Kinder vor seinem Tode sprach, als man ihm ein Stärkungsmittel einflößte, war das fassungslose Staunen: Ich soll etwas ohne ברבה genießen?! Und die Kinder, denen dies Erlebnis sich für immer eingeprägt, sollen nun mitten in den begeisterten Schilderungen von dem heiligen Land, wenn ihr Herz höher schlägt und sie dem Verfasser voll inneren Jubels auf seiner Wanderfahrt folgen, plötzlich erfahren, daß der Segensspruch doch letzten Endes eine sehr gleichgültige Sache ist, wenn man nur die heilige Sprache spricht?! * * Wir haben so mancherlei tadeln müssen. Aber wir wären wahrlich nicht so lange bei dieser Sammlung verweilt, wenn wir nicht ihren Wert an sich so hoch anschlagen würden. Es sind Perlen unter ihnen, die in wunderbarem Glanze leuchten. Wir erwähnen nur die Erzählungen von Perez: ״Die sieben guten Jahre“ und ״Gut so!4־ Was immer an jüdischer Literatur geboten wird, von der Warte religiöser Betrachtungsweise zu beurteilen, ist unsere Pflicht. Es würde uns mit höchster Freude erfüllen, wenn die nächsten Bände jüdische Bücher sind in vollstem Sinne des Wortes. Der Eid der Juden. Von Rektor Dr. D. Hoffmann. (Schluß.) II. Die sogenannte reservatio mentalis. Neben dem Kolnidregebet, erfahren auch noch andere Be״ Stimmungen des jüdischen Gesetzes antisemitische Angriffe. Es wird behauptet, daß der Schulchan Aruch den Falschschwur mit einer reservatio mentalis gestattet. So heißt es in einem