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Jeschurun · 1914-07-01 · Heft 7 (Juli 1914) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 7 (Juli 1914)
Date
1914-07-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Yom alten Stamm. 227 Schaffner seine Fahrscheine an den Mann zu bringen sucht und so ziemlich jeder die Forderung zu zahlen, als eine persönliehe Beleidigung ansieht, wie trotz allen Gepolters das Bewußtsein des jüdischen Gemeinschaftsgefühls immer die Oberhand gewinnt, das rührt dem Leser mitten im fröhlichen Lachen ans Herz. ,.Die liebe Provinz** von Sch. Gorelik gibt uns zumeist eine Reihe von Stimmungsbildern. Der ״Rheinische Kurier“ schreibt über sie: ״Es ist das subtilste und suggestivste, das man seit langer Zeit zu lesen bekam“, und wir wollen dies ästhetische Urteil nicht anzweifeln. Aber wir haben beim besten Willen nicht finden können, was mit Ausnahme der beiden Skizzen ״Elul44 und ״Erinnerungen44 in diesem Buche spezifisch jüdisch ist. Das Ziel, die Gefühlswelt und die Schicksale der Lehrer, Studentinnen und Agitatoren, die da geschildert werden, haben mit dem jüdischen Denken, jüdischen Empfinden recht wenig zu tun. So hat uns das Buch kalt gelassen, weil wir nicht darin fanden, was wir in dieser Sammlung zu finden hofften. Das gilt nicht von Schalom Asch ״Im Lande der Väter*4. Wer könnte kalt bleiben, wo das Land unserer Sehnsucht vor unser Auge gezaubert wird, wenn wir nur die Kapitelüber- Schriften lesen: ״Der Libanon44, ,,Von Jaffa nach Jerusalem44, ״Jerusalem44, ״Sabbat in Jerusalem44, ״Zum Grabe der Mutter Rahel*\ Ein hohes Lied der weihevollen Stimmung am Freitag Abend ist die Schilderung des Sabbatgottesdienstes an der Westmauer. Das klingt und singt darin, und das Herz geht uns auf: 0, wären auch wir dieses Erlebnisses gewürdigt! Überhaupt läßt uns der Vf. zumeist nur das Frohe auf dem heiligen Boden sehen. Und wir wollen wahrlich nicht mit ihm darüber rechten. Wir wissen, daß Zank und Streit in geweihtem Lande herrscht. Aber wir vergessen gern, daß wir auch hier auf die Kennzeichen und Ursachen des Galuth stoßen. Und doch hat sich unser Widerspruch geregt. Denn was sollen wir zur folgenden Szene sagen?

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