Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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224 Vom. alten. Stamm. deutung der jüdischen Pflichten. Man wird uns auch nicht einreden, daß auch nur im dunkelsten Chassidimwinkel dergleichen sich abspielen könnte. Auch im Yolksbewußtsein wurzelt der Gedanke יאין םיימבין על הנם daß man Pflichten, jüdische Pflichten nicht vernachlässigen dürfe, indem man die Hände in den Schoß legt und auf ein Wunder hofft. Noch störender wirkt eine Erzählung, die eine Tendenz im Sinne paulinischen Christentums verficht. Nur als eine solche können wir die Erzählung: ״Zu Häupten der Sterbenden” ansehen. Da werden zwei Sterbende einander gegenübergestellt. Im Himmel ist großer Aufruhr, der Engel des Lichts ist sehr bekümmert. Er hat am Abend das Echo . .. 0 .. . oddd von Leibi Konskiwollers Schma-Jissroel nicht gehört, das sonst zweimal im Tage in so wunderbarer Weise ertönte. ״Es war, als hätte im Lob- und Bittgesang der Welt etwas gefehlt, als wäre in der Kapelle plötzlich ein Instrument verstimmt. Als wäre an der ersten Geige eine Seite gesprungen.“ Der Engel des Lichts erfährt, daß Leibi Konskiwoller im Sterben liegt und eilt hinunter, die Seele zu holen: ״Das wird,“ meint er, ״eine unerwartete Freude im Paradies.“ Aber dort unten findet er den Engel des Bösen. Unter dem Bett lag ein zugebundener Sack voll goldener Dukaten, die Leibi Konskiwoller den Witwen und Waisen geraubt, aus den Almosenbuchsen gestohlen. ״Und der Engel des Lichts geht beschämt von dannen.41 Und das andere Bild: ״In einer finsteren regenschweren Nacht tönt es schneidend durch den Lärm der Hölle: Nachmenke von Zbarasch stirbt. Er pflegte sich die Nägel nicht so zu schneiden, wie das Gesetz es vorschreibt. Mehr als einmal vergaß er aufs Abendgebet! ״Wer holt seine Seele?“ ״Ich!44 meldete sich ein Engel der Vernichtung. Aber am Sterbebett findet er den Engel des Lichtes. Der hält ihm entgegen, daß Nachmenke dafür auch nicht einen Augenblick für sich selber gelebt, sondern nur für Schwache und Kranke., für Witwen und Waisen, für Unglückliche, Verlassene, Gepeinigte.... Der Sterbende erwacht, und der gute Engel