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Jeschurun · 1914-06-01 · Heft 6 (Juni 1914) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 6 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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204 Das Thorastudium und die Frauen. m bald sehen werden, mit seinen an anderen Stellen uns bekannten Ansichten über das Thorastudium der Trauen nicht gut sich vereinbaren laßt. Die Kontroverse in Sota kann sich unmöglich um die Popularisierung ״dieser Tradition“ allein drehen. Man kann nicht den Frauen das Studium sämtlicher Mischna- Ordnungen mit der einzigen Ausnahme von Sota III, 4 gestatten; denn diese Ausnahme würde begreiflicherweise am besten zur Popularisierung ״dieser Tradition“ beitragen. ״Gestohlenes Wasser schmeckt süß, und heimliches Brod ist lieblieh“, sagt der weise König (Spr. IX, 17). Das beste und glänzendste Zeugnis für die auch auf geistigem Gebiete vom Talmud anerkannte Gleichstellung der Frau ist, m. E., die Tatsache, daß auch mehrere Frauen Traditionsgelehrte waren, deren halachische Ansichten in der Toßefta und im Talmud angeführt werden: In bezug auf ein schwieriges Problem von טימאה וטהרה teilt uns die 'הוספתא כלים בבא קמא פרק ר' ,ט die Ansicht der Tochter des B. Chanina ben Tradjon1) mit. Diese steht hier — nach der Leseart des אור הגנוז — in Kontroverse mit ihrem Bruder — nach der Leseart des הגר״א, die, m. E., mehr verbürgt zu sein scheint (vgl. Chagis Bemerkung zum י — (ספר בריתות לר״ש מקנון ילשון לימודים שער ב' סי' צ״ג sogar mit ihrem Vater. Ihre Ansicht wird von B. Jehuda ben Baba besonders rühmend hervorgehoben. In תוספתא בלים בבא מציעא פרק א' ,ג׳ wird uns in bezug auf הלבות שבת (vgl. הגהות הגר״א daselbst) über eine Kontroverse zwischen B. Tarfon, den Weisen und der Berurja berichtet. B. Josua rühmt hier die Ansicht der Berurja. Ohne Namensnennung vertritt er an verschiedenen Stellen im Talmud ihre Meinung (vgl. כלים פרק יא ,משנת ד׳ ,שבת קב״ד ע׳א ,ירושלמי שבת אור הגנוז .(ר״פ ר״ז hat in der eben angeführten תוספתא die Leseart ״B. Jehuda“ statt ״B. Josua“. Unsere Leseart ״B. Josua“ J) Wie ans Aboda Sara 18 a hervorgebt, hatte R. Chanina b. Tradjon zwei Töchter. Die eine war Beruria. Hier wird wohl von ihrer Schwester (vgl. Chagis zum ספר בריתית) die Rede sein.

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