Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Thorastudium und die Frauen. 205 findet aber ihre Bestätigung bei dem bekannten Toßafisten R. Samson aus Chinon in seinem ספר כרירות (a. a. 0.) 1). Derselbe R. Josua, der dies rühmend hervorhebt, ferner die Ansicht einer Berurja lobt und sie einer halachisehen Entscheidung empfiehlt, soll nun, wie Kanter glaubt, gegen das Mischnastudium einer Frau sein! Nebenbei sei hier noch bemerkt, daß der Talmud (Sota 21b) die Ansicht des Ben Asai: jeder Vater sei verpflichtet, seine Tochter in der Thora unterrichten zu lassen, im Namen der Vielen anführt. Daß auch nach Abschluß der Mischna Frauen dem Studium der ״mündlichen Lehreu sich gewidmet haben, beweist die Gelehrsamkeit einer Jaltha. der Frau des R. Nachman. Wäre dies nicht unter Billigung unserer Weisen geschehen, so hätten sie uns nicht von Jalthas berühmt gewordener Weisheit erzählt (vgl. חולי! ק״ט ע״ב). Zu allen Zeiten hat es im Judentume Frauen gegeben, die wegen ihrer großen Gelehrsamkeit in der ״mündlichen Lehreu berühmt waren. Von den zahlreichen gelehrten Frauen mögen hier zwei Erwähnung finden: Aus dem 17. Jahrhundert nennen wir die wegen ihres rabbinisehen Wissens bekannte Frau Bela, Gattin des R. Josua Falk hakohen, Verfasser des סמ״ע (vgl. Einl. zu דרישה, ferner שם הגדולים ,מערבת גדולים י(סי' ז' ומ״א כי, רב״ג ס״ק י״ב und aus dem 18. Jahrhundert er- ג) Die Lesart ״R. Jehuda“ halten manche wohl deshalb für wahrscheinlicher, weil Berurja die Frau des R. Meier, eines Schülers des R. Akiba, der ein jüngerer Zeitgenosse des R. Josua war (vgl. /חולין פ״ב £' ך ־(נזיר פ״ז מ' ד' R• Josua mußte also in einer früheren Generation als Berurja gelebt haben. Demgegenüber ist zu bemerken, daß R. Josua bekanntlich kurz vor dem Barkochba-Auf stände (135) starb. Als R. Chanina b. Tradjon den Märtyrertod erlitten hatte (136), war, wie aus Aboda Sara 18a hervorgeht, Berurja längst mit R. Meier verheiratet. Der greise R. Josua konnte wohl auf eine ihm von der jungen Berurja mitgeteilten Halacha mit den Worten יפה אמרה ברוריא — übrigens ein ihm zur Bestätigung von Halachoth sehr geläufiger Ausdruck (vgl. Nasir a. a. O.) — bezeugen, daß sie mit der wahren Tradition übereinstimme. (Über die immense Gelehrsamkeit Berurjas vgl. 3"D פבהים*) In עירובין נ״ג ע״ב berichtet R. Josua, daß er in einer Halacha sich einst von einer Frau hat belehren lassen müssen.