Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Thorastudium ־und die Frauen. 203 Teich führende Arm im Berginnern von Chisläah die Hebergestalt, damit auch wiederum er dem geraden Lauf nicht alles Wasser entzöge. So entstand ein überaus kompliziertes System von Wasserkünsten, bei dem eine Quelle drei Läufe: den geraden, den gewundenen und den heberartigen zu speisen hatte. Allein, mochte diese Anlage dem wassertechnischen Können des Königs und seiner Ingenieure auch alle Ehre machen: Die Zukunft hat dem Propheten Jesajah und den Chachamim Hecht gegeben, die den Verfall des (geraden) Hauptlaufs vorhersahen und in den verkünstelten und verkümmerten Rinnsalen, die übrig blieben, keinen vollwertigen Ersatz zu erblicken sich entschließen konnten. Die eingezwängte Quelle hat sich im Erdinnern eigene, andere Bahnen, als die von Menschenwitz ihr gewiesenen geschaffen und nur ein peinlicher Rest ist von ihr im heutigen Schiloachteich geblieben. Daher denn auch diese Maßnahme Chiskiahs mit Recht ihren Beifall nicht zu finden vermochte! Das Thorastudium und die Frauen1). Von Dr. Ch. Lauer, Berlin. In seinem Aufsätze über ״das Thorastudium und die Frauen“ (Jeschurun, H. 4, S. 132 ff.) versucht Herr Rabbiner Dr. E. Kanter die Mischna in Sota III, 4 dahin zu erklären, daß es sich hier speziell ״um diese Lehre der Mischna“ handle. Die Frage in der Mischna lautet nach Kanter also: ״Sollen die Frauen auch die Tradition (und besonders diese Tradition) lernen oder nicht?“ Darüber sind die Ansichten geteilt. ״Ben Asai ist für die Popularisierung dieser Tradition, R. Elieser dagegen, und R. Josua ist ganz der Ansicht R. Eliesers, die er zu begründen sucht“ (Jeschurun, S. 137). R. Josua wäre demnach gegen das Mischnastudium der Frauen, was, wie wir *) Eine Bemerkung zu dem gleichnamigen Artikel von Dr. F. Kanter im Heft 4 des Jeschurun.