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Jeschurun · 1914-06-01 · Heft 6 (Juni 1914) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 6 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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202 Das G-ichon-Rätsel. die eine natürliche Trasse von 335 m — der Durchstich des Berges in der Geraden — auf 533 m — die Länge des Kanals — unnötigerweise vergrößerte? IJnd dann bleibt auch noch jene andere, schon oben gestellte Frage: warum der Tadel des Propheten und der ”Weisen über ein Werk, das vielleicht überflüssig, aber doch immerhin unschädlich war, da der V7asserlauf ja doch nicht gestört, sondern nur in der Richtung verändert wurde? Eine Lösung bietet folgende Annahme, die den angezogenen Bibelstellen am besten gerecht wird: ”Wir sahen, daß das Gichonwasser aus einer Höhle im Ophel-Innern, deren Ort nicht festzustellen ist, heberartig in die jetzige Gichonquelle fließt. Das war nicht immer so. Ehemals lag diese ureigentliche Gichonquelle zutage und sandte ihr Gewässer in offnem Lauf zu dem oberen und in verdecktem Gang zu dem unteren Gichonteich (Schiloach). Den oberen Teich, der im Bereich des Feindes lag, verschloß Chiskiah endgültig, indem er die Höhle, aus der er seinen Zufluß erhielt, an dieser Stelle vermauerte* dafür aber leitete er das Wasser westwärts durch einen Kanal, den in der Mitte der Stadt fließenden Schiloach des Jeruschalmi, in die Stadt. Diesem Lauf gab er eine gerade Richtung, im Gegensatz zu dem ersten Chiskiah-Kanal — Kummer 4 bei Vincent —, den er vorher, um das Kidronthal nicht verdursten zu lassen, angelegt und dem er absichtlich einen gewundenen Lauf erteilte, damit die wahrscheinliche Tieferlage seiner Sole durch die Krümmungen zu Gunsten des anderen ausgeglichen werde und nicht alles Wasser dorthin abflösse. In der Tat berichtet auch Luncz (מורה דרך S. 134) von einem weiteren, toten Kanal, den der bekannte Baurat Schick i. J. 1890 entdeckt habe, der den Ophel westwärts in seiner ganzen Breite durchquert. So erklärt sich das Wort ויישרם (II. Chr. 32,30) daraus, daß dieser zweite Chiskiah-Kanal absichtlich in grader Trasse angelegt wurde; während aus ähnlichen wassertechnischen Rücksichten der erste Chiskiahkanal eine S-förmige Gestalt erhalten hatte. Und aus denselben Erwägungen erhielt auch der zum unteren

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