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Jeschurun · 1914-06-01 · Heft 6 (Juni 1914) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 6 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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200 Das Gichon-Bätsel. immerhin darf man eine Übereinstimmung der Meinungen bei allen neueren Schriftstellern, die aus eigener An schauung der in Betracht kommenden Stätten urteilen, dahin feststellen, daß die Identität von Gichon und Schiloach, die schon Rasehi überliefert, nicht zu bezweifeln ist, und daß die von Raumer u. a. in Betracht gezogenen Teiche auf der Westseite, der Mamillateich und der Sultansteich, mit dem alten Gichon jeden־ falls nichts zu tun haben. Ein seltsamer Zusammenhang der Ereignisse hat nun in neuerer Zeit ein weiteres Licht in diese Irrnis geworfen. Man erinnert sich des ungeheuren Aufsehens, das vor einigen Jahren die Ausgrabungen, die von einem englischen Syndikat in Jerusalem zum Zwecke der Schatzgräber ei veranstaltet wurden, in der ganzen zivilisierten Welt erregten. Trotz einer ungeheuren Geheimniskrämerei, mit der das Parker- Syndikat seine Arbeiten umgab, und trotz überreicher Bestechungsgelder, die an die Behörden gezahlt wurden, sickerte allmählich doch soviel aus dieser Miniertätigkeit durch, daß man erfuhr, daß die Grabungen vor den heiligsten Stätten nicht Halt gemacht, sondern von der Südseite her unter dem Ophel bis zum Tempelplatz vorgedrungen waren, und sogar schon den alten Felskanal, in den das Blut vom Altar abfloß, um von dort in das Kidron־Tal abgeleitet zu werden (vgl. Joma 58b), eröffnet haben. Ein Sturm der Entrüstung war die Folge dieser Enthüllungen, der die Engländer zum fluchtartigen Verlassen Jerusalems und zur Aufgabe der beabsichtigten Weitergrabungen zwang. Ob die Schatzgräber auf ihre Rechnung gekommen sind, wie der Volksmund behauptete, der in märchenhaften Übertreibungen den Wert der geraubten Kostbarkeiten bis ins Ungemessene steigerte, oder ob die Angaben Parkers, des Leiters jenes Syndikats, daß das Unternehmen mit einem Mißerfolg geendigt, zutreffen, wird sich schwerlich je sicher feststellen lassen; das letztere dürfte der Wahrheit wohl aber näherkommen. Uns interessiert nicht sowohl dieses Ergebnis, als vielmehr, was dabei an archäologischem Wissensgut gewonnen worden sei. Den Unternehmern

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