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Jeschurun · 1914-06-01 · Heft 6 (Juni 1914) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 6 (Juni 1914)
Date
1914-06-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Das Gichon-Kätsel. Man sieht, daß die Auffassung Neumanns von der Schwarzschen in einem wesentlichen Punkt abweicht. Dieser hält die obere Gichonquelle für verloren seit den Tagen des Hiskia und sieht in der Siloahquelle (Marienquelle) den unteren Gichon; wohingegen Neumann in der Quelle den oberen, in dem Teich den unteren Gichon erblickt. Beide stimmen aber darin überein, daß unter Hiskia das Wasser des oberen Gichon abgefangen und westwärts in die Stadt geleitet wurde. — Der Tadel, den Jesajas und die Chachamim an den Yer- Schluß der Quelle knüpften, spricht indessen für die Schwarzsche Auffassung; denn wenn es sich nur um einen später wieder leicht zu beseitigenden Verschluß der Quelle, wie in der Auffassung Neumanns gehandelt hätte, so wäre dieser Tadel im Grunde doch wenig berechtigt. Aber diese Schwierigkeit besteht unter allen Umständen gegenüber der von beiden angenommenen Ableitung der Wässer des oberen Gichon in die Stadt hinein. Denn warum hätte eine Verteidigungsmaßregel Tadel verdienen sollen, die dem Feinde Schaden zufügte, die Quelle aber nicht nur nicht vernichtete, sondern sie sogar noch in ein für die heilige Stadt und ihre Bewohner besser geeignetes Bett ablenkte? Schließlich wäre noch Luncz1) anzuführen, der in seinen Anmerkungen zu der hebräischen Ausgabe des Schwarzschen Buchs (הביאות הארץ, Jerusalem lbOO) gegenüber Schwarz die Ansicht vertritt, daß es nur eine Gichonquelle gab, und daß das Adjektiv העליון zu מיצא in dem Sinne gehört, daß die ursprüngliche Quelle die obere genannt wird. Diese habe Hiskia verschlossen und ihre Wässer durch die Ophel-Leitung in einen Teich geleitet, dessen Rudimente noch heute erkennbar seien; vermutlich also der Chiskia-Teich. Schon dieser kurze Überblick genügt, um die Größe des Wirrsals, das um den Gichon herrscht, zu illustrieren. Aber *) Auch in seinem סירה דרך בארץ ישראל וסוך־יא (Jerusalem 1£91) kommt Luncz auf die ־גיהון Frage nochmals zurück. Auf seine dortigen Angaben wird weiter unten noch einzugehen sein.

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