Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Date
- 1914-06-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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198 Das Gichon-Rätsel. aus einem Raum unter den Stufen emporquillt. Das Wasser fließt durch einen Ausgang ab und läuft unter dem Berge durch einen gegen 1700 F. langen in den Felsen gehauenen Kanal in südwestlicher Richtung fort, bis es in einem kleinen Becken aus dem Felsen wieder hervortritt. Hier fließt es in den 53 F. langen, 18 F. breiten und 20 F. tiefen Siloahteich, aus welchem der Strom durch einen kleinen Kanal längs dem Felsen des Ophel hingeleitet wird, um die Terrassen und Gärten des Dorfes Siluan zu bewässern. Das Wasser in der oberen Quelle und dem unteren Teich ist natürlich von gleicher Qualität; es ist rein und klar, aber gesalzen und schwer.“ Nachdem er dann nach Robinson, der den Kanal durchkroch und eingehend untersuchte, eine genaue Beschreibung desselben gegeben, schließt er seine Ausführungen mit den Worten: ״Ein so schwieriges Werk, das Wasser von einem Punkte zum anderen auf solche Weise durch den harten Felsen zu leiten, kann nur zu einem Zwecke von großer Wichtigkeit, nämlich zur Verteidigung der Stadt gegen einen belagernden Feind, der die Quelle abschneiden könnte, unternommen worden sein. Zu diesem Behufe führte man das Wasser von der außerhalb der Stadtmauer gelegenen oberen Quelle durch diesen Kanal zu der Stelle des heutigen Teiches Siloah, die einst innerhalb der Stadt lag, und verstopfte die obere Quelle derart, daß sie dem Feinde verborgen blieb. Daher ist es höchst wahrscheinlieh, daß dieses Werk zur Zeit des Königs Hiskia ausgeführt wurde, als der Assyrer Sanherib in Jerusalem eine Belagerung fürchten ließ.4‘ Indem Neumann dann noch die auch von Schwarz u. a. beobachtete Übereinstimmung in der Wasser- Zusammensetzung vieler Zisternen mit dem Siloahwasser berührt, kommt auch er zu dem Schluß, daß * diese Umstände kaum zweifeln lassen, daß in der Stadt noch immer alte, unterirdische Wassergänge existieren, deren Ursprung, Verlauf und Zusammenhang mit der Siloahquelle unten im Tale noch nicht erforscht sind, und man könnte mit Grund annehmen, daß diese Kanäle mit der jetzt unbekannten Quelle Gichon in Verbindung standen“ (S. 185—189).