Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1914-05-01 · Heft 5 (Mai 1914) · page 33

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 5 (Mai 1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2292930-2292935--00203-2293435
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

In der Hermarmshölile. *77 ist die Natur am Weiterbau, an der Innenarchitektur tätig. Sehet ihr die Tropfen am Ende jedes Tropfsteines? Auch darin ist Gestein gelöst, auch dieser wird verdunsten und die Bildungen um ein Unmerkliches vergrößern. Aber stetig und unermüdlich ist das Wasser am Werk, und im Laufe der Jahrzehnte macht sich seine Tätigkeit bemerklich. Zehn volle Jahre müssen dahingehen, so hat man durch vielfache Beobachtungen seit der Auffindung dieser Höhle in den 70er Jahren festgestellt, bis sich so eine Säule um einen Zentimeter verlängert. Hier sieht man den größten und schönsten aller Stalagmiten, er ist acht Meter lang. Daraus hat man geschlossen, fuhr er mit lauter Stimme fort, daß seit dem Beginn dieser Tropfsteinbildungen 8000 Jahre verstrichen sind. ״Apikorssuss!“ rief ein zwölfjähriger Junge, von der erhaltenen Mitteilung wie alle Jüngeren überrascht, 5774״ Jahre besteht die Welt und nicht länger.“ Doch die anderen konnten den Eindruck dieser Worte nicht so leicht abschütteln. ״Wie hat man denn die Messung des Wachstums der Säulen aus־ geführt?“ fragte ein älterer Schüler und ließ sich die Methode genau beschreiben. ״Die zugrunde liegenden Maßzahlen sind an den Tausenden von Stalaktiten gleichmäßig bestätigt worden,“ wurde ihm zum Bescheid. Sind denn das Gelehrte? wandte wiederum ein Primaner ein und mußte hören, daß der Landesgeologe dem Führer diese Angaben gemacht hatte. Die Daten seien auch widerspruchslos vonder ganzen Gelehrtenwelt akzeptiert worden. Da wurde es wieder still in den Reihen. Die Knaben schauten nochmals die wunderbare, hohe Säule an und warfen einander fragende Blicke zu. Aber keiner sprach ein Wort. Der schwere Ernst eines wissenschaftlichen Rätsels, einer religiösen Zweifelsfrage hatte die jugendlichen Gemüter gepackt. Wir traten aus der Höhle hinaus. Der junge Mond, der Neumond des Nissan hatte seine Sichel am Himmel erglänzen lassen, von der einst gesprochen war כזה ראה וקדש. Hatte Raschi Recht, wenn er sagt: לא היה צריך להתחיל את החררה אלא מהחדש הזה לכם usw. hätte die Thora besser mit dem Pessachgesetze beginnen, von der Schöpfung schweigen sollen, damit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.