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Jeschurun · 1914-05-01 · Heft 5 (Mai 1914) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 5 (Mai 1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Mensclienopferkult und Judentum. 173 Momenten unterbrochen und von einzelnen, gottbegnadeten Persönlichkeiten abgesehen, bietet Israel ein völlig heidnisches Gepräge dar und sinkt immer wieder in den Polytheismus der Kanaaniter, Moabiter, Ammoniter, Philister, Syrer und Phönizier zurück mit ihren Baalim und Ascherot, mit ihrem Moloch und Menschenopferkult. Was das Reich Israel betrifft, so war es vom Götzendienst völlig durchseucht und gerade an der Gegen- Überstellung des Propheten Elia, der mit der ganzen Macht seiner hohen Persönlichkeit gegen die fremden Kulte ankämpfte, und andererseits der Hunderte von Baalspropheten erkennen wir die sittliche und religöse Lage des dem Untergang geweihten Zehn - Stämmereichs. Im 2. B. der Könige, K. 17, werden die Kinderopfer als eine Hauptursache angegeben, weshalb das Reich Israel zugrunde ging: ״Sie führten ihre Söhne und Töchter durchs Feuer und trieben Wahrsagerei und Zeichendeuterei und gaben sich preis, das Böse in den Augen Gottes zu tun; da ergrimmte der Ewige sehr über Israel und vertrieb sie vor seinem Angesicht, und nichts blieb übrig als der Stamm Juda allein. “ Aber auch in Juda mußten die großen Propheten mit der ganzen Gewalt ihrer eifernden Beredsamkeit gegen den Molochdienst eintreten. Der Ort des Molochdienstes war das Tofet im Tale Hinnom, und der ganze Abscheu und Widerwille des jüdischen Empfindens gegen den Menschenopferkult kommt darin zum Ausdruck, daß dieses ״Ge-Hinnom“, im jüdischen Schrifttum der Ausdruck für ״Holle“ geworden ist. Die einzelnen frommen Könige, Hiskias und besonders der Reformator auf Judas Königsthron Josias, der in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts regierte, suchten mit den heidnischen Greueln aufzuräumen; der letztere, wie es im 2. B. d. Könige, Kap. 23, heißt, ״verunreinigte auch das Tofet im Tal ben Hinnom, daß niemand mehr dem Moloch seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer führen sollte.“ Aber noch Jeremias, der den Fall des Reiches Juda voraussagte und mitansah, nennt als einen der schwersten Yorwürfe, die er seinem Volke unaufhörlich entgegenschleudert, als Grund des nahenden, selbstverschuldeten, nationalen Unheils, den Weg ins Tal, ins Tal

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