Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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172 Menschenopferknlt nnd Judentum. Israeliten bekannteste Form des Menschenopfers, ansspricht. ״Jeder von den Söhnen Israels nnd von den Fremdlingen, die in Israel weilen, der von seinem Samen dem Moloch preisgibt, soll getötet werden, das Volk des Landes soll ihn j steinigen. Und ich, spricht Gott, werde mein Angesicht wider diesen Mann richten nnd ihn ansrotten aus der Mitte seines Volkes, weil er von seinem Samen dem Moloch preisgegeben hat, meinHeiligtum zuverunreinigen und meinen heiligen Namen zu entweihen. Sollte auch das Volk des Landes sein Auge verhüllen vor diesem Manne, der da von seinem Samen dem Moloch preisgibt, nnd ihn nicht töten: so werde ich mein Antlitz gegen diesen Mann richten nnd gegen sein Geschlecht nnd werde ihn nnd alle ,die ihm nachbnhlen in der Buhlerei des Moloch ausrotten‘ ans der Mitte ihres Volkes.“ Man kann sich keine eindringlichere Mahnung und Verwarnung denken als dieses Gebot, das im Falle der Ubertretnng selbst die nächsten Blutsverwandten nnd Freunde zur Tötung und Ausrottung des Sünders und seiner Familie verpflichtete. Der ganze Abscheu, der die Bibel und den in ihr vertretenen reinen Gottesgedanken gegen das Menschenopfer erfüllt, aber auch die volle und deutliche Erkenntnis der für Israel drohenden Gefahr, durch die Berührung mit dem Heidentum dem Lasterwahne des Menschenopfers anheimzufallen, sprechen aus diesen Worten der heiligen Schrift. Sie wiederholen sich, wenn auch nicht in so machtvoller Eindringlichkeit, im 5. B. M., K. 12 und 18. Es ist nun in der alten Geschichte des jüdischen Volkes zur Zeit der Richter und Könige ein stürmisches, gährendes Auf und Nieder zu •beobachten, nicht nur in politischer, sondern auch in religiös-sittlicher Beziehung. Das* jüdische Volk, das ist ja bekannt genug und von der Bibel hundertmal bezeugt, vergißt sein Gesetz und seinen Gott immer wieder und verändert sich bis zur völligen Unkenntlichkeit seines ehemaligen und gottgewollten Zustandes nach der Sitte und Weise der fremden Völker, die es umgeben und mit denen es in Berührung kommt. Jahrhunderte hindurch, nur hie und da von kurzen, lichten