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Jeschurun · 1914-05-01 · Heft 5 (Mai 1914) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 5 (Mai 1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Das Grichon-Rätsel. 161 Kehren wir zu unserer Boraitha zurück. Bei der verhängnisvollen Bedeutung, die dem Mangel an fließendem Wasser in Jerusalem für dessen Bevölkerung in allen Lebensbeziehungen zukommt, hat dieser Bericht über die definitive Zerstörung eines, wie man annehmen muß, bis dahin reichfließenden Wasserlaufs die Palästinaforschung von jeher beschäftigt; aber die zahlreiche Literatur, die darüber entstand, hat das Dunkel, das über der Angelegenheit lagert, nur noch tiefer und rätselhafter gemacht. Die Kardinalfrage ist natürlich, wo der genannte Gichon zu suchen sei, ob auf der West- oder Ostseite der heiligen Stadt — die anderen Himmelsrichtungen kommen, wie ein Blick auf die Topographie Jerusalems beweist, nicht in Betracht —, und ob seine Rudimente in den hier und dort vorhandenen Quellen zu erkennen seien. In unserem obigen Exkurs nach Jesajas 8,6 war freilich die Antwort auf diese Frage schon vorweggenommen und der genannte Gichon mit •dem Schiloach identifiziert worden. Diese Annahme stützt sich auf eine dahingehende Angabe Raschis (Berachoth 1. c. s. v. 1 (סתם). Aber auch die andere Möglichkeit, den Gichon auf der Westseite zu suchen, ist von vornherein nicht auszuschließen; zumal das tatsächliche Vorhandensein zweier Teiche an dieser Stelle, die bis zum heutigen Tage den Kamen oberer und unterer Gichon-Teich von ihrem Ursprungsort, dem Gichon- Berge tragen, für diese Annahme ins Feld zu führen ist. In der Tat hat denn auch diese Ansicht schon früh ihre Vertreter gefunden und bis in die neuere Zeit sich Eingang in die Literatur verschaffen können2). So hat kein Geringerer als Karl v. Raumer in seinem ״Palästina“ (Leipzig 1838) sich dieser Ansicht wenigstens teilweise angeschlossen. Freilich ist auch ihm der notwendige Zusammenhang zwischen dem Gichon unserer Stelle und dem Siloah nicht entgangen. Er denkt יל; שלוה ולא זהו גיהון הנהר הגדול דההוא לאו בארץ ישראל הוא 0 אלא מעין קטון הוא סמוך לירושלים שנאמר והורדתם אותו אל גיהון •(מלאכים א' א׳) ומתרגמינן ותחתון יתיה לשלוהא 2) Vgl. die Literatur bei Raumer (1. c.) und bei Munk (Palästina, Leipzig 1871) S. 104, Anmerkung 1.

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