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Jeschurun · 1914-04-01 · Heft 4 (April 1914) · page 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 4 (April 1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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144 Gesetzestreue. Qesetzestreue. Von G. M. Das Gesetz erzieht zur Strenge Gegen deine eignen Sünden, Aber nur beschränkte Enge Kann darauf den Haß begründen. Nur die Einsicht höchster Liebe Fühlt des Zornes tiefste Quelle Und das Ende zarter Triebe Just an des Bewußtseins Schwelle. Manneskraft und Frauenmilde Müssen zueinander halten, Um in Gottes Ebenbilde Neue Welten zu gestalten. Unsre besten Tröster bleiben die gesetzestreuen Alten, Die in einem langen Leben jedem Anprall Stand gehalten. Die in Sturm und Wetterwüten auf des Lebens Pilgerfahrten Sich den reinen Kinderglauben fest und ungebeugt bewahrten. Nur aus hartem Stoffe bauen sich die festgefügten Säulen, Die da unerschüttert ragen, ob auch Stürme sie umheulen, Aber wer in Zweifelsqualen auf dem Lebenswege jammert. Fühlet Halt und Stütze, wenn er sich an solche Säule klammert. Nimmer hier auf Erden lösen sich die alten, ew’gen Fragen; Der uns schuf, den Weg zu gehen, lehrt uns, seine Lasten tragen. Lehret menschlichen Vermögens enge Grenzen uns erschauen Und allein auf unsres Wollens reine, echte Wärme bauen. Unserm Volke ist ein enger festumgrenzter Weg gewiesen, Und in jedem unsrer Schritte wird die ew?ge Macht gepriesen.

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