Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Gesetz estreue. 145 Jedes Tun beherrscht die Regel; durch die ganze Stufenleiter Ist von der Geburt zum Tode stets uns das Gesetz Begleiter. Aber ach. in unserm Innern ruhen Keime wilder Gährung, Und vergebens ringt und kämpfet unser Sinn um volle Klärung, Immer wieder stößt das Leben uns in seine wilde Brandung, Und das steile Ufer wehret uns die feste, sichre Landung. Darum heißt es, sich bewaffnen mit dem Mut, der nimmer sinket, Ob das Ziel auch, kaum erkennbar, in der weitesten Ferne winket. Wollen, immer wieder wollen mit der zähen Kraft des Strebens, Das uns stille weitertördert jede Stunde unsres Lebens. Jch horchte still den Worten meines Mundes, Da ich des Regenbogens Pracht erschaut, ״Gelobt sei, der gedenket seines Bundes4" Entfuhr es meinen Lippen klar und laut. Gelobt sei Er, der Seinen Bund bestätigt, Sein Wort und Seine Treue uns bewahrt. Und der sich heut' wie immerdar betätigt. Wenn er in Wundern sich uns offenbart. Ob es ein Lichtstrahl ist, der sich gebrochen. Ein Sonnenglanz in diamantener Flut, In Seinem Werk hat uns der Herr gesprochen, Und im Gesetz, das ihm zu Grunde ruht. Und seid ihr nur Schiffer auf sinkendem Boot, So haltet geschlossen zusammen, Und laßt euch, von heiligem Eifer umloht, Zur reinsten Begeisterung entflammen.