Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2292930-2292934--00162-2293393- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Menschenopferkult und Judentum. I4I Göttern von Sepharvaim“ — und wo nachweisbar unter Sepharvaim eine babylonische Stadt, und unter Adrammeleeh und Anammelech babylonische Gottheiten genannt sind. — Wie lange sich übrigens auch in Babylon, wie in Ägypten, der Menschenopferkult erhalten hat, das bezeugt eine Rede des Kaisers Konstantinus im 4. nachchr. J., vom Aberglauben und Götzendienst, wiedergegeben bei Eusebius, in der es heißt: ..Der Aberglaube hat zur Opferung nicht allein der stumpfen Tiere, sondern auch der beseelten Menschen geführt; nach den Religionsgesetzen der Assyrer und Ägypter werden unschuldige Menschen in ehernen, zur Glut gebrachten Götzenbildnissen hingemordet. Das weiß ich nicht etwa vom Hörensagen, sondern habe es mit meinen eigenen Augen gesehen/‘ Als dritte Völkergruppe fassen wir alle die Nationen zusammen, die als Nachbar-, Grenz- und Mitvölker, wenn auch nicht in dem Maße wie Ägypten und Assyrien, so doch intensiv genug mit dem Volke Israel im Lauf seiner ganzen Geschichte in*Berührung und Gegensatz treten: die Araber, Moabiter, Ammoniter, die Kananäer und die Phönizier mit ihren Niederlassungen im Bereiche des ganzen Mittelländischen Meeres. Die alten Araber haben bis über die Zeit Mohammeds hinaus die Menschenopfer gekannt und geübt. Neben Kriegern waren besonders auserlesene Knaben als Opfer beliebt. Noch die Sarazenen opferten dem Morgenstern Venus bei seinem Aufgang das Beste aus der Beute, besonders schöne Knaben, in deren Ermangelung ein weißes Kamel. Erauen und Sklavinnen werden den Göttern vermählt, d. h. geopfert. Mohammed rühmt von sich, daß sein Vater Abdallah zum Opfer bestimmt gewesen, dann ausgelost worden sei. Noch heute werden bei arabischen Stämmen kranke oder schuldige Personen mit dem Blute geopferter Tiere bestrichen mit den Worten: ״Die eine Seele erlöst die andere“ — vielleicht nichts anderes als die Rest-Idee des ursprünglichen Menschenopfers. — Eür die dem Milkom (der uns als biblischer Moloch noch begegnen wird) dargebrachten Menschenopfer der Moabiter und Ammoniter, der unmittelbaren Grenznachbarn 9*