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Jeschurun · 1914-04-01 · Heft 4 (April 1914) · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 4 (April 1914)
Date
1914-04-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Das Thorastudium und die Frauen. 137 Regel sind die Frauen nicht enthaltsam. Deshalb ist es angemessen, die Lehre von der aufschiebbaren Strafe unter den Frauen nicht zu verbreiten. Die in der Thora an gedrohte Strafe wird gar mancher Furcht vor der Sünde einflößen und sie veranlassen, tugendhaft zu bleiben. Nach dem Gesagten ist die Kontroverse in der zitierten Mischna ganz klar. Es sind darin drei Ansichten vertreten. Ben Asai ist für die Popularisierung dieser Tradition (הורה), R. Elieser dagegen, und R. Josua ist ganz der Ansicht R. Eliesers. die er zu begründen sucht. Alles dreht sich um diese Lehre (תורה Tradition) der Mischna, die im Talmud begründet wird, nicht aber um den Unterricht in der Thora, d. h. in der Bibel (מקרא), von dem die Frauen nicht ausgeschlossen sind. Es fragt sich bloß: Sollen die Frauen auch die Tradition (und besonders diese Tradition) lernen oder nicht? Darüber sind die Ansichten geteilt. Daß die Tradition (תורה שבע״פ) ebenfalls Thora genannt wird, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. So sei nur auf den bekannten talmudischen Ausdruck hingewiesen תורה היא וללמוד ובו״. Im Obigen ist eine Erklärung der Mischna versucht, die von der üblichen abweicht. Unsere Dezisoren haben freilich die Stelle in dem allgemein geläufigen Sinne genommen und unter ihnen auch Maimonides (vgl. ש״ע י״ד פי׳ רמ״ו סע' ל wärtlieh nach רסב״ם הלב, ת״ת פ״א ה׳ י״ג). Aber auch nach ihrer Anschauung ist bei dem Verbot des Thorastudiums für die Frau nur an die eigentliche Form talmudischer Diskussion gedacht, für welche die Frau ihrem mehr auf das Gefühlsmäßige eingestellten Naturell gemäß nicht die rechte Fähigkeit mitbringt. Sie könnte aus dem Talmudstudium und aus einer religionsphilosophischen Erörterung der Bibel eigenartige Konsequenzen ziehen. Die Beschäftigung mit der heiligen Schrift soll ihr nicht versagt sein (vgl. ט״ז a. a. 0.). Wer nicht einer übertriebenen Gleichstellung der beiden Geschlechter das Wort redet und die Grenzen, welche die Natur selbst gesteckt, anerkennt, wird die Berechtigung dieser Beschränkung verstehen und billigen.

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