Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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136 Das Thorastudium ־und die Frauen. Wassers“) zog Ben Asai die Lehre: Jedermann sei verpflichtet, seine Tochter diese Lehre (von der anfschiebbaren Wirkung des Wassers) zu lehren, denn, kommt sie einmal in die Lage, das bittere Wasser zu trinken (ohne daß die angedrohte Strafe sich an ihr vollzieht), dann wird sie wissen, daß die Wirkung nur aufgeschoben ist (wegen irgendeines Verdienstes) und daß die Strafe sie trotzdem ereilen wird — in einem Jahre, oder nach zwei und drei Jahren. R. Elieser ist der Ansicht, man soll diese Lehre (von der aufschiebbaren Wirkung) die Töchter lieber nicht lehren. Denn, wer seine Tochter diese Lehre lehrt, verleitet sie gleichsam indirekt zur UnSittlichkeit. Solange eine Frau die in der Thora angedrohte Strafe und ihre momentane AVirkung fürchtet, wird sie sich wohl hüten, vom A\7ege der Tugend abzuweichen, weiß sie aber, daß infolge eines Verdienstes die angedrohte Strafe der Thora hinausgeschoben wird, dann wird sie leichter zur Sünde verleitet werden und die eheliche Treue brechen. Diese Befürchtung, daß eine Frau durch die Kenntnis dieser Misehna sich zur Unsittlichkeit verleiten lassen könnte, ist eigentlich unbegründet, denn schließlich wird sie die Strafe doch ereilen in einem Jahre oder spätestens nach zwei oder drei Jahren. Deshalb bemerkt R. Josua: Es gibt Frauen, die sich mit einem Maße begnügen, wenn sie dabei dem Laster 1frönen können* als neun Maße, wenn sie dabei gezwungen sind, ein streng sittliches Leben zu führen. Mit andern AVorten: Mancher Frau würde es genügen, zu wissen, daß die Strafe, wenn auch für ein bis drei Jahre aufgeschoben wird, um eine Sünde zu begehen, die sie sonst unterlassen hätte. Ein Jahr der Sünde ist mancher Frau lieber als neun Jahre ohne Sünde. Und die Sittengeschichte aller Zeiten und Länder lehrt, daß es auch solche Frauen gab und leider noch gibt, die für eine Stunde sündhaften Glückes ihr ganzes Leben freudig aufs Spiel setzen. Solche Frauen bilden keineswegs eine Ausnahme. Denn R. Elieser pflegte zu sagen: .... ״eine Frau, die enthaltsam ist (אשה פרושה) . . . zerstören die Welt, d. h. auf solchen (Ausnahmen) kann die Welt nicht beruhen. In der