Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Thorastudram und die Frauen. 135 seine Töchter Thora zu lehren .... R. Elieser sprach: Wenn einer seine Tochter Thora lehrt, so ists, als lehre er sie Unsittlichkeit. R. Josua sprach: Eine Frau will lieber ein Maß und Unsitt]ichkeit als neun Maße und Enthaltsamkeit. Er pflegte zu sagen: Ein närrischer tiberfrommer, ein schlauer Bösewicht und ein weiblicher Sonderling .... zerstören die Welt.4* Hier handelt es sich also offenbar um eine Kontroverse zwischen Ben Asai, R. Elieser und R. Josua. Ben Asai ist für das Unterrichten der Töchter in der Thora (wenn auch der Ausdruck מכאן daraus etwas schwierig ist); R. Elieser ist gegen diesen Unterricht. Hingegen ist die Ansicht R. Josuas völlig unklar. Ist er für oder gegen diesen Unterricht? Und dann, was soll der Nachsatz bedeuten: Er pflegte zu sagen: ein närrischer Überfrommer usw., welcher Nachsatz doch seinen früheren Ausdruck bekräftigen sollte? All diese Schwierigkeiten werden leicht behoben, wenn man auf den Anfang dieser Mischna näher eingeht. Dieselbe handelt von einer des Ehebruches verdächtigten Frau (אשה סוטה), die gezwungen wird, das ״bittere Wasser44 (מים המרדים), vom Priester verabreicht, zu trinken. Nun heißt es in der zitierten Mischna: Kaum hat sie das Wasser getrunken, da wurde ihr Gesicht grün, ihre Augen traten hervor usw. und man beeilte sich, sie aus dem Heiligtume zu entfernen, damit sie es (durch ihren sichern Tod) nicht verunreinige. So ungefähr heißt es auch in der Thora, daß nämlich die verdächtigte Frau, falls der Verdacht nicht unbegründet und sie schuldig ist, ein jähes und trauriges Ende nehme. Nun aber fügt die Mischna hinzu, was in der Thora nicht gesagt und in dem betreffenden Abschnitte nicht einmal angedeutet ist: Hatte sie (die Frau, der das ״bittere Wasser4 gereicht wurde) irgendein Verdienst, so blieb die (eben geschilderte furchtbare) Wirkung aus. Je nach der Größe des Verdienstes, das sie aufzuweisen hat, wird die Wirkung des bitteren Wassers aufgeschoben: manchmal trifft die Wirkung erst ein Jahr später, zuweilen auch nach zwei, ja auch nach drei Jahren ein. Daraus (d. h. aus dieser Lehre von der aufschiebbaren Wirkung des ״bitteren