Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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134 Das Thorastudium und die Frauen. Eliesers, der das Thorastudium der Frauen mit dem der Unsittlichkeit vergleicht. Ist schon dieser Vergleich an und für sich sehr gewagt, so enthält diese Warnung gegen das Frauen- Studium direkt einen Verstoß nicht nur gegen den Geist, sondern gegen den klaren Wortlaut der Thora. ״Versammele das ganze Volk, Männer und Frauen, damit sie alle (auch die Frauen) die Lehre vernehmen und damit sie lernen, Gott zu ehrfürchten und zu beobachten all die Worte dieser Thorau — diese Vorschrift kommt in der Thora wiederholt vor (vgl. u. a. V. B. M. 31,12). Die Thora gebietet, die Frauen zu versammeln, damit sie lernen und R. Elieser warnt die Väter, ihre Töchter lernen zu lassen! Wie ist dieser Widerspruch zu verstehen? Aber sehen wir einmal davon ab. Aus einer andern Mischna ist ersichtlich, daß auch Frauen in der Thora unterrichtet wurden, ja daß sie in bezug auf das Studium der Thora den Männern gleichgestellt werden. In Nedarim (Abschnitt 4, Mischna 3) heißt es: ״Wer ein Gelübde getan .... darf ihn trotzdem lehren Midrasch, Halachot und Agadot. aber er darf ihn nicht lehren die heilige Schrift (מקרא); seine Söhne und seine Töchter darf er trotzdem in der heiligen Schrift unterrichten.“ Diese Mischna1) bleibt ganz unwidersprochen, ein Beweis dafür, daß sie von allen Tannaim einmütig akzeptiert wurde. Eine andere Mischna. Im Traktat Kidduschin (Abschnitt 4, M. 13) heißt es: Eine Frau darf keine Schullehrerin (Schulleiterin) sein. Die Gründe dafür sind dort angegeben. Wenn aber die Frau nicht lernen darf, wie sollte sie lehren können? Die Frage bleibt demnach offen: wie konnte R. Elieser das Studium der Thora den Frauen verbieten! Um allen Schwierigkeiten zu begegnen, möchte ich die Behauptung aufstellen, daß die zitierte Mischna in Sota (3, 4) auf nicht angemessener Übersetzung des Wortes תורה beruht. Betrachten wir diese Mischna etwas genauer. Sie lautet . . . . Deshalb sprach ben Asai: jedermann ist verpflichtet, J) Sie wird merkwürdiger Weise nur von R. Elia Wilna zitiert .ביאורי הגד״א ש״ע י״ד כי' רם"ו אות כ״ה