Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Das Tkorastudmm und die Frauen. Gegenstandes erzielt werden konnte. Wenn es galt den Scharfsinn der Schüler zu erproben, dann wird es ausdrücklich in der Berichterstattung hervorgehoben, daß die Frage להדורי התלמידים gestellt worden war. Nur eine Seite der praktischen Lebensführung der Weisen des Talmud haben wir hier zu behandeln versucht. Was ließe sich aber noch alles von ihnen sagen! Von ihrer Gerechtigkeit, ihrer Menschenliebe, ihrer Aufopferungsfähigkeit, ihrer Güte usw. Ohne uns eine Lebensbeschreibung seiner großen Männer geben zu wollen, lehrt durch gelegentliche Bemerkungen der Talmud sie uns kennen als mustergültige Vorbilder eines sittenreinen, Menschen und Gott wohlgefälligen Lebens. Edle Beispiele, nicht theoretisch erdachte, sondern dem vollen, wirkliehen Leben entnommen, erziehen und begeistern, und so wird der Talmud, auch von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet und begriffen, zum schönsten und wirksamsten Lehrbuch der Moral, das wir unserer Jugend in die Hand geben können. Das Thorastudium und die Frauen. Von Dr. Felix Kanter. Zwittau (Mähren). Uber die bevorzugte Stellung, die die heilige Schrift der Frau einräumt, wurde bereits viel geschrieben und gesprochen. Ihr Geschlecht hindert sie keineswegs, gewisse Ämter und Würden zu bekleiden, wie ihre männlichen Genossen. Die heilige Schrift, die die Bestimmung der Frau darin erblickt, ihrem Gatten eine Genossin oder Stütze (עזר), nicht aber wie bei andern antiken Völkern ihm untertänig zu sein, nennt unter den Propheten und Biehtern, unter den Dichtern und Helden auch Frauen und rühmt ihre Tugenden und Vorzüge. Dem Beispiele der Bibel folgt auch das rabbinische Schrifttum. Die zahlreichen Aussprüche der talmudischen Weisen, welche die hohe Stellung der Frau schildern, dürfen zum Teil wenigstens als bekannt vorausgesetzt werden.