Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Thora-Auffindung unter Josia. 123 ausdrücklich erlaubt. Er setzt vielmehr dieses Verbot als ein vorhandenes und bekanntes voraus; das kann in der Thora nur das von Deut. 12,2 ff. ausgesprochene sein. — Auch daß er das Unwesen der Hierodulen (קרשות) rügt (4,14 הזם החדשות יזבחו), was doch beim Bämöth-Dienst eine offizielle Einrichtung war, hat seine gesetzliche Verurteilung nur in Deut. 28,18. Sein Tadel 5,10) היו שיי להורה?מסיגי גבול) weist auf das Verbot לא תסיג!בו־ל רצף Deut. 19,14, 27,17 zurück. Dazu stimmen nun auch weiter die geschichtlichen Berichte. Das Deuteronomium enthält, wie erwähnt, als charakteristische Forderung die der Einheit des Kultusorts. Nach Deut. 12,2 ff. sollten alle bisherigen Bärnöth vernichtet und alle Opfer (außer dem 12,20 בשר תארה ff.) an ״dem einen Orte, den Gott erwählen würde“ dargebracht werden. Diese Forde־ rung konnte selbstverständlich erst erfüllt werden, wenn tatsächlich ein zentrales Heiligtum, das allen Stämmen zugänglich war, bestand. Vor dieser Zeit waren naturgemäß Lokalheilig־ tümer, במות, erlaubt, wie dies in dem Gesetz Exodus 20,24 בכל המקום אשר אזכיר אה 'קזמי אבוא אליף וברלהיך ausgesprochen ist und daher auch die Mischna 14,5 זבחים ausführt. Das war durch die geschichtliche Lage bedingt und konnte nicht anders sein. Nun wurde die Forderung der Abschaffung der במ1ת nicht etwa zum ersten Male unter Josia nach Auffindung des Ge־ setzesbuches erfüllt, sondern schon 100 Jahre vorher unter König Hizqia. Das ist mehrfach bezeugt: 1) durch den geschiehtliehen Bericht des Königsbuchs 2. K. 18,4: ״Er (Hizqia) beseitigte die Bärnöth, zerbrach die Masseböth“ usw., während derselbe Erzähler bei früheren Königen, auch solchen, die ״das Hechte vor Gott taten“, wie Asä, es ausdrücklich rügt, daß sie das Fortbestehen der Bärnöth duldeten (1. K. 15,14 usw. 2) durch die Rede des assyrischen Feldherrn Rabsehäqe an das versammelte Volk von Jerusalem (2. K. 18,22): ״Wenn Ihr sprechet, auf den Ewigen unseren Gott vertrauen wir, — ist das nicht derselbe (Gott), dessen Höhen und Altäre Hizqia beseitigt hat, indem er Juda und Jerusalem befahl, vor diesem Altar in Jerusalem müßt Ihr anbeten?“ 8