Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · page 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Date
1914-03-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2292929-2292930-2292933--00110-2293340
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

96 Die Natur ein Buch Gottes. die schlagenden Beweise für den einheitlich gehaltenen Organismus der Welt, Beweise, die der Monismus fälschlich für sich in Anspruch nimmt. Hält man diesen Gedanken fest, dann kann man sich ungestört den Eindrücken überlassen, die diese Autoren in ihren Aufsätzen und Arbeiten durch ihre Verherrlichung der Natur hervorzurufen wissen. All das Ergreifende und Schöne, das sie sagen, dient nur zur Verherrlichung unseres Schöpfers. Seine Leugnung ist bei ihnen das Ergebnis eines philosophischen Räsonnements, das mit ihren Schilderungen nicht in Zusammenhang steht, und das nie zu überzeugenden Beweisen gelangen kann. n. Es gibt noch einen zweiten Versuch, die Natur, was sie an Erscheinungen und Gesetzen uns darbietet, in den Dienst einer der religiösen Weltanschauung feindlichen Bewegung zu stellen. Er ist noch bedeutsamer und in gewissem Sinne gefährlicher, weil es sich da nicht um rein metaphysische Spekulationen handelt, sondern um Erörterungen, aus denen praktische Konsequenzen gezogen werden. Das Wesen des Menschen und seine Aufgabe werden von dem Gesichtspunkt aus betrachtet, daß er ein rein natürliches Wesen ist, d. 11. ein Wesen, das sich völlig einreiht in die Ordnung aller natürlichen Erscheinungen, dessen Existenzbedingungen rein irdische sind und dessen Pflichtenkreis daher auch nur zu begreifen ist aus dieser seiner natürlichen Beschaffenheit. Wir wollen das an einigen Beispielen verdeutliehen. Nicht allein die Bibel und die heiligen Schriften aller höheren Religionen, auch die wissenschaftliche Ethik in ihrer mehr als zweitausendjährigen geschichtlichen Entwickelung stellt den Menschen in einen Gegensatz zur Natur und seinen natiirliehen Trieben. Draußen in der Welt Kampf und Streit, der Mensch aber soll diesem Kampf begegnen. Im Innnern des Menschen ein Auf bäumen seines Begehrens, der Mensch soll dies Begehren dem Gebot der Pflicht gehorchend, überwinden. Die neuere Zeit, oder wenigstens gewisse Strömungen in unserer Zeit, wollen von diesem Anderssein des Menschen nichts wissen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.