Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 3 (März 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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82 S. P. Hirsclis erste Predigt. hat Er ja klares und deutliches dir in seiner geoffenbarten Lehre sich und seinen Willen kundgetan, als er auf Sinai deine Ahnen aufregte und ihnen sprach die Worte des Lebens. Und diese Worte, sie sprechen ja noch heute zu dir in den Schriften deiner Väter, sprechen zu dir auf jedem deiner Lebenswege, mahnen dich in Wort und Tat, was dir das Leben sei, was du dem Leben. — So lehret Gott, aber freilich, wenn wir schon in unseren Kindern verfallen lassen die Stimme des Herrn, die im Innern tönt, ihr Herz nicht üben in Lust am Schönen, in Widerwillen am Häßlichen und Gemeinen, wenn wir sie nicht hinausfahren in Gottes freie Natur, ihnen dort den Sinn aufzuschließen fürs große Leben, das gelebet wird, sie im eigenen Leben, im großen Schauplatz der Menschengeschichte, den Gott nicht lehren, wenn wir gar ihnen die Lehre unserer Väter eine fremde sein ließen, in unserem eignen Leben sie nicht verwirklichten, sie vielleicht gar in ihrer Gegenwart verspotteten, — 0! dann freilich! freilich! würde die Lehre Gottes nirgends vernommen und spurlos wie des Windes Hauch verhallt des Herrn Huf durch die Zeiten! Drum ergeht uns allen vorzüglich, die wir der Jugend Wohl zu beraten haben, der dritte Ruf! 0! Eltern, vorzüglich an euch, wachet über das Herz eurer Kinder, daß es ein heiliger Tempel werde, in dem gern des Heiligen Stimme sich vernehmen läßt; lehret sie die Lehre der Väter, gebet ihnen hin das Buch des Lebens, daß es sie begleite durchs Lebern damit, wenn man Israels Leben anschaue, man wieder spreche: Nicht schaut man Unrecht in Jacob, sieh et kein fehles Treiben in Israel, der Herr sein Gott ist mit ihm, denn im Innern tönt die aufregende Stimme des Herrn Ihm! Wir haben ihn vernommen, den dreifachen Ruf: Eine Allmacht herrscht, ein Auge schaut, eine Stimme spricht. Und so geloben wir heute am Eingang einer neuen Zu« kunft, nie zu verkennen die Allmacht, nie zu vergessen das Auge und stets der Stimme zu horchen, die uns durchs Leben geleitet! Und dazu lasset uns den Segen des Herrn erflehn: