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Jeschurun · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Date
1914-03-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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S. B. Hirschs erste Predigt. 81 wo erschien da die Gottheit im wilden Treiben des Wechsellebens, auf daß wir sie verehrten, wo erkannten wir seinen Willen, daß wir wissen, was Recht sei und, was zu meiden, was zu erstreben? und da könnten wir hingehen und gerade nur auf das horchen, was dieser unser beschränkter Geist ausspricht und danach unser Leben gründen. Sieh, drum mahnt uns der letzte Ruf: Gott lehrt; sei du nur empfänglich der Lehre! wie Posaunenruf tönt überall die Stimme des Herrn, reget auf und wecket die Gemüter, zu horchen der Lehre, in deinem Innern vernimmst du Ihn, vernimmst Ihn in der Natur, vernimmst Ihn in der Geschichte, und vor allem spricht klar Er dir in der Lehre, die am Sinai dir ward. Hast du sie noch nie vernommen, diese Stimme im Innern? Wenn deine Brust dir schwillt, da ein großer schöner Gedanke dich beschäftigt, Tugend, Menschenwürde, Seelenadel, wenifs dich so mächtig treibt, das im eigenen Leben zu verwirklichen, was dein Herz so mächtig hebt. Sieh* dann spricht Gott, — oder wenn eine innere Stimme dich abmahnt, sobald du Gemeines und Niedriges sinnest, wenn dein eigenes quälendes Bewußtsein dich straft, wenn du sie schon befleckt hast, die Reinheit des Herzens, sieh! auch da spricht der Herr! Und ist die Natur dir dann nur ein toter Buchstabe, hört dein Gemüt nie des Herrn Stimme, wenn es einfuhr, einfuhr in Wettern und zürnend in Donnerrollen dröhnte, oder milde des jungen Tages rosigen Glanz über die Länder ausgoß? Ist stumm dir der Stürme Gewalt, sprachlos der launige West? Und der schöne Kranz der Jahreszeiten, ließ er dich nie ahnen Gesetzmäßigkeit und Ordnung? Sieh! aus der Natur spricht dir der Herr! und aus der Geschichte wieder! Hast du nie vernommen, wie der Herr hoch über Menschen erscheint und wie Blitz sein Pfeil hervorfährt, ״und der Herr in die Posaune stößt und ruhig wandelt in des Südens Stürmen und der Herr Zebaoth in allen Stürmen sie schützt!“ Wenn er aufrüttelt die schlummernde Menschheit über Leichen und Verwesung schreitend neues Leben gründet. Lind vernähmest auch in allen dreien du nicht Ihn, sieh, so

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