Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 3 (März 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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80 S. R. Hirschs erste Predigt. entziehen Euch könntet seinem rügenden Blick: ״Wo wollt ihr hin vor seinem Geist, wohin vor seinem Antlitz fliehen, flieget ihr gen Himmel, dort findet ihr Ihn, bettet ins Grab euch, auch dort ist ja Er!“ — Vernichtet sich selbst hier oft nicht das Böse, schmetterts jenseits nicht der strafende Richterblick nieder? — 0! drum sei rein in Gedanken, Worten und Tat, denn der Gott, der dich schauet und richtet, will Reinheit! Und könntest du auch vor den Augen der Menschen heucheln, wäre das Verbrechen im Gedächtnis der Menschen auch nicht auf bewahrt. Gott schaut’s, Gott gedenkt’s, drum sei nicht zügellos! Aber wieder, weil Gott schaut, weil Er gedenkt, weil Er das Leben lenkt und leitet. 0 5 darum erschlaffe nicht in Aus- Übung des Guten! wenn auch tausend Hindernisse dir entgegen sich türmen, wenn auch Vorurteil und Trägheit dort zurücksteht, wo du zum Fortschritt aufforderst, wenn Undank dich lohnt, wo du den Kranz des schönsten Dankes verdienst, ja wenn du des Guten höchstes ausübtest, verkannt du wirst und man deiner Tat der Schlechtigkeit Siegel auf drückt. 0! so erschlaffe nicht! Du arbeitest ja an dem Zwecke deines himmlischen Vaters, und da gehet nichts verloren, du konntest vielleicht nur anregen, einen Funken nur anfachen, nur ein Samenkörn im Stillen streuen, und da faßte es der Sturm der Zeit, und die Regung ward nicht Leben, der Funke nicht Licht, das Körnchen ging nicht auf zur segensreichen Frucht, erschlaffe nicht! auch der Zeiten Stürme lenket Gott, und was du im Stillen gesäet und an der Frucht verzweifelst, einst gehet es auf zum rüstigen Leben, zum leuchtenden Licht, zur segenspendenden Frucht. Ein Auge wacht, sagt der zweite Ruf, dein Lohn, er ist bei ihm, dein Werk vor seinem Antlitz, drum sei nicht zügellos, drum erschlaffe nicht! III. Und endlich Gott belehrt, drum sei Du nur empfanglich seiner Lehren“ so lautet der letzte Ruf, der uns einführen soll ins Leben. Denn wohl dürften wir ängstlich fragen unsere schwachen Augen, unser!! beschränkten Geist,