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Jeschurun · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 58

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 58 (sequence 26)
Language
German
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58 Kritisclie Rundschau. Fortpflanzung und Verwandlung in der Tat zu solchen Annahmen führen mußten und erst in neuerer Zeit aufgeklärt wurden. Wenn festgcstcllt wird, welche Wesen vom Joruschalmi und den פוסקים gemeint sind, so bleibt der דין unerschlittert, sie sind nach wie vor verboten; mögen wir gleich die Be grün du ng anders formulieren. Daß aber durch die irrige Annahme in dieser Beziehung auch alle anderen, letzten Endes naturwissenschaftlich zu begründenden Vorschriften, wie etwa in הלסית מליחה keinen Anspruch auf Gültigkeit hätten, obwohl diese größtenteils Ent- Scheidungen des Talmud, also die Tradition zur Grundlage haben, ist wieder eine Generalisierung, die wir nicht anerkennen können. Aus einem Irrtum in irgendeinem Buche kann kein gerechter Gelehrter dessen generelle Unzuverlässigkeit horleiten. Die Gesetze über das Salzen sind in ihren Grundprinzipien unabhängig von naturwissenschaftlichen Anschauungen; die Vor- Schriften sind Überlieferungen, für die sich jede Zeit in ihrer Denkweise eine Begründung schaffen mag. Ich erinnere mich mit Vergnügen der lebhaften Diskussionen, die wir Schüler des Berliner Babbincrscminars in dem שיעור פוסקים־ über Hilchoth Melichah in solcher Hinsicht führten. Was endlich die Beeinflussung des Gesetzes durch Geisterglauben betrifft, so konstatieren wir zunächst, daß grade für das Händewaschen am Morgen dieser nicht der entscheidende ist. Der ט״ז zu ש״ע א״ח סימן ד' סע״א bringt zwei Erklärungen: r An jedem Morgen sind wir wie neugeschaffon und müssen Gott dafür danken. Diesen Dank sollen die Scgenssprücho boim Beginn des Morgengebets aussprechen; daher müssen wir uns in Heiligkeit weihen und die Hände aus einem Getäße über• gießen, wie einst der Priester vor dem Opferdienst in dem Becken sich wuscha (Baschbo). Kann es eine tiefsittlichore Vorstellung geben? Es sei zweitens ״eine hygienische Vorschrift, weil die Hände während des Schlafes durch Berührung des Körpers unrein geworden sein“ (Ähnlich Hirsch Choreb § 460). Daß die gesamte alte Welt an Dämonen geglaubt und auch annahm, sie könnten dem Menschen dienstbar gemacht werden*

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