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Jeschurun · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 55

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 55 (sequence 23)
Language
German
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Kritische Bandschau. 55 Es sei nun festgestellt, daß alle angeblich unhistorischen Angaben ungenau berichtet sind. Der Talmud behauptet nicht, daß Cyrus, Darius und Artaxerxes verschiedene Namen für dieselbe Person sind, sondern daß in jüdischen Kreisen den späteren Herrschern die Namen der Vorgänger beigelegt wurden; so wenigstens fassen es sowohl Raschi als Tossaphot auf. Die Stelle, daß Alexander der Große die Judengemoindo von Alexandrien vernichtet habe, hat schon Abarbanel korrigiert (Vorrede zu seinem Kommentar zum „Buch der Könige“; vgl. auch Ez .Josef zu En Jakob Sukkaöla), wie auch der Jeruschalmi emo andere Version bringt. Und es ist drittens eine willkürliche Konstruktion, daß das Haus des Antoninus Pius, von dem ein Gang in die Wohnung Rabbi Jehudas führte, nach der Meinung des Talmuds des Kapitol gewesen ist. Sollen uns solche zweifelhafte Belege überführen? Sind diese Beispiele die rechten, um den Beweis zu erbringen, daß dem Talmud als geschichtliche Quelle jeder Wert abzusprechen ist? 3. Was endlich die Ausstellungen am Schulchan-Aruch betrifft, so bringt der Verfasser zunächst zur Kennzeichnung des gesetzostrouen Judentums eine Reihe von Aussprüchen von Autoren, welche die ewige Verbindlichkeit der Entscheidungen Moses Isserles’ proklamieren, ja die Ansicht aussprechen, daß man sich über keinen angesehenen Lehrer binwegsetzen dürfe. „Ebenso sagt“, heißt cs bei ihm, „Moses Sofe. , der Meister des Kalauers zur Begründung der Entscheidung, daß Trauungen unter freiem Himmel stattfinden müssen: „Moses Isserles* Entscheidungen sind für ganz Israel Gesotz.“ Ein Anderer wieder bringe das Heinische: „Tausfoß Jontef, Gott, das bist du selber“ in eine moderne Fassung. Dazu haben wir zu bemerken: Daß der Schulchan-Aruch mit seinen Kommentatoren uns die Richtschnur für die religiöse Praxis ist, bestätigen wir dem Verfasser gern; daß unsere Rischonim und Acharonim für uns Autoritäten sind, ebenfalls. Nur sind sie uns nicht aufgezwungen, nicht durch Dekret von irgendwelcher Seite als infallibel erklärt, sondern sie sind uns die klassischen Interpreten

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