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Jeschurun · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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36 Die drei Silulen. Talmud,diese Thorah gelernt sein müssen; und daß dazu Kenntnis, große, tiefe, breite Kenntnis gehöre. — Thorah ohne Talmud allein fordert schon von dem einfachen Leser und Lerner, wofern er wirklich eindringen will, Wissen genug. Da wogt Geschichte der Völker der Urzeit; da Hießen zahllose Ströme aus verborgenen Quellen ältester Vorzeitgcsohichte; da liegen in Tiefen edle Gesteine, die erst hcrvorgeholt worden müssen. Wie nun erst im endlosen Talmud-Meere! Da hinein sind Flüsse aus West und Ost geströmt. Assur und Babel, Mizrajim und Aram; Persien und Medien, Syrien und Arabien, Griechenland und Rom haben mitgesprochen; alle Wissenschaft, alles Irren, alle Erkenntnis der Natur und der Welt; Weisheit und Narrheit hunderter Nationen sind neben den Hauptströmon, Halachah Aggadah, als starke oder schwache Bäche geflossen. Da heißt es untertauchen, schwimmen lernen! Diese nur kurz angedeuteten Eigenschaften von Talmud- Thorah oder umgekehrt und besser, Tliorah-Talmud, zoigen uns eines: Hier ist kein Ende des Lernens und Lehrens; hier ist kein Schlußpunkt im Erkennen. Und je mehr sich der Horizont erweitert, jo breiter und tiefer der Strom moderner Wissenschaft wird, um so größer wird die Verpflichtung, zu lernen. Deshalb weitet sich uns der Begriff Talmud-Thorah, ohne Schädigung seines Ursinnes, in Verpflichtung zur Wissenschaft. Es darf und kann kein Wissensgebiet geben, das wir der Thorah nicht dionstbar machen.könnten; und os gibt keinos. Die gewaltigste, antike Popularisierung der Thorah ist wohl jene in den Hochschulen Babyloniens gewesen, wo alle jüdische Welt am Aufbau und Ausbau der Lehre tätigen Anteil hatte. Sie sollte kein Privileg Gelehrter sein. Sie ist demokratisiertes Gemeingut der erbenden Gemeinde Jakobs; nicht eine Thorah der Reichen, Adligen, Großen; eine Volksthorah ist sie, muß sie sein. Alle Wissensschätze der Zeit, die heutigen, gestrigen müssen wir zu erworben suchen und zeigon, daß unsere Thorah- Säulc das Riesenkuppelgewölbe des menschlichen Weisheitgebäudes tragen, ertragen, vertragen kann. Das haben uns die alten Meister gezeigt; das müssen wir von ihnen lernen; da

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