Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Von jüdischer Theologie. 2 7 geistigen Bewegungen der Zeit, sondern um uns, die wir ihren Einflüssen ausgesetzt sind, den guten und den schlimmen, den fördernden und den gefährdenden Einwirkungen, die sie auf uns ausüben als gottgewollte Prüfungen, in denen wir uns zu bewähren haben, daß wir gefestigt und geläutert aus ihnen hervorgehen. Die Vielgestaltigkeit des Lebens bedingt eine Vielgestaltigkeit der Aufgaben. Der große Gott braucht, um die Ewigkeitsziele seiner Lehre zu verwirklichen, der kleinen Mitarbeit vergänglicher Menschen. Und wir können seine Helfer sein auf mannigfache Weise. Wie das Fühlen des Herzens, so kommt auch das Denken des Kopfes von Gott und soll ihm dienen. 2. Bedarf es einer jüdischen Theologie? Die Frage ist entschieden durch erlesene Geister des Judentums in alter und neuer Zeit. Wie Gott Helfer gehabt hat, die ohne gelehrten Ballast Hohes für das Judentum vollbracht haben, so hat er auch Männer erweckt, die mit den Hilfsmitteln weltlicher Bildung und Wissenschaft die gläubige Anerkennung der Gotteslehre durch die logische zu stützen, zu vertiefen, zu sichern suchten. Also wäre das Werk durch diese großen Männer schon vollbracht, und es genügte, in ihren Schriften nachzuschlagen, um die Antworten zu finden auf alle Fragen, die uns belasten? „Es welket das Gras, es dorret die Blume. Aber das Wort unseres Gottes besteht ewig.“ Menschenwort und Menschenweisheit ist gebrechlich und vergänglich, und nur das Gotteswort ewig und unvergänglich. Theologische Theorien, die zu ihrer Zeit als die Blüte höchster Weisheit anerkannt und gefeiert wurden, sind welk und kraftlos geworden in unserer Zeit. Stolze Geistesbauten, unter deren Dach ihre Begründer das Gotteswort sicher und geborgen wähnten, sind zusammengebrochen. „Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen, geschweige denn dieses Haus,