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Jeschurun · 1914-01-01 · Heft 1 (Januar 1914) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 1 (Januar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 25 (sequence 27)
Language
German
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Von jüdischer Theologie. 25 Von jüdischer Theologie. Von Rabbiner Dr. Kaatz, Zabrze. „Es welket das Gras, es dorret die Blume, aber das Wort unseres Gottes besteht ewig.“ Jes. 40,7. 1. Bedarf es einer jüdischen Theologie d. h. einer wissenschaftlichen Darlegung des Judentums, die auch die Aufgabe hat, seinen Lehrinhalt mit den allgemeinen Denkgesetzen in Einklang zu bringen? Es hat hervorragende Autoritäten des Judentums gegeben, die diese Frage nicht nur auf das entschiedenste verneint, sondern die das, was man vornehmlich unter jüdischer Theologie begreift, als unnütz und schädlich verworfen haben: Das Judentum sei am treuesten aufgehoben bei seinen schlichten Bekennern, die unberührt und unangefochten von allen wissenschaftlichen Spekulationen in dem heiligen und stillumfriedeten Bezirk der „vier Ellen der Halacha“ sich bergen, worin allein der sichere Boden und die sichere Bürgschaft für die Erhaltung und Entfaltung des wahren Judentums gegeben sei .... Ach, daß wir in einer harten und rauhen Welt der Wirklichkeit leben und nicht auf der Insel seligen Friedens, dahin des Herzens Sehnsucht zieht! „O hätte ich Flügel der Taube gleich, so wollte ich davonfliegen und ruhen. Siehe, weithin wollte ich flüchten, wollte in der Wüste rasten. Sela! Wollte schnell entrinnen vor dem Toben der Windsbraut, vor dem Wetter!“ (Ps. 55,8). Wo liegt auf Erden der friedumhegte Bezirk, dahin die stürmenden Wetter der Zeit nicht gelangen können? Und gäbe es ihn auch heute, nur eine kurze Weile wird es dauern, und der Sturm wird auch dort entfesselt brausen. „Es welket das Gras, es dorret die Blume“. Das ist nicht nur ein Bild unseres physischen Lebens, sondern auch ein Gleichnis für die Zustände unserer Kultur, die in

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