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Jeschurun · 1914-01-01 · Heft 1 (Januar 1914) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 1 (Januar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
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Ästhetische Gesichtspunkte im Religionsgesetz. 15 Zu den Gesetzen, die für das Heiligtum gelten, gehört die Bestimmung, daß ein Priester, der einen Leibesfehler hat, zum Dienste nicht zugelassen wird. Für den Diener des Heiligtums wird also nicht nur, wie es selbstverständlich ist, die innere Würde, die Makellosigkeit in religiös-sittlicher Beziehung gefordert, auch Schönheit des Körpers und Ebenmaß der Glieder sind Voraussetzungen für seine Tauglichkeit. Das geht so weit, daß sogar ein Mißverhältnis in der Größe der einzelnen Organe (גופו גדול מאבריו או קטן מאבריו) oder das Fehlen des Gebisses als Fehler betrachtet wird. Bei dem Hohenpriester wird dies besonders hervorgehoben, daß er neben anderen Eigenschaften, die ihn vor seinen Brüdern auszeichnen , auch den Vorzug äußerer Schönheit besitzen soll: והבהן הגדול מאחיו בנוי בעושר) (1בבח בחכמה ובמראה. Der Träger der höchsten gottesdienstliehen Würde soll also auch durch Schönheit der äußeren Erscheinung ausgezeichnet sein. Auch für den König wird (mit Hinweis auf die Stelle Jes. 33,17 מלל ביפיו תחזינה עיניך) äußere Schönheit für erforderlich erachtet, und dieser Forderung wird sogar von der Hai ach a Rechnung getragen2). Wohl in Anlehnung an diese allgemeine Tendenz der Thora haben die Weisen den Grundsatz aufgestellt, daß überhaupt bei der Gottesverehrung, bei der Erfüllung der Gebote der Gesichtspunkt der Ästhetik nie vernachlässigt werden soll. Sie haben deshalb den Begriff הדור מציה geprägt. Das Schriftwort יאנוהי (2. B. M. 15,2) interpretieren sie mit den Worten: ״Erfülle seine Gebote in schöner, ansprechender Weise: deine Laubhütte sei schön, dein Feststrauß, dein Schofar, deine Schaufäden seien schön; wenn du eine Thorarolle schreiben läßt, so lasse sie durch einen kunstverständigen Schreiber in schöner Schrift herstellen und schmücke sie durch eine schöne Umhüllung“ (Sabbath 133b). Das allgemeine Prinzip der schönen Form bei der Aus- Übung der Gebote verdichtet sich zu einer halachischen Vorschrift x) ת״ה zu in. B. M. 21,10. *) S. Joma 78b והמלך והכ?* *ה ירחצו את פניהם.

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