Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12 Geschichtliche .Wanderungen. faßte er 1857 eine hebräische Grammatik unter dem Titel אבן בוחן, zum Gebrauch an höheren Lehranstalten. Nur einen זבות, um uns dieses echt jüdischen unnachahmlichen Ausdrucks zu bedienen, haben wir ihm anzurechnen. Er ließ 1753 ein Buch erscheinen, in lateinischer und deutscher Sprache, unter dem Titel ״Jüdischer Blut-Eckel oder das des Gebrauchs des unschuldigen Ckristen-Bluts angeklagte, untersuchte und unschuldig befundene Judentum, aus dem Trieb der Wahrheit an Tag gegeben, mit Erlaubnis hoher Obrigkeit״. In der Einleitung bestärkt er sein Zeugnis für die Juden mit den Worten: ״Ich rede dieses aus eigener Erfahrung als der ich von meiner Geburt der Sect der Juden zugethan, endlich aus unendlicher Barmhertzigkeit Gottes, nachdem mir die Schuppen des Unglaubens von denen Augen gefallen, das Licht der Evangelii erblickt usw.״ Nach ß. Michels Tode 1728 drängte die Regierung der Gemeinde einen Rabbiner auf, und zwar in der Person des R. Moses b. Aron aus Leipnick, der aber schon nach einem Jahre (1730) die Gemeinde verlassen mußte und auf Anweisung der Regierung nach Frankfurt a. O. berufen wurde. Die Regierung bestand aber auf schleunige Besetzung des Rabbinats, und gegen 1731 wurde R. Jacob Jeschua aus Krakau der פני יהושע, berufen (damals in Lemberg), der aber schon nach drei Jahren (1734) einem Rufe nach Metz folgte, nachdem er Veitei Ephraim, den mächtigen Vorsteher jener Zeit, gegen sich aufgebracht hatte. Erst 1743 gelang es der Gemeinde wieder einen Rabbiner auf den erledigten Rabbinatssitz zu berufen, und dieses Mal bezeugte die getroffene Wahl einen wirklichen Fortschritt. Nicht, wie bisher, aus Polen oder Ungarn oder Mähren, wurde der Rabbiner berufen, sondern auf einen geborenen Berliner fiel die Wahl, der erste (und bis jetzt der letzte) aus Berlin selbst hervorgegangene Rabbiner. R. David Fränkel aus der Familie Wallerstein תוי״ט, Sohn des Vorstehers und Rabbinats-Assessors in Berlin, R. Hirsch Mirels von den Exulanten Wiens herstammend. Gegen 1704 hier geboren, zuerst mit Edelsteinen handelnd (wie einst Maimonides), nach Dessau berufen, wo ein