Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Jeschurun. 5 Ergebnissen folgen. Aber Anregung bietet er uns in Fülle, und der Umstand allein, daß eine der ersten Autoritäten der Halacha, der wichtigste Glossator des Schulchan-Aruch seine Kraft in den Dienst der geistigen Durchdringung eines Teils unserer Religionsgesetze gestellt, wird uns anspornen, in seinen Wegen zu wandeln. Das ist nur ein Beispiel und nicht einmal ein glücklich gewähltes. Denn das Werk תורת העולה des Remo ist auch von dem Kundigen wenig gelesen. Aber fast alle, auch die größten unserer Religionsphilosophen und Exegeten, welche die vertrauten Genossen unsrer Aitvorderen waren, führen jetzt als Objekte der Wissenschaft ein einsames Dasein. Aber daß sie in unserem Herzen lebendig, Subjekte für die Erzeugung geistiger Werte in dem jüdischen Bewußtsein sind, wer dürfte das behaupten. Ein klein wenig dazu beitragen, jener Großen Gedankenwelt unserer Zeit zu vermitteln, ist an sich eine dankbare Aufgabe. Wichtiger noch, ihren Spuren zu folgen und für die Probleme unserer Zeit Lösungen zu bieten. Aber auch unser Wille — und das ist das zweite — ist erlahmt. Die Heldenkraft, uns selbst zu bezwingen, ist uns verloren. Eine allgemeine Erscheinung der Zeit, bedenklicher für das Judentum, dem nur aus willens starken Bekennern ein Schutz erwächst gegen die Gefahren, die es bedrohen. Auf die Zeit schieben wir die Schuld, auf die Macht der Verhältnisse, wenn die Forderungen der Religion nicht ihre Erfüllung finden, ohne zu bedenken, daß eine jede Zeit ihre Sorgen hat, die Verhältnisse nie unüberwindlich sind. Hingabe an Gott und Seinen Willen, im einzelnen Opferfreudigkeit für dieses oder jenes Gebot der Lehre sind G. s. D. oft genug zu entdecken. Aber wo es die Selbstentäußerung gilt, das ganze Leben nach Gottes Forderung aufzubauen, den Charakter zu modeln, den Kindern den Beruf zu wählen, da versagt der Wille. Darum zu den Quellen zurück, aus denen unsere Eltern Kraft geschöpft! ״ ספרי מוסרdie Bücher der Zucht“ waren ihre täglichen Begleiter. Unsere Ahnen waren doch sicher jederzeit bereit für den Dienst ihres Schöpfers, aber sie nahmen immer wieder ihre Seele in Zucht und versuchten mit heißem Bemühen