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Jeschurun · 1914-01-01 · Heft 1 (Januar 1914) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 1 (Januar 1914)
Date
1914-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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2 Jeschurun. uns gegeben ist. Durch sie unser Wissen zu bereichern, unser Fühlen durch sie zu erwärmen, unser Wollen durch sie zu bestimmen, das ist daher unser Ziel. Doch auch die göttliche Erscheinung wird von verschiedenen Augen verschieden gesehen. Das ist ihr Reichtum, das ihre Unerschöpflichkeit. Aber auch die Möglichkeit des Irrtums ist hier gegeben. Schon in ältester Zeit heißt es von den falschen Propheten, die auch ihrerseits das Wesen Gottes und Seiner Lehre dem Volke nahe bringen wollten נביאיך הזו לך שוא ותפל ולא גלו על עונך daß sie falsche Erkenntnis vermittelten und Fades, Gefühlsleeres vorbrachten und nicht die Sünde des Volkes aufdeckten, den Willen Gottes mißdeuteten. Und alle Zeiten haben falsche Propheten gefunden. Zwei Merkmale hat uns aber dieThoraüberliefert, und die wahren Propheten haben sie in ihrer Wirksamkeit ununterbrochen eingeschärft, zwei Zeichen, die uns die Echtheit des Wortes der jeweiligen Führer in Israel und seine Beglaubigung und damit uns die wahre Deutung des Wesens Gottes und Seiner Lehre verbürgen: Das eine: ״Wenn du aber in deinem Herzen denkst: Wie sollen wir erkennen, welches Wort der Ewige nicht gesprochen hat? Wenn das, was der Prophet im Namen des Ewigen verkündet, nicht geschieht und nicht eintrifft, so ist dies das Wort, das der Ewige nicht gesprochen (Dt. 18,21f.). Es sind in der nun mehr weit über dreitausendjährigen Geschichte Israels viele aufgestanden und wollten Israel einen anderen Weg weisen als den, welchen seine Väter ihm überliefert hatten. Sie ״weissagten Heil“. ״Sie sprachen immerfort zu den Gottesverächtern: Heil hat euch Gott verkündet; und mochten auch alle starrsinnig ihrem eigenen Sinne folgen, so sprachen sie doch: Uber euch wird kein Unheil kommen“ (Jer. 23.17). Daß der Weg in die Irre führte, hat stets die Erfüllung gelehrt. Wer abseits ging von dem. was die Thora lehrte und forderte, ist zugrunde gegangen, und alle Versuche, das Judentum in Widerspruch mit dem Wortlaut der Thora auf eine neue Grundlage zu stellen, sind gescheitert und haben Führer und Verführte der Vernichtung preisgegeben.

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