Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1־. Jahrgang. Januar 1914 Tebeth 5674 Heft 1, Jeschurun. שויתי ה' לנגדי תמיד das ist Motto und Inbegriff unseres Gesetzes und Leitwort unserer Lehrer. Denn daß er sinne über Gott und fühle für Gott und wolle mit Gott, das ist das Ziel des Juden auf Erden. Er hat uns zu Seiner Ehre erschaffen, das sprechen wir täglich. Aber wir denken es selten zu Ende und beherzigen es fast nie. Wer Ernst macht mit diesem Gedanken, der hat für immer den rechten Standpunkt gewonnen. Der Mensch ist nichts und Gott alles. Und was der Mensch hinieden schafft;, das geschieht allein durch Gott und für Gott. Jeder Eigennutz, alle Ichsucht yerschwindet, jedes Streben das Wohl und Wehe des einzelnen Menschen in den Mittelpunkt zu rücken, von des Menschen Wesen aus seine Bestimmung zu erklären, erscheint verfehlt. Neben Gott haben wir nichts auf Erden. Aber Sein Wesen ist unerforschlich. Wir vermögen Ihm nicht — nach dem Worte der Schrift — ins Angesicht zu schauen. Aber Seinen Spuren können wir folgen, in die Welt uns versenken, die Er geschaffen und schaffend erhält, und was Gott ist und uns bedeutet aus Seinen Offenbarungen erkennen. Natur und Geschichte ist die eine, vieldeutig und oft mißdeutet. Aber Seine Lehre ist klar, Sein Wesen wiederspiegelnd und Seinen Willen. Denn Gott und Lehre ist nach den Worten unserer Weisen nur Eines. Wollen wir unsere Bestimmung erfüllen, so wird es uns demnach nur gelingen, wenn wir nicht Gott an sich zu begreifen suchen, sondern die göttliche Erscheinung, wie sie in der Thora 1