Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 52 (24.12.1935)
- Date
- 1935-12-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2277379-2278097-2278136--09874-2292912- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Senden . Sie mir bis-auf Widerruf ’ die C-Y.-Zeifung 99 Pfennig für das 1. Quartal 1936 zahle ich an den Briefträger. Die Nummern 51,52 sind mir kostenlos zuzusenden. Ort:- - - . {Für Bestellungen, die nadv dem 23. ds. Mts. Lei uns eingehen, erhebt die Post eine einmalige Ver, . spätungsgebuhr von 20 Pf.) -- .Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert senden an: - C.-V,-Zeitung, Vertrieb, Berlin »W15, Emserstr. 4’2 ' J 2 Oliva 9141. des Judentums in Deutschland. ist duniit in drohende (>iäye gerückt. Fellachinernng bedeutet ja schließlich nichts andercs als die Gleich',citiiy teil invii sozialem und geistigem Abstieg. Wieiveit wir heute schau auf diesem Wege sind, mögen einige Beispiele verdeutlichen. Daß die jüdische Bildung der jungen Generation immer schau mangelhaft ivar, ist bekannt. Daß aber, wie das Mittleren-Lager eines Bundes zeigte, laum einer ans derPiitlirrciv-?s-ü 1)vevscliafteines Bundes-, dessen Wlitglieder notabene Kinder aiis guten bürgerlichen Kreisen sind, Wilhelm Meister, Weither,überhaupt die deutselie Klassik kannte, geschweige denn die russischen Klassiker, nichts bau Dostojewski oder Tolstoi gelesen hatte, daß ihnen sogar elementare Begriffe der Ingendbeivegmig völlig fremd ivareu. ist ein erschreckendes Zeichen beginnenden Verfalles und um so bedauerlicher, als ja anzunehmen ist. daß den Jugendlichen die klassischen Surrogate des hninanistischen Ginnnasiums aber die sprachlichen und technischgeisteswissenschaftlichen der Dberrealschnle ebenfalls fehlen. Eine Umfrage auf einem „Grvßheim" eines Bundes ergab, daß van <><« bis 7<> anwesenden jungen und Mädchen nur zwei bis drei schlecht nnd recht ein Instrument spielten. Das waren Kinder van Eltern, bei denen der Klavierunterricht naeli „Anstandspflicht" war. Womit der gesellscliaftliclic 'Unfug vergangener Jahre, nninusilalische.Minder.mit allen pädagogischen Dclireckmitteln an das Klavier zu zwingen, damit siel> das Kind bei gut geiviihlten r'lnlässen prvduzieren kann, uielst gutgeheißen werden sali. Aber ivamit beiviesen wird, das; das Wiusisckie in allererster Vinic als iiberflüfsiger erzieherischer Ballast betrachtet ivird. und ivamit betrüblicherweise das musikalische Interesse des echten Talente van varnhereiu unterdrückt ivird. Zinn Thema Bildungsapatlne: Die Tsithveviu einer WUttlerengruppe hatte eine Italienreise gemaclst nnd erstattete ihrer Gruppe nach der Rückkehr an Hand phatagraphisiher und schriftlicher Nvtizen Beriiht. Man unterbricht sie: „Das interessiert nnS nickst. Weshalb überhaupt llteisen^ hat das einen praktischen Dinn!" Das sind zweifellas die (?in? flüsse van Elternhäusern. van denen inan ja , kürzlich Härle, daß sie es sagar ans Ressentiment verschmähen, in eiü Ntnsenin zu gellen saune sie ja auch seit Jahren kein Theater, mehr besuchen. die ivichtigsten pädagogischen Stützpnntte zur Erivecknng musischer Einpsindnngen aber literarischer Rei gnngen! Aber es ist vielsarh sel>an schlimmer/ Die Drthagraplne der Vierzehn- bis Fünfzehnjährigen ist die van früheren 'lKuschüleru. Da sieht frei van allen theoretischen Erivägnngen das Bildnngsprablem ans. Wenn diese Gesatiren nicht erkannt und ihnen niiht baldigst gesteuert ivird. dann haben wir den geschichtlichen Beweis geliefert, daß die inederträchtige Behauptung .eines jüdiselien tllenegaten zu Reclit bestellt, das religiöse t»gesen des Inden sei unwirklich und nur-die ..ideale Anschauung des 'praktischen Bedürfnisses". 'Notzeiten sind Intubatiansepachen des geschichtlichen Viaterialisnins. Das Judentum hat sie in der Zeit feiner Dauer mit Beharrlichkeit überstandeu. Es ist die moderne Frage deS, gesamten europäischen Indentuins. ab es die .((rast hat.-den Viaterialisinns der Nützlichkeitsnnd Igveckmäßigkeitsentscheidnng ans füh Iieraus zu überiviudeu. 'Das legitime Iudeniuni aller I>eiten hat seine Legitimität durch nichts anderes.beiviefen als dadurch, daß es gerade in Ieite.ivder N'at — sich zum beei st bekannt tiat. mehr-nach, daß es ihm mit herz und Hirn rettungslos v e r falle n ivar. Bildung ist nichts anderes als Sehnsucht nach dem (seist. Echte Bildung entsteht in der Spannung zwiselien Ditnatiansgebundenlieit nnd Ditnatiansbesreitheit. entsteht in dem tämpierislhen Bekenntnis zur Ditnali.an mid. in dem Widerstehen gegen ihre gegnerischen Viäehte, in der idealen Zuflucht zum adjektiven (seist, ahne ein verantivartungslases, ivirklichkeitssremdes Aingehen in der Abstraktheit nietaphnnscher Dpeknlalion- An die Ditnalion vertiert sieli der Viate'rialist und der Banause,, an die Abslräktheit verliert sich der ßhivärinende Eremit nnd der Philister. Das sind drei T'npen. die nur bei Geiahr des. Verlustes unserer kulturellen Stellung ans unserem .Uren'e zu climinicrcn haben. Damit tritt aber aiich der Begriff der Bildung unter./völlig veränderte Perspektiven. Der 'bürgerlichen ^Gesellschaft in der Jeck ihres..Niedergangs und. in ihren ckiarnktcristi. schon Vertretern bedeutete Bildung Ursprungkicks Universalivissen. spater sfachivissen - und endlich auch ein leicht verdaulicher Teetischästhettzjsmus. ' Entsprechend geftallete: sie ihre. Wldiingsinslilnte. Das (Vimnasinm wurde durch die -Kenlfd>iitc verdrängt, die Universität -wurde ans der Akademie zur Bernssvarbereitiingsanstalt. Die Philvsaphie. die Äintter aller Wissenschasten. das „cheivissen der Unltiir". irnirde das chrerzitiuin einer kleinen Auslese. Die Pshchalagie cntwickelteans sieh heraus He intellektuelle -und .snpraintellektnelle heilghmnastik und schuf sich als härcrkreis daS Damenkvlleg. Bildung war iiielit.Allgemeingut, sviidern Dtandesprivileg. Der „gebildete" 'Mensch 'war znmeist. nur der bürgerlielie Btensch. Van diesen Verirrungen hat man sieli in unserem Ureise freizumacheii. D a iv i e w i r s i e v e r ft e h e n . i ft die Bild u n g S - f r a g e e i n e h a l t n n. g s s r a g e. Bist du ein gebildeter Blensch, das heißt: Bist du ein Menfch. der ,sein Gebell nur van den praktischen Bedürfnissen der Ditnatian bestimmen läßt, vder der darüber hinaus und traß ihrer seine chrjstenz. unter eine hvhere Drdnung stellen null. Diese Urage gehört v v r alle Disknssivne-n über die Inhalte und I-vrmen der Bildung. Wird nach Bildiingshnnger verspürt^ Die wird zu allererst an die bltern gerichtet. Glaubt Ihr tatsächlich die christenz chnrcs .((indes dadurch gesichert zu haben, daß Ihr chms technische Handfertigkeit beibringen laßt, chlaubt Ihr, daß die Berufe b-nrer .(linder lebenSanssüllend nnd lebensbefriedigend sein werden, sa daß sich jeder Ausgleich für täte Dtnnden erübrigt. b-S gibt keinen Grund zu solchem Glauben, denn es gibt heute keinen Berns, der sa wäre, daß er jede geistige Nebenbeschäftigung als Dsnrns erscheinen ließe. Das Bildnngsprablem ist ein <T v c i z e i t p r a b I e m. Wvmit beschäftigtsich der Bernssmensch nach Ieiera^end^ Iür die Mehrzahl der jüdischen. Jugendlichen wird der Berns nicht wie früher die (frsiUlung sein, sandern die.Versorgung iverden. Tie schöpferische Muße wird wichtiger für sie als die D.tnnden der Arbeit. Aber sie iverden ihre Vlnße zu keiner schäpseriseljen geftalteii könnenwenn.ihnen nicht heute alle nach assenstehenden Bildnngsmöglichkeiten gezeigt und zum Gebrauch empfahlen werde». Dpäter ist es zu spät. DeSlialb ist es verfehlt., die .((inder zu früh van den Schulen z» nehmen. Laßt sie auf den Dchnlen und Bildungsanstalten, solange es nur immer geht. Beschleunigt nicht einen Prozeß, der schau ahne OIut' Iiitnn zum kulturellen Abstieg zn führen droht! Und es gilt eine» Appell an die jüdischen Arbeitgeber. Schaut die jungen Arbeits kräfte. Gebt ihnen Bläglichkeit. die Lücken, ihres Wissens und die Mängel des zu srül, . abgeschlvssenen Bildunasganges aiifznfüllen. zlürzt den Arbeitstag des jüdischen Lehrlings oder Angestellten, zumindest a e r l iiii g e r t ihn nielit. damit der Jugendliche wie sein christlicher .((allege nach Arbeitssehlnß die .((raste hat. znsäßliehe BildnngS- und znsäß- \ liehe Berusskurfe zu besuchen, wie sie .die Bünde jet.ck für ilire Vlitglieder eingerichtet und die Gemeinden, die „Leliranstalt" nnd die Lehrhänser in ihren Stundenplan anfgeiiammen haben. Denkt daran, die Serien zn verlängern, damit die 'Jungen nnd Biädel die-I-ührerschuIen nnd Schnlnngslager ihrer Bünde i und der ' „Vicktelstelle" für einige' Üßachen besuchen können. . Inleßt aber ein Aufruf .an. die Jugendlichen ' selbst. - Werdet nicht priinitiv! Wirtut fielt, au re Arbeit ist sciiiver. Ihr kanimt müde und mürbe, abends ans'dem Gesckiäfr, ans dem Betrieb, ans der Werkstatt, vom Pflug. Laßt 6-ueh nielit nnterkriegen! Beißt die Jahne zusannnen und zwingt d'-uch. nach ein Buch, in die Hand zn nehmen.. I h r seid nach nielit fertig. Ihr habt die Pflicht, an Gneli iveite-rzuarbeiten. im Dienste teurer Person und im Dienste (inrer Gemeinschaft, die nicht ans armseligen, geistig verelendeten, energiegei'chiväelsten b'eisten zen bestehen d a rP Dirschwestts i nd e r--S-i tnati au-ste hen nnd dach übc-rIchr. Das heißt: Tradition wahren, nämlich,, das Bild deS enro« Die Chan uhhn "Feier Julius Brodnitz Bei aller Znrückhaltnng, die wir in der Beranstaltniig van Bersanimlnngcn üben, treten wir in den Tagen unseres Channkka- ^estcs. zn einer Feierstnude zusammen. In dieser bewegten Zeit haben, ivir das Bednrf-. ms, abseits aller weltanselianlielien Betrach- , tnngcn, eine Stundeder Einkehr zu erleben. - Gerade in. Zeiten, in denen -niemand die Frage . ■ beantivvrten kann, wohin unser - Weg geht, milsfen wir uns mit aller Energie solche Stnn- . de» der Besinnung schaffen. Es-ivürde .manches,, um uns und in uns anders bestellt ieiu. lveimwir uns solche Stunden der Besinnung öfter abringon könnten. Die Betrachtungen, ivelchc das Ehännkka-Fest anslöst, schassen den Baden für eine solche Besinnung. Es sind freudige Gedanken, die in jedem, der einer kleinen Minderheit angehört, das.Ehannkka-Hest anslöst. . Es liegt uns gewiß nicht. Siegesfeiern zn verewigen. Nicht der Sieg, der vor mehr als BMI Jahren gegen, eine Uebermacht errungen worden ist, kann für uns der Anlaß zu einer solchen Feier sein. Wir feiern den Gedanken, daß eine Minderheit, die von einer Idee begeistert ist, kein verlarcnes Dasein führt. Nicht Träume van Sieg nnd Äiaeht äußerer Art dürfen uns in solcher Stunde vvrschweben. Nicht um uins schanen wir in dieser Stunde der Bestinuing, sondern in uns muß unser' Blick gerichtet sein. Das° Leben lehrt, daß der Wert eines Menschen/nnd eines Atenschenkreises sich darin zeigt, welche inneren Kräfte ein Unglück in ihm anslöst. ' Wir blicken auf eine Jahrtausende alte Geschichte der Prüfung und der Erprobung zurück. Wir sehen das Wunder, daß wir durch alle Kämpfe und Berfvlgnngen hindurch erhalten geblieben sind. Dieses Wunder erklärt sich dank göttlicher. Fügung daraus, daß unsere Bäter auch in schiversten ^Zeiten in der Beschäftigung mit der Lehre unseres Glaubens immer wieder, auch ivenn alles um sie brandete, Anlaß und Gelegenheit zur Selbstbesinnimg gefunden haben. Für sie war nicht weltliche Macht das Ziel des Lebens. Der Wert des Lebens wurde trotz freudiger Diesseitsbcjahnng darin gesunden, .inwieweit es dem Nicnschen gelungen ist, sein Leben in Erfüllung der . Ans- ' gäbe, die van der Vorsehung einem jeden und jeder Ntenschengruppe gestellt ist, zu einem harmonischen Ganzen zn entwickeln. Glied einer Btindcrheit zu sein, ist eine schwere Aufgabe..' Ter Platz an der Sankt« muß mühsam erobert iverden. In den Anfängen unserer E. V.-Arbeit haben Nur oft betaut, daß es, van hoher Warte gesellen, ein Glück ist, einer.Minderheit' anzugehären. Im Leben haben wir oft genug beobachtet, daß der Fortschritt der Menschheit im wesentlichen nicht van den Menschen ansgeht, die als Kind in-eine goldene Wiege gelegt werden. Nur im Olingen entstellen Kräfte. Wir Juden besitzen ein glückliches Vermächtnis in der Lehre unserer Propheten.' die uns immer wieder predigen, daß die Bewertung eines M'enscheii- .nicht von seinen irdischen Gütern abhängig ist, nnd die ihre Lehre — das ist für uns das Entscheidende — nicht nur gepredigt, sondern gelebt haben. ' Ni'an spricht heute in jüdischen Kreisen so gern von der Entartung der Emanzipationszeit. Wer das Glück genossen hat,-in einem Hanse anfznwachsen, weteli-cs der ersten Generation nach der, Emanzipation angehört, einer Generation, welche die Tugend des jüdischen Ghettolebens mit moderner Bildung und Anfgesthlvssenlieit verbunden hat, der beugt sieh heute ganz besonders vor der Bescheidenheit und Innerlichteit. vor der selbstsicheren jüdischen Verbnndenheit dieser Generation. Ostenn 'wir vor der Gegenwart bestellen ivollen. so können wir die .((rast hierzu nur ans tiefster Verbundenheit mit unserer indischen Glaubenslehre entnehmen. Vielleicht ist-es das eherne Schicksal einer VInarität. daß sie von Zeck zn Zeit neu -das Bewußtsein der Minderheitspflichten erleben muß, um in ihrer Minderheit bestehen zit können. Entartet-war nicht. die Zeit der Emanzipation, entartet waren/, diejenigen Menschen, dio geglaubt haben, es sei die Zeit gekommen, fick) als jüdische Minderheit zn. verlieren. Es- -wird' ans anderer Ntnnde die -Be- . -dentn-ng der Stunde/geivertet Werden. Wir -erheben in dieser Stunde keine Klage. Die-' Stnndc'.mnß sich zu einem Gelöbnis gestglten^ -würdig der Anfgaden zn bleiben, welche das Leben unserer Ähnen-uns stellt. - Sv möge diese Stunde--gesegnet sein! . , . Leo Baeck Eine Frage, die das Ehamikka-Fest stellt,' ist die, worin das T-enten der Ptenschen, die damals den Kampf für ihre Neligivn be-, standen, sein Eigentümliches.hatte, welches die-' geistige Art und Nichtnng dieser Atenschen war. / Tenn jeder wahre echte, jeder geschichtliche Kampf setzt ein Denken voraus, wird durch ein geprägtes Denken beivirkt, Das ist j'a auch der Unterschied zivisckien diesem echten wahren und darum geistigen Kampf und dem bloßen Hader, Zwist und Streit. Jener kommt aus einem Gedanken hervor, dieser, ans der Gedankerckt'sigtcit uiid Geistlosigkeit. Dieser ivNrzelt darum in Egoismus, in der Eigen-- sticht, jener hat seine Wurzel nnd Kraft in' einer Ueberzeugnng. in, einem vpsersähigen Glauben. Das Kennzeichen der Kämpfer jener Makkabi-Zeit war, daß sie der bestimmten Besonderheit des Indentnms -gewiß waren. Cie fanden ihre Eigentümlichkeit und ihren Wert in dem, worin - sie unterschieden, worin sie anders,.waren.' in dem, worin sie ihr Bc- 'sondercs befassen-. Dieses Besondere wollten sie,ststhnlten und gestalten. Sie hatten den Willen zn ihrer geschichtlichen Individnalität. Wissen umdas Eigene ist wieder der Gegensatz zu allem Egoismus, zu aller Selbstsucht. Egoismus ivill für -sich rasten, gewinnen, besitzen: Wille znm Eigenen ringt darum, mit . diesem Eigenen das Höchste zir leisten, wozu-er berufen und. befähtigt ist, selbstlos und deshalb mit ganzem Herzen die besonderen eigentümlichen Aufgaben zn erfüllen, die seine Individnälität ihm stellt. Dieses Wissen und dieser Wille lebte in den Makkabäern und hat sie zn denen gemacht, die sie waren. In jeder solcher Individnalität lebt auch der Wille und die Fähigkeit znm Universellen. Wie der Mensch von dem eigenen festen Platz seines Denkens aus am, ehesten -den Blick für das Bleibende, das Seiende, das Ewige, für-'das. was über ihm ist, erlangt, so auch den Blick für das, was neben ihm-ist, für. das große Ganze, für-das Weltgeschichtliche, für das, worin jede besvndere- Anfgabe ihren Platz und rhren Raum hat. Ans dem Buche Daniel, ans dem messia- ,, nischen Gedanken der Zeit erkennen wir. wie diese Menschen ihres'besonderen bestimmten Platzes dach auch zur Höhe und zur Weite blickten, ivic sie universelle Individualitäten waren, durch ihre Individualität eben universell, w i, r d e.'n. Weil sie im Eignen standen, begriffen sie, iväs hienieden und droben lebt. ' Alfred Hirschberg Jüdische Geschichte ist Mikrokosmos der Menschheitsgeschichte. Otechtes Verstehen der' Geschichte hat nur, wer nicht nur in den Erimiernngsstätten seiner Gemeinschaft wandelt, sondern auch die Zukunft seiner Gemeinschaft will. Der Widerspruch unserer Geschichte, daß eine Gemeinschaft nach Vernnnftgesetzen nicht sein könnte nnd doch ist, enträtselt sich durch die Tatsache, daß nur für unseren geschichtlichen Weg. als zwischen, Macht nnd Geist, zwischen Mehrheit nnd Minderheit.-die Wahl war, den Geist- und die Minderheit gewählt Huven — die Minderheit im Sinne unserer jüdischen Vorstellung vom Rest, der übrig bleibt, ans dem Erwählung und Segen' ruht. Ter Gedanke, daß Per ahasverische Fluch, Merkmal des ivandornden Juden sei, stammt nicht aus , dem Geistesbild , unserer Gemeinschaft. Ans ivelchen „Nesten" unserer Gemeinschaft der Segen ruht, auf denen, die rasten vder ans denen, die ivandern, ivird die Geschichte einst entscheiden, die nur über unsere Generationsörtsühren wollen. p ä i s ch e n Aienschen. 'dessen Bildung in der V i e l s e i t i g k e ick seiner idealen Interessen - bestand, der die flache Einseitigkeit der Aufgabe verschmähte und die drückende Einieiligkeit des Schicksals anfhob.' Das heißt Tradition, wahren, nämlich des s ü,d i s ch e n Vtenschen. der ein geistiger Vleiisch war. weil er niemals ein soziales und geistiges Proletariat in seinen Reihen Bildung ist Haltung! Unbeschadet aller äußeren Schwierigkeiten, sich nnd seiner Tradition treu zn bleiben, Nur so wird mit der Bil-dnngsnvt auch die Eristenznot überwniiden. Hier gibt es keinen Aufschub nnd kein Ende.' Man komme nicht mit dem lächerlichen Einwand: Wir haben leine Zeit mehr zur Bildung, setzt gehen wir an das Praktische.- Keine echte Gemeinschaft ist jemals mit ihrer Bildung am Ende. Aber ist mit ihrer Eristenz am Ende, die nicht mehr die Kraft hat, sich zu bilden. KLAUBER-WK5^HE IN ALLEN FÜHRENDEN WÄSCHE - GESCHÄFTEN WASCHEFABRIK ROSA KLAUBER / MÜNCHEN KLAUBER-WÄSCHE