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Central-Verein-Zeitung · 1935-12-19 · 51 (19.12.1935) · page 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
51 (19.12.1935)
Date
1935-12-19
Page
– (sequence 18)
Language
German
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C.-V.*Zeitung Nr. 51 19.Dezbr. 1935 Brauchen Sie Arbeits kräfte? Fleissige Hände : An einem lrnben; tinfifaltpn Xe^cmbcrliormit- _ ■ fnfl fpimurii. Nur zum juckifcheu '.'(rfiprtc'imrfinici« in der .Roi'eustraße. /. Ijnttcii diesen Besuch ■ auch in Frankfurt-^Breslau/ ägamburg, stvluvder ' irgend" einem anderen Ort machen tönuen, der Eindruck wäre wahrfcheiutich der gleiche geblieben. Es ist kurz vor 1U llljr --.mul) wenige Minuten und die Sprechzeit beginnt. Biele suoische Mailncr snlleu den Warteraum. Junge und alte. Menschen, denen inan-eine lange Arbeitslosigkeit anmerkt, andere wieder — war allein die Jungen — die noch hoffnungsvoller, uubekiiuuucrterin die ZuFuuft blicken. Hier iuerden nur gewerbliche Stelluiigcu vermittelt, laufinännischc Angestellte und Hauspersviial sind einer anderen Abteilung (in der Vinbcnftrafic) zugewiescn. Trüben auf der anderen Leite des Hauses warten die Frauen und Mädels^ auch hier das gleiche Bild. Es hätte nicht der Bemerkung des Leiters' dieser Abteilung..des "Arbeitsnachweises bedurft, dach von Juden mach viel mehr für arbeitslose aber arbeitswillige, jüdische Alenschen getan iverden müßte, und dach auch mehr getan werden kannte, wenn nur alle Juden, die "Arbeit zu vergeben haben, bei Bedarf den jüdischen Arbeitsnachweis in Aufpruch nehmen ivürden. Wir können das aus eigenen, Erleben bestätigen. Ein Telephvnanrus genügt und Sie erhalten fast für jede Arbeit den richtigen Menschen zugewiesen. Bar allein gilt es. ungelernte Arbeiter und junge Menschen ahne festen Beruf, ivenn auch nur zu Gelegenheitsarbeiten, unterzubringeu. Wenige. Mark Verdienst bedeuten , für diese Menschen viel! .Brauchen Sie einen Teppichklopfer, einen Parkettbvden-Abzieher.: einen stvhleuträger ,— sa rnseii Sic den jüdischen Arbeitsnachweis an. Aber auch wenn Sie Ihren Baden aber Ihren Beller räumen wallen, wenn Sie irgendwelche Transporte auszuführen haben, wenn Sie einen Kellner für Festlichkeiten, einen Hausdiener, einen Packer, einen Chauffeur oder sanft für irgend,velche Arbeit einen Menschen suchen,, dann vergessen Sie den jübifrfjen Arbeitsuachivcis nicht. Hier warten die Menschen auf Arbeit, hier ist die Stelle, die Ihnen den richtigen Manu schickt. Ter ArbeitsuachiveiS kennt seine Leuten Er hat einen ungefähren Ueberdlick über die menschlichen und fachlick)en Oualibieten sich an täten derjenigen, die ihn in Anspruch nehmen.' Und wenn es-, einmal nichtgleich der richtige.. Marin ist,-.der Ihnen geschickt wird, -dann machen. Sie ' dafür bitte - nicht den "Arbeitsnachweis ver- .- cmiwvrtlich. : Er bemüht sich redlich. Ihnen'die richtige straff zu verinitlelu, Fehlgriffe sind aber niemals ausgeschlvsscn, auch der Ärbcitsnachweis steht die Menschen nur van außen. Denken Sie bei Ihrer Anfrage aber auch au ältere Menschen, über dreißig, aber vierzig, für. sie ist es besaudcrs schwer unterzukvmmen. Fragen Sie nicht so sehr . „ach dem iAlter, sehen Sie.mehr ans die Geeignet- . heit — auch die Acltercn wollen arbeiten und 'Suchen Sie aber einen Laufburschen, einen Radfahrer aber sanft ein ei. Jungen für leichtere Arbeiten — der jüdische Arbeitsuaclrocis' wird Ihnen schnell den richtigen zniveisen. Hier sitzen nette, aufgeiveckte junge Burschen, die nur daraus ivarten, bei Ihnen arbeiten und ihre paar Mark Verdienst dafür einstecken zu dürfen. ZLein, ein Haudwerksiueister einen Gesellen benötigt, eine Boüscktionsfirma einen Zuschneider, Bügler, Stepper aber irgend einen anderen beruflich, ausgebildeten Menschen — der jüdische Arbeitsnachweis hat auch sie au der Hand. Wir trafen an einem Vormittag dort Scblvsser, Lptiker-: Bäcker, Konditoren, Schneider und tielerlei andere. die beruflich durchgebildct sind. Wir wünschten jedem Inden, der eine Arbeit zu vergeben hat, daß er gleich uns einen Vormittag auf dem Arbeitsnachweis verbringen könnte. Er würde dann in jedem'Bedarfsfälle an ihn denken/ Hier wird aber nicht nur bürokratisch gearbeitet und vermittelt. Hier herrscht warmes, ineuschliches Mitempfinden, die Arbeitsuchenden sind nicht Ruiumeru, sie werden persönlich behandelt, . es fehlt nicht au freundlichen llüorten und vbü'vhl die Rat ans vielen "Augen spricht, der ruenschliche, jä fast freundschaftliche Ton läßt manches Elend vergessen. Und das ist eigentlich das schönste Zeugnis, das man einer Stelle ausstellcn kann, die Menschen.Helsen soll, wieder Arbeit und Brat zu finden. Drüben in der weiblichen Abteilung ist es nicht viel anders. Der Andrang ist zwar vor den Feiertagen nicht so stark, aber auch hier gilt es, in erster Linie ungelernten Arbeitskräften zu Derdienst zu helfen. Es kann weibliches Personal für alle gewerblichen-"Arbeiten vermittelt werden, die -für Frauen in Frage kommen. Auch für gelernte Berufe, wie gute Näherinnen. Pustmacherinnen, Lederarbeitcrinnen, ' Direktricen,- Fachschneider,,,-. neu» Plätterinnenfür- Neuwäsche und -für viele andere Zweige fraulicher Tatrgkc it sind ch,er stets Bewerberinnen vorhanden. - Eine gewisse Entlastung hat die -Vermittlung geht dadurch erfahren, Baß manche jungen Madels, die bisher solche Stellungen suchten, .sich entschlossen auf Hauswirtschaft un,gestellt haben: Im übrigen gelten die gleichen Grundsähe und Bedingungen, ,vie wir sie oben schilderten und deshalb auch-die gleiche Forderung: Vergeht den jüdischen 'Arbeitsnachweis mCl)t' H. W—1. Die Rassengesetze , bei der Arbeitsvermittlung Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat den Landesarbeitsämtern und Arbeitsämtern die Nürnberger Gesetze mit einem Erlaß zur .Kenntnis gebracht, in dem darauf hingewicsen wird, daß die Gesetze nebst ihren Ausführungsbestimmungeu für die Durchführung der Arbeitsvermittlung von weittragender.Bedeutung feien,, namentlich für, die Vermittlung. vvitz Frauen und Mädchen in der Hauswirtschaft. Die gesamte Arbeitsvermittlung habe sich künftig nach diesen Gesetzen und- Verordnungen zu richten. Er mache daher die Beachtung dieser Gesetze und An-, vrdunngen und der barin zum Ausdruck kommenden weltanschaulichen Grundsätze den Laudesarbeitsämtern und Arbeitsämtern bei der Arbeitsvermittlung zur besonderen Pflicht.' Oer?rIvatI)AnkLer Wir lesen in der ,„F r a n k f u r t e r Zeitung": „Wer die Entwicklung des Privatbankierberufes vor und nach der. letzten Bankenguete genauer verfolgt hat, kann au der folgenden Wertung des Gesamtstaudes, die dem neuesten Heft von „Tie deutsche Volkswirtschaft, Nationalsozialistischer Wirtschaftsdieust" entnommen ist, nicht vorübergehen: „Die Tatsache der sich mehrenden Liquida- . tionen von Privatbankgeschäften, wirft — „nabhängig von den, zu lösenden Rassenproblem — die ,vi'rtsck>aftlichc Frage nach der Zukunft eines nicht unwichtigen Teiles der Kreditorganisätion, nämlich der Privatbankiers, auf. Der solide und anständige Privatbankier hat gerade-in der nationalsozialistischen Wirtschaft eine nicht unwichtige'Ausgabe zu erfüllen und bringt vielfach dafür auch ein besonderes Matz an Eignung mit. Er verfügt 'in. seinem Geschäftskreis oft über eine - geimue stenntnis derörtlichen -Verhältnisse, der privatwirtschaftlichen. Pud volkswirtschaftlichen stredltwürdigkeit- -dev wirtschaftenden' Menschen--? lind nicht, zuletzt auch, soweit er es sich verdient bat,über das gerade im Kreditwesen* ,incrlgßl,cl)e> .Vertrauen, seiner stundschaft. . Auf dieser Gruiid- , läge ist er imstande, die Eigenschaften zu entwickeln, die heute besonders gefordert werden müssen, Unternehmergeist, Privatinitiative, gepaart. mit persönlichem Verantwort,ingsbewiitzt- , sein. So vermag er auch . volkswirtschaftliche strafte auszulösen, die in einer entpersönlichten Wirtschaft vielleicht verkümmern müßten. In dem Kreis der großen deutschen Kreditorgünisationen, der Großbanken mit ihrem ausgedehnten Filialnetz, der großen Prvvinzbanken, des Sparkassenwesens, der Genossenschaftsbanken usw. hat deshalb grundsätzlich der Privatbankier Aufgaben, die ber seiner Ausschaltung von anderen Kreditinstituten vielfach nicht restlos ausgefüllt werden - könnten. Das historische Verdienst des Privatbaukierstaudes liegt insbesondere im Aktivgeschüft in der Förderung des Kleingewerbes,-kleiner und ' mittlerer Jüdustrieunternehmungen, -vku, Großhaudelssirmen, Einzelhandelsgeschüft<m usw. Ans der anderen Seite hat sich gerade der Privatbankier auch Verdienste in der -Pflege des Rentenmarktes und der sorgsamen Placierung festverzinslicher Wertpapiere — seien es Reichsanleihen, Länder- und Staatsanleihen, Kommunalanleihen, Pfandbriese, stommunalobligationen usw. — erworben ..." „Es wäre deshalb volkswirtschaftlich „bedauerlich", — so heißt es in der „Frankfurter Zeitung" anschließend — „wenn mit der Ausschaltung des nicht geringen jüdischen Einflusses im Privat-- ' bankiergewerbe die Institution des guten soliden Privatbankiers als'solche zu völliger Bedeutungslosigkeit verurteilt würde." , Ein Lohusteuer-Sammelerlaß des Rcichsfiuanzmiuisters enthält, wie die Zeitungen berichten, a.uch Vorschriften über den. Abzug der .Kirchensteuern vom E i n k v m m e u. Grundsätzlich würden Zahlungen an eine Religionsgesellschaft nur dann als abzugsfähige Sonderausgaben gelten, Menu die Gesellschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt fei und es sich bei den Zahlungen um Steuern handele. Freiwillige Leistungen an eine Religionsglfiellschaft seien nicht abzugsfähig. Auch die S y n a g o g e ng c m e i n s ch a f t e n seien in den meisten Teilen des Reiches Körperschaften des öffentlichen Rechts. A. MÖBELTRANSPORT Möbeltransporte, Umzüge, Lagerhäuser, Spezialität: Ausland Vom. Palästina - Amt empfohlen li bersee Berlin-Wilmersdorf Wilhelmsaue 36 Tel.: H 6 7236. 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