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Central-Verein-Zeitung · 1935-12-19 · 51 (19.12.1935) · page 16

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
51 (19.12.1935)
Date
1935-12-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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,,TT a j n r eil e n‘‘ gemäss die Einsetzung des Legisliilive Council für Februar 'bevor* l eh t. In englischen Kremen sei mau der Ansicht; so heisst es in der Zeitung weiter, dass; der .Council den Charakter einer beratenden Körperschaft tragen Solle, wahrend die Araber iordern, dass ihm alle Prärogativen eines Parlaments zugestanden werden. „Hajarden“ weiss auch von einer ..geheimen Vereinbarung“ zwischen dem High (omm'issione.r und der Jewisli Agency über den Anteil der Juden \ am - Legislative ( ouncil zu erzählen. Danach .soll- -der..High Commissioner -darauf eingegangen sein, - dass die Juden.sich ein Jahr lang an dem Council nicht heiligen; Gr erwarte, dass s>ct> die Juden inl Laufe dieser Zeit davon uberzeugen wurden-, dass die -jüdischen Interessen durchden Legislative Council nicht geschädigt werden. Der Vorsitz im Legislative Council solle dem Präsidenten des Obersten Gerichtshofs übertragen werden. Das Organ des Grossmufti. „E 1 L i w a“, erklärt. die Bildung des Legislative ( ouncil stosse deshalb' auf Schwierigkeiten, weil der Iligh Commissioner wünsche, dass die Zahl der Vertreter .der*..Negierung im Legislative Council grösser sei als die Zahl der Vertreter der. Bevölkerung. Eine der arabischen Parteien (gemeint ist die Partei (die des Mufti)-\enlschieclene Gegnerin dieser Nashashibis) sei bereit, auf. diesen -Vorschlag ein-- zugehen, während eine andere arabische Richtung Regelung sei. , - , -. ... Kieme ^nkra§en über Palästina im englischen Unterhaus Im Unterhaus fragte Sir E. Graham- Little den Minister für die Kolonien J. 1L Thomas: ob im Hinblick auf die Läge der Juden in Deutschland'■■'uml zu ihren Gunsten sofortige Schritte unternommen werden würden, um die Quote der jüdischen.Einwanderung nach Palästina zu erhöhen. Minister T h o in a s antwortete: Was Einwanderer betrifft, die als Arbeitnehmer nach Palästina kommen; so werden 500 von den vor kiiizem der Jewish Agency for Palestine als Vorschuss, für die laufende Halbjahrs-Arbeiter- "Sch'edule übe, gehen,-n 1000 Einwänderungszertifikaten deutschen Juden zugeteilt werden. Wie ich erfahre.■ untersuch! gegenwärtig die-Palästina-Regierung die Möglichkeit weiterer Erleichterungen fiir die Zulassung .deutsch-jüdischer Einwanderer anderer Kategorien. Es wird „jedoch darauf Wert gelegt werden, dass das Ausmass-der Einwanderungnach Palästina zu jeder Zeit vom Iligh Commissioner im Verhältnis zu der Aufnahmefähigkeit des Landes bestimmt Wenige-Jage später kam im Verlaufe einer Debatte im Unterhaus'wiederum die Palästina- Frage zur Sprache. Der' Abgeordnete Toni S.ni i t h fragte den Kolonienmiiiislor J. 11, Thomas. worauf die Ver/ugerimg in. der Verleitung der Zertifikate zunirkziilühren sei. , . Kfdonietiminis.Ier Thomas enviderhVdn»* die Schedule für das Halbjahr (»klobcr 1933 bis März 1936 bis jetzt noch nicht festgesetzt, aber 1000 Zertifikate als Vorschuss Antang November ausgegeben worden seien. Die Vorschläge der .lewist. Agency fiir die Schedule seien aus unvermeidliche,,' Gchnd-m verzögert und erst am ü. Dezember dem High Commissioner unterbreitet worden, der die Angelegenheit jetzt 1 Tom Smith bat dann weiter um Aufklärung über die Sperre und Lizenzen für die ärztliche Praxis in Palästina, besonders im Hinblick auf die Tatsache, dass eine Anzahl jüdischer Aerzte aus Deutschland sich bemühe, in Palästina eim4 -Praxis aufzubauen. Kolonienminister Thomas legte die neuen Bestimmungen dar über die Lizenzen liir Aerzte (vergl. C.-V.-Ztg. Nr. 47): die Einführung der Sperre Sei erfolgt, weil das Anwachsen der Zahl praktischer Aerzte in den letzten Jahren zu ernsten Befürchtungen hinsichtlich des Lebensunterhalts der bereits niedergelassenen Aerzte Anläss gegeben habe. . Weitere Fragen bezogen «ich auf die Teilnahme englischer Firmen an der bevorstehenden Levante-Messe 1930; Von Regierungsseite wurde hierzu die Erklärung abgegeben, dass die Abteilung für überseeischen Handel die Teilnahme britischer Firmen an der Levante-Messe fördere. Vorkehrungen für die Einrichtung eines Informationsbüros, wie es 1934 bestanden habe, «eien getroffen worden. Eine Frage, ob die Regie-, rung eine besondere Subvention zur Förderung britischer Aussteller—auf der Messe gewähren werde, wurde von dem Regierungsvertreter Captain Wallace verneinend'beantwortet. Auf eine entsprechende Frage des Abgeordneten Caphiin S t r i c .k l a h d gab der Kolonienminister bekannt, dass die Kosten der neuen Asphaltstrasse zwischen Jaffa und Haifa auf 250 UUO Pfund geschätzt würden, wobei die für diesen Zweck vorgenominenen Enteignungen von Grundstücken usw., deren Eigentümer entschädigt werden müssten, nicht einbegriffen seien. Bis jetzt'sei die Strasse in einer Länge, von IS Meilen fortiggostellt: augenblicklich' werde aber nicht 'daran gearbeitet, was narb seiner Ansicht auf klimatische Umstände e zurückzuführen sei. Der Bau eines weiteren Abschnittes der Strasse werde in Kürze wieder aufgenommen werden, wodurch 150 Arbeitern für drei Monate Beschäftigung gegeben sei, ' » Auf eine weitere Anfrage: antwortete der Kolonienminister, dass dem - englischen Unterricht in allen Schulen, die von der. palästinensischen Regierung unterhallen wurden, besondere Aufmerksamkeit geschenkt werde. Erwägungen über zusätzliche Maesnahmen für den Ausbau des englischen "Unterrichtes würden vorgenommen. Nach einer Statistik würden öS Prozent der gesamten Schüler in öffentlichen Schulen unterrichtet. Besondere Zahlen für subventionierte oder andere Schulen seien nicht verfügbar. Die Orange auf dem Weltmarkt Der'Leiter der Jaffa Citrus Exchange, S. T o 1 - kowski, hat im Juni d. J. eine .Reihe von Ländern im halbamtlichen Auftrag besucht, um über verbesserte Einfuhrbedingungen für palästinensische Citrusfrüchte zu verhandeln. Dabei handelte es sich vornehmlich utu folgende Punkte: .- ■ ■ 1. .lö Prozent des Gewichtes jeder palästinensischen Citrussendung entfallen auf die . Verpackung. Tn allen Ländern, die Oewichls- - -zolle erheben, ist dadurch diejaalä6tinensi6che ■ Ware: gegenüber den italienischen und ' spanischem Fruchten; die nach den europäischen, ■ Märktel! in Wagenladungen ohne besondere- Verpackung versandt werden, benachteiligt.-; 2, Die Grapefruit, deren Anteil an der pa- ■ lästinensischen Ernte auf mehr als 15 Prozent gestiegen ist, wird in vielen Ländern als Luxusartikel betrachtet und entsprechend hoch verzollt. ' 3, Palästina hat infolge seiner handelspolitischen Unfreiheit keine Zollvorteile anzubieten und kann andererseits auch keine Kampfniassnahnien ergreifen. 4. Die Devisenzwangswirtschaft in wichtigen Absatzländern.erschwert den palästinensischen Citrusexport. Ueber die ' Ergebnisse seiner Bemühungen veröffentlicht Tolkowski jetzt, zum Beginn der neuen Ausfuhrsaison, einen aufschlussreichen Bericht:. Oesterreich bewilligte eine Halbierung des Grapefruitzolles und eine Freigrenze von 13 Prozent des Gewichtes für Orangen, Belgien versprach, die Bitte um Zollsenkungen zum besseren Ausgleich der belgisch-palästiuensischen Handelsbilanz nochmals in Erwägung. zu ziehen. Die Tschechoslowakei befreite die Jaffaorangen von der kostspieligen Gesundheitsprüfung und senkte den Zoll um 13 Prozent. Eine Senkung der Grapefruitzölle ist wahrscheinlich. D ä n e m a r k erklärte sich schliesslich damit einverstanden, ein Einfuhrkontingent von 65 000 Kisten, mit dessen Lieferung schon jetzt begonnen werden kann, zuzugeetehen. Ursprünglich wollte die Regierung (Jas Kontingent auf 61 000 Kisten gegenüber einer tatsächlichen Vorjahreseinfuhr vop 91000 Kisten beschränken und die Lieferung .erst ab Mai 1936 gestalten. - Weitere Verhandlungen schweben. Frank'-, r e ich drosselt die Qrangeneinfuhr ays fremden Ländern zugunsten seiner Kolonien, Ob von der geringen freien Quote etwas für" Palästina übrigbleiben wird,-hängt von dein Ausgang der ” französisch-spanischen Verhandlungen ab. Die schwebenden Verhandlungen mit Deutschland werden als aussichtsreich bezeichnet. Ungarn hat ein Kontingent von 1500 Tonnen für die laufende Saison bewilligt, den Grapefruitzoll von 30 auf 6 Goldkronen ermässigt und vor allem die Devisenbeschaffung für den Citrusimport, die nach den bisherigen Bedingungen der Natiorialbank die Einfuhr in prohibitiver Weise verteuerte, etwas verbilligt. Die Sch w e i z hat eine ISprozentige Gewichtsfreigrenze und eine erhebliche Senkung des Grapefruitzolles zugesagt. Tolkowski verbindet mit seinem Bericht den Appell an die palästinensische Bevölkerung, . beim Einkauf ausländischer Waren die Erzeugnisse derjenigen Länder, die den Exportwünschen der palästinensischen Citruswirtschaft entgegengekommefr sind, zu bevorzugen. Auslandsnachrichten Die Palästina-Wirtschaft Wenn sich auch die Unternehmungslust, noch •nicht restlos von dem durch-die Herbstkrise erlittenen ■ Rückschlag erholt hat. so kann doch das Wirtschaftsleben im ganzen als völlig normai>'siert gelten. Die. Aussichten dos , Citrusr expertes hahmi - -sich nach den anfänglichen PreisenItäuschmigen am Londoner Markte wieder gebessert, der Kapital/uslrom hält in üherrascliender Stärke'-an. die Bückflussbe.wegnng am Pfaiüibriefmarkt ist -durch eine neue Nachfrage.welle - abgclöst worden, und die Baupkumimeii nehmen zu. wobei die zahlreichen. Neusiedlungen landwirlsehaltlicher und vor- ' städtischer Art; für dm in den letzten. Wochen die'Grundsteine g. legt wurden, eine bedeutende Rolle snielen. Die Einwanderung betrug in den ersten zehn Monaten dieses Jahres n2 341 Menschen, das sind 10 0U0 mehr als im gleichen Zeitraum." des Vorjahres. Die Neueinwanderu.ng' ist noch stärker gestiegen, da die in der Gosamlziffer enthalt..me Zahl der nachträglich. . legalisierten Tourislen geringer war als 1934. Man schätzt, da-s die -Einwanderer allein im Monat Oktober eine Million ER. neues Kapital ins Land' gebracht haben. Der An.glo-I’alestine Hank sind in dieshm Monat 396 000 LR. neue Depositen aus dein Ausland zugefiossen. Die Tenuva, die groses. Vertriebsgenossensehaft für die Frzem'iiisse der lhndwirtschaftlichen Arbeiters! 'Ölungen. verkauf,- i-hi Oktober OOOOlH) Eier; das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um IR Rrezent. In den anderen Geschäftszweigen der Tenuva >- insbesondere der Milctiprodukte - - ist die Absatzmenge um 55 Prozent und darüber gestiegen: die Preise wurden gesenkt. Frische liilau DeiOr werden in Zukunft von der Regierung mit einem .Stempel, gekeiiu/eichpct.- ' . .... Palästinas V arenemtulir in den letzten sechs Monaten'■-laufenden Jahres stellte dich auf 9.61 (acht, 61) Millionen ER. das sind 1.6 Millionen oder “23 Prozent, mehr als mv gleichen Zeitraum im. ersten Halbjahr 1933. Palästinas Einfuhr aus FmHünd stieg \on UM Millionen I.R mit. Halbjahr 1934 auf 1.H im 4. Sennder 193\ seine Ausfuhr dorthin von 1.04 auf 2.IW Die Handelsbilanz ist - also Zugunsten Palästinas aktiv, geworden. Im gleichen"" Zeitraum' stieg 'dieEmlulir aus Deutsch-, Lind von 0.96 auf 1.99 MdL l.R. wahrend sich die Ausfuhr dorthin von 0,-39 aut 6.23 verminderte. Frankreich -und' Rumänien haben beschlossen, ihre Beteiligung an der im Frühjahr 1936 «taltfmdeiulen l.evanlemesse in Tel-Aviv auszu- - dehnen und gleichzeitig. weitere Massnahme! ' zur Förderung des Handels mit Palästina vor zubereiteu. Der Kampf um die Haavara. also uni di Uetierführmig jüdischen Deutschland nach Palästina scher Waren hat in der Uefienlliclikeit immer belli nomnien. Jetzt hat die Zionistische Exekutive,- die seit dem Luzerner Kongress die offizielle Verantwortung für die Geschäftsführnug der Haavara übernommen hat, in einer öffentlichen Erklärung festgestellt, dass mau die Tätigkeit der Haavara immer stärker auf die Befriedigung wirklichen Eimvanderungsbe-darfs konzentrieren, aber diese für die Unterstützung der deutschen Juden und den Aufbau . Palästinas lebenswichtige'.Institution unter allen Umständen aulrechierhalteii werde. Die zuständigen Organe der Zionistischen Organisation haben beschlossen, eine jüdische Agrarbank und eine jüdische Induetriebank ins Leben zu rufen. In dieser Woche werden von Emden aus -44 Kühe mit dem Dampfer „Anistel“* nach Palästina verladen. Weitere 1 5 0 Tiere für den Tiansnort nach Palästina werden in -einigen Tagen in Emden eintreffen. - Folgende Waren sind laut neuester Verfügung zu 1 I frei geworden: Dampf- und Motor walzen für Stnissenbearbeitung, wenn für Privatgesellschaften,.'eingeführt, die im Strassenbau beschäftigt sind. Feuermaschinen, Dampfwalzen. mechanische Fahrzeuge und Abfallbehälter. wenn ausschliesslich durch Gemeindeverwaltungen und Lokalbehörden eingeführt werden. Alle Bestandteile "zur Unterhaltung.-dieser. mechanischen Fahrzeuge, wie oben erwähnt, vorausgesetzt, dass diese Bestandteile durch die Lokalbeliörden und Stadtverwaltungen eingeführt und durch die diesen Behörden gehörigen Apparate . bestimmt sind. Verkehrsiiehtapparate, eingeführt von Stadtverwaltungen, für deren eigenen Gebrauch. Abfallperlen. Folgende Rohmaterialien, die fiir die Erzeugung von Glas, feuerfesten Blöcken im Ausmasse' von weniger als 46K3(iX'30 Zentimetern, feuerfeste Ziegel. Sodiumsulphat. Lein-Saat, Gel-, Firnis (Lithographischer Rohe Diamanten, Metallabfall und Stücke von Eisen. Kupfer, Zink, geeignet für die Wiederherstellung von Metall. Schurelzpulver. dl Bezug den!- 11 äs tineusi sehen Formen ange- James G. MacDonald nach Amerika abgereist Am 13. Dezember hat wie die ITA meldet, der ' bisherige Volkerbundsoberkommissar für Auswandererfürsorge, James G. MacDonald. an Bord des Dampfers ..Manhattan“ von Cherbourg aus die Rückreise nach den Vereinigten Staaten angetreten.' James G. MacDonald wird .bekanntlich sein Amt demnächst niederlegen. . Die Stadtgomeinde Tel-Aviv hat der' Führern! der Jugendalija-Rewegung ltenrietta Szold in Anerkeünunng ihrer Verdienste auf dem Gebiete jüdischer Sozialfürsorge das l-.brenbürgerreeht' verbellen. Mi-s Szold ist die eiste Frau, der diese Ehrung zuteil wird. die Konferenz fiir die Herabsetzung der Preise im Hinblick aus die Senkung der Beamtengeljältee. aussprach. Bei den Wahlen zur Warschauer Advokatenkamiuer hat die nationaldemvfratische Liste einen Sieg über die Liste der Negieruiigsanhänger exruiigeii. In die Leitung der Kammer wurden fünf Natioiialdemokraten und ein Jude gewählt. Tie Landeskonferenz der polnischen Bauernpartei. '(Vo^kspartoi).'.in Warschau hat. sich u.- a. auch mit der Judeufrage beschäftigt. Tie Konferenz nahm eim; Ne-solutiow an, die sich gegen den Antisemit-ismus und für die Gleichberechtigung der Juden ausspricht. Ter. Polnische Senat hat in seiner letzten Sitzung den Oberrabbiner; Professor Tr. Moses Schorr mit 80 Stimmen zum Mitglied der Bildungskommission gewählt. In dm finanziell-wirtschaftliche Kommission wurde Senator T r o ck e n h e i m entsandt.. Polnische; ükrärnischo und jüdische Teilnehmer einer Versammlung zum Protest gegen die Zuweisung abgesonderter Plätze für jüdische Studenten an der Lemberger Technischen Hochschule wurden von nationaldemokratischen Studenten überfallen. Es kam zu einer Schlägerei, die auch auf die umliegenden Straften Übergriff. Drei Juden wurden schiver verletzt, mehrere andere erlitten leichtere Verletzungen. Die. Polizei nahm einige Verhaftungen vor. In der Versammlung hatte auch der Professor der Lemberger Universität, Szymkiewicz, eine Ansprache gehakten, in der er die von den Nationaldemokraten organisierten Judenexzesse schärfstens verurteilte. -Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt,, wird demnächst durch eine Verordnung die jüdische Gemeinde der Krakauer Vorstadt Podgorze mit der Krakauer Hauptgemeinde vereinigt werden. Die Juden der Ortschaft Skwanin, die bisher zur Podgorzer .Gemeinde gehörten, werden der Gemeinde Wieliczka angeschlossen. In der vergrvfterten Krakauer Gemeinde soll noch vor Pessach die Neuwahl der Gemeindevertretung durchgeführt werden. Rumänien Die aus Vertretern der jüdischen Gemeinden und Großorganisativnen Rumäniens zusammen-. gesetzte und die Gesamtjude.nschast des Landes ohne Unterschied der politischen Richtung repräsentierende Abordnung, die vor kurzem bei Innenminister Jon Jnculet Beschwerde über das Ucberhandnehmen der antisemitischen Propaganda geführt hat, ist nunmehr auch von dem Ntinister- Präsidenten Gheorghe Tatarescu empfangen worden. Die Mitglieder der Deputation setzten dem. --Ministerpräsidenten' auseinander, welch gefährliche Lage für die jüdische Bevölkerung infolge der .. .ungehemmten antijüdischen Pressehetze geschaffen wurde. In seiner Antwort versprach Ministerpräiidciit Tatarescu, daft die schärfsten Matznahmen zur Ausrechterhaltimg der Ruhe und Ordnung im ganzen Lande getroffen werden --würden. In der letzten Sitzung der rumänischen Tcpiitiertenkanimer befaftte sich der Führer der radikalen Bauernpartei und frühere Justizminister Grigvre I u n i a nin-eiuer-Anfrage an den Innenminister mit den judenieindlichen Ausschreitungend in Bukarest anläßlich der Wahl des - neuen Vorstands der Advokatenkammer. Nachdem auch der Vizepräsident der Kammer, Mircea Djuvara,. die Haltiing der"Behvrden verurteilt hatte, die diese Unruhen nicht verhinderten, erklärte Innenminister Jon Jncuder jüdischen Kaufmannschaft - Polens" -- l e t, es fei ganz und gar nicht zu erwarten, daß ^.- - - eine neue Negierung aus Mitgliedern der antisemitischen extrem rechten Parteien gebildet werde. Der Minister versprach, eine Wiederholung judenseindlicher Ausschreitungen mit allen Mitteln zu verhindern. Griechenland- Der vorläufige Leiter oe? griechischen Kultnsmim-ilertum«,' P hillipide 4 i— ein neuer KiilfuM’.-tnihcr wurde seit dein. Rücktritt der früheren Negierung noch nicht ernannt — empfing eine jüdische Abordnung unter Führung des Oberrabbiners Tr.-Ko r e tz und versprach volle Unterstützung der jüdisch-kiilturelleu Arbeit. Die Athener Tageszeitung „Patris" veröffent. licht ein Interview mit dem Oberrabbiner Dr Zwi Koretz. in dem dieser den Plan der Schaisiliig eines Verbandes der jüdischen Gemeiiiden Griechenlands nach ausländischem Muster entwickelt. Der Lberrabbiner erklärt, ein solcher Verband sei im-Hinblick auf die Notwendigkeit, den Bestand der jüdischen Gemeinden Griechen- / lands zu sichexn und ihre gemeinsamen Interessen zu wahren, dringend erforderlich. Holland Dem Inspekteur des Sanitätsdienstes der kvnigl. niederländischen Landstreitkräfte, Generalmajor S. W. Praag, wurde in Anerkennung seiner Verdienste als Organisator der Expedition des niederländischen Roten Kreuzes - nach Abessinien von der Präsidentin des holländischen Roten Kreuzes. Kronprinzessin Juliaiia. das Verdienstkreuz feierlich überreicht. An der Expedition nimmt auch der., bekannte Amsterdamer jüdische Ehirurg Tr. A. Evlaco Belmvnte teil. Anläftlickh der Wiederkehr des Tages, der Judenemanzipation in. Ungarn werden in den verschiedenen jüdischen Gemeinden Fest- und Gedcnkgottcsdienstc veranstaltet. Ter Abgeordnete Dr. B a z s o n tj i würdigte hierbei die Verdienste seines verstorbenen Vaters Dr,WilhelmVazsoiuji, der 1947 von König Karl zum Justizminister ernannt worden war, um die Erringung der bürgerlichen Gleichberechtigung / für die Juden . Ungarns. Er wies dabei darauf-hin. daft Wilhelm Vaziviiifi seinen Kampf nicht nur .gegen, die Judenfeinde führen mußte, sondern auch gegen die jüdische Plutokratie, die damals die emanzipationsfeindlichen reaktionären Kreise stützte. Litauen In einer Pressebesprechung betonte der. Generalsekretär . der litauischen Nationalen Front (Regieriingspartei). daß die Partei an dem Grund-' sah der Gleichberechtigung aller Bürger Litauens sesthaltc und daher der Ansicht sei, daß eine Kampagne gegen bestimmte Naivnalitäten nicht ziigclasscn iverden dürfe. Der Antisemitismus miisie aus dem öffentlichen Leben Litauens verschwinden.' . Vor kurzem wurde der Etatsvoranschlag der Stadtvcrivaltung von Kaunas für das kommende Jahr vervifentlidjt. Zum Erstaunen der jüdi- Iclfen Bcvölferii'ng enthält der Entwurf keine einzige der Bcihilien, die bisher jüdischen kulturellen iind sozialen Einrichtungen von der Stadt gewährt wurden. Aus-drr Provinz wird gemeldet, daß auch dort vielfach derartige „iut'onreiiie" Etats mit» gestellt wurden. Es scheint somit eine einheitliche Tendenz in diesem Sinne befolgt zu werden. Bisher haben die jüdischen Institutionen in ganz Litauen aus nädtiidjen Budgets hundert- ' tausende -Lit an Subventionen'erhalten. Polen . Ain Anregung des Vereins jüdischer Kaufleute fand in Warschau eine Konferenz der jüdischen kansmännischen Organisationend in-den größeren'Provinzstädten und der Vereinigungen der Kleinhändler zwecks Schaffung eines - Zensiart. A'ach mehrslündigen Verhandlungen wurde die Bildungdes Rates -be'dilviieii imd ein aus 17 Bliigliedern und vier SteUvertretern bestehender Ercfulivkvmitee gewählt. Zum Schluß wurde!'. ivirtjchastlichc Fragen behandelt, wobei sich

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