Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 51 (19.12.1935)
- Date
- 1935-12-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Glas, Porzellan Alfred Schaeffer Sgfcff M. d. j. G. jüdisches erlsalten hat, sind Channkka- Leuclster en!standen, die.als anfschlnßreiche engen v v l f * f u lr |t t c risch e r Neignil-- gen gelten - dürfend - Ans Polen,. aber mul, aus deutschen ländlichen Bezirken kennen wir d iiannlka-Leuchter aus schlichtem iUictalL, aus ,bneu, Blech.. Plan merkt der Nlenvra aus Polen an-, welche -jdjlidjtc Liebe, nnd welche, Freildc il,re anspruchslosen Farmen gebildet haben. Ter- Name „Channtka-Eisen". nüt dem in Süddeutschland noch heute Menorot selbst aus edlem Material, bezeichnet werden, läßt auf die Verbreitung dieser Volkskunst schließen. In unseren Tagen, in denen jüdisches Leben neue Ausgaben stellt, haben die alten. ehrwürdigen Shnlbole neue bindende Kraft erhalten, jüdische Künstler suchen Wege, nur.die alten Motive in modernem Gewand erschienen zu lassen. Als ein interessanter Versuch in dieser Richtung beansprucht ein Chanukka-Leuchter aus GlaS Aufmerksamkeit, Plag dieses Beispiel die Selbstverständlichkeit entbehren, mit der.ältere .Leuchter verstanden werden, so . ist die Menora, die über den Wasserturin in Asule ihr Licht in die nächt- Iid)e Landschait Palästinas erstrahlen läßt, wie eine Verlebendigung uralten Gehaltes in einem' jüdischen- .Lebensraüm unserer Tage. Tie Anbringung deS gefchichtlich-reli-' givseir Symbols auf einem Monunregt'jüdischer Arbeit vermag das Gefühl von Stolz und Demut, aus Jahrhunderten aus uns gekommen, zu verstärken. Wo in diesen Tagen die Menora leuchtet, spricht zu Juden die Kraft des jüdischen Symbols. . ausführlich gesprochen.werden. Josef Srn» ger und in neuerer Zeit der ausgezeichnete Hamburger Kantor und Musiker Leon K o rnitzcr, haben die Melodie-aus der Auszeichnung int alten Schlüssel und den damals 1 üblichen Mensuralnoten in die moderne Form übertragen. Wie Kornitzer berichtet, ist der 5.. Saß des 16. Psalms nach einem Motiv gearbeitet, das der Autor mit der Ausschrift versehen hat, die wir. unserm zweiten Intonatione degli JEbrei .tedesci.; . ' Marcello Benßdetto. Mo-aus zur je - schu_ o-ssi. cho-no . eh le-scha-be. Chanukka-Lieder Von Oberkantor Magnus Davidsohn, Berlin Spricht man von Chanukka, so denkt man an zwei kultische Momente,' die für das Fest maßgebend sind. An die Menora und an das Lied.' Teshalb wäre die' Frage nicht Unberechtigt, wieso .wir von Chanukka-Liedern sprechen. Tatsächlich gibt eS in der Judenheit kein volkstümlicheres Lied, alS den be-- bekannten Chanukka-Sang, dessen Äivtiv tvir an den Cingang unsrer Ausfühnlngen gesetzt haben und dessen erste Strophe entweder hebräisch „moaus zur“ oder überseht „Schirm und Schuß" fast jedem Juden geläufig ist. Dieses Lied hat eine so große Volkstümlichkeit erlangt, weil eS aus dem Gvtteshanse in die Familie und von dort aus überall hingewandert ist, wo jüdische Menschen sich am Chanukka zu fröhlicher Gemeinschaft zusaminensinden. Dennoch werden wir später voir andern, fast gar nicht bekannten Chanukkaliedern sprechen. Doch bleiben wir zunächst einmal bei dem bekannten Liede, das in diesen Tagen begeistert gesungen werden wird. Diese Begeisterung prägt sich ja schon im Tempo aus. Kein Choral, keine Elegie. ein Lied in Dur und im Schwung eines Freudenhymnus. Hier sei auch gleich in aller Sesseiülichkeit eine Frage beantwortet, die kürzlich an mich gerichtet wurde. Einem BniideSliede, das gelegentlich einer Chanufkaseier mit hymniscl,-scliwnngvollem Text Vvrgetragen werden soll, ist das Channkkalied als Melodie beigegeben worden. Tie Frage tauet,te auf, ob es gestattet sei, diese aus' dem Gottesdienst stammende Atelodie für diesen Zweck zu verlvenden. Diese Frage kann unbedenklich bejaht werden. Wie das Pladrigal in der Vorzeit ein Bindeglied zwischen dem religiösen und weltlichen Liede wurde, so bedeiltet das Chanukkalied eine Zwischenstufe von religiösem' — und jndischweltkichein Liede, zninal, wenn es für solch würdigen Zweck verwendet wird. Energisch ablehnen aber müssen wir bei dieser Gelegenheit die sogenannten Bearbeitungen jüdisch-gottesdienstlicher und sonstiger religiöser Akvtive durch Kaffeehauskapellen, die z. B. das Chanukkalied richtiggehend verjuzzen. Das Chanukkalied, das sich zum Volksliede entwickelte, stammt auch, wie so viele andere kultische Weisen, aus der Volksliederliteratur. Ter ehemalige Kvnigtzberger Kantor Cd. B i r n b a u in . dessen Arbeit auf dem Gebiete der Forschung jüdisch - kultischer Musik richtunggebend gewesen ist, setzt einer im. Jahre.. 1889 erschienenen Klavierbearbeitung folgende interessante historische Darstellung voran: - , „Ter llrsprung der Channkkamelödie ist arg ein dentscl>es Volkslied znrnckznfnhren: ,So weiß ich eins, was wich erfreut, das plümlein ans preiter Heyde'. Zum erstenmal musikalisch firiert findet es sich in den Cebrerv Melodies von Lord Bvron zu dem Texte ,On «Jordan« bauks*. Ter Text der Hymne gehört spätestens ins in. Jahrhundert und hat laut Akrostichon den Syuagolzendichtcr Mordechaj ben Isaak zum Verfasser. Die Melodie scheint schon um 1450 bei den Juden sehr verbreitet gewesen zu Audere Musikforscher äußern sich in gleichem Sinne. «Hunderte von Jahren hat dieses kleine schlichte Lied in der Tradition fortgeklungen. Cs überdauerte Kampf und Not, Wanderung und Ruhe, und wird fortklingen, wenn die Lichtlein der Menora aufslammen zum Gedenken des ChanukkawUnders. Au den Schluß unserer Ausführungen aber setzen wir den Anfang eines Chanukkaliedes. das kein Geringerer als der große ■ Venetianer Marcello Benedetto, einer der bedeutendsten Psalmenkompvnisteu des 17. Jahrhunderts, arrs der Vergessenheit herausgehvlt hät. Von dem großen Meister, dem die älteste Synagvgengesangsliteratur uncudlich viel zu danken hat, wird hier noch Notenmotiv beigeben. Diese „Singweise" ist das Chanukkalied der Vorzeit, das Benedetto naturgetreu mit hebräischen Lettern von links nach rechts ausgezeichnet hat. Auch von andern Melodien zu dem Text des Chanukkaliedes vernehmen wir,- die in Mähren und Schlesien gesungen wurden. Sie tragen den üblichen Moll-Charakter und sind ohne Zweifel slawischen Ursprungs. Daß unsere Chanukkahymne eine so weite Verbreitung gefunden hat, liegt nicht zum wenigsten an ihrem optimistischen Dur-Charakter. Ja selbst die Segenssprüche vor dem Anzünden der Lichtlein stimmen wir . zunächst in Dur an, um nur bei der Nückerinnerung „in jenen Tagen" aus allem Leid einen kurzen Mollton, wie einen leicht dahinsliehenden Schatten anklingen zu lassen. Alle ursprüngliche köstliche Fröhlichkeit aber singt und klingt aus den Liedern, die am Sabbat-Chanukka angestimmt werden« Hat man im Gotteshause den festlichen Hymnus der Hallelgesänge vernommen, hat man Gott als den Retter aus aller Not gepriesen-, .dann tritt man fröhlich in den häuslichen Kreis und singt „semsr noeli 1'8ellabdo8-etinnnIAra'' schöne, oder in diesem Falle besonders angenehme Lieder für diesen Sabbat. Ganz im Gegensatz zu der sonstigen Elegie wird hier Lebensfreude und Festesglanz gekündet. In dem sonst so kargen Leben unserer Ahnen ist selbst am fröhlichsten Festtag, dem Tage der Gesetzesfreude, nicht so überströmende Freude in den Liedern spürbar, wie am Sabbat- Chanukka. . Der Eingang dieser fröhlichen Lieder fordert gute Speisen und Getränke — all das in besonderer Reichhaltigkeit für diesen Tag. Dann aber wendet man sich wieder an Gott,' dem Retter aus aller Not. Welch rührend demütige und doch vertrauensvolle Sprache klingt aus - all den folgenden Poesien. Man singt und spricht, mit einem herzlieben Freund, dankt ihm für alle Gnade, für alle Rettung aus Tod und Not und bittet um weiteren Beistand. Bis zum Ausgang des Sabbat geleiten den Frommen diese Lieder, weiter noch in die fröhliche Chanukkawoche hinein. Einen schier unerschöpflichen poetischen Wortreichtnm haben die hebräischen Dichter, die Paitanim für diese Zeit verwandt. Soweit wir den Sangesweisen dieser fröhlichen Texte nachgehen, finden wir auch hier zumeist einen gemütvollen gelösten . Ton — — dennoch, die dem jüdischen Charakter entsprechende stillheitere und nicht laut lärmender Weise. — Selbst in der strahlendsten Freude. Auftakt zu den Chanukkafeiern , In der Kimbenvolksschple der Indischen -ßc» -meinde tu der Kaiserstraßemn Ale rau der platz fand am vergangenen Sonnalrend in Berlin dre erste Channkkafeier statt. Nicht nur aus diesem äußeren Grunde verdient sie, außerhalb der geplanten- Saminelbesprechnng von Chanukkafeiern behandelt zu-üverden«^eLö'as-"d»-.von- Lehrern und Schülern, von. einer vieltvpfigen Schulgemcin'- scljast, geleistet wurde, war etivaS so Besonderes und Gelungenes, daß es als schönes Beispiel für lebendige und konslrnktive Arbeit in einer jüdischen Schule hervorgehoben werden soll. , Ter . äußere Rahmen blieb der einer schlichten Schulfeier — es wurden keine großen Einladungen verschickt, keine Programme gedruckt usw. — die Veranstaltung selber aber war mehr als eine der üblichen Schulfeiern, bei denen 'der Beifall der erschienenen Eltern und Geschwister mehr dem Aufwand an Mühe, dem Fleiß der Kinder, dem „guten Willen" als der wirklichen Leistung gilt. Man weiß nicht, was man zuerst loben soll. Daß alles so gut klappte, daß der Vorhang zur rechten Zeit ans- und zugezogen wurde, daß keiner stecken blieb, daß der kleine schwitzende Svnsflenr im selbstgezimmerten Souffleurkasten seine Sache ordentlich machte (das einzige Mal, wo man in der Schule soufflieren darf!) — das ist ja alles selbstverständlich. Einmal, bevor das Schönste steigt, tritt ein Junge vor den Vorhang und sagt: „Wir spielen jetzt die Schiiloper .Johann, der muntere Seifensieder'. Denken Sie nicht, daß wir falsch spielen: es ist nämlich moderne Musik." Ja. das läßt sich über die Musik hinaus über alles sagen, was da in der kleinen Aula in der Kaiserstraße gezeigt wurde. Diese Jungen spielen nickst falsch, es ist nichts künstlich ciiigelernt niid eiligepaukt, es wird mit solchem Temperament, solcher 'Begeisterung, so. unverfälschter jungenhafter Freude am Spielen gespielt, daß alle Gefühle von *■’ C.-V.-Le s er trinken nur den Kaffee, Tee« Kakao der Camajo Kaffee GroOrösferei Bremen 4 Vertreter, werden noch eingestellt „Ueberlegenheit" und freundlich-verständnisvollem Wohlwollen beim Zuschauer schon nach den ersten zehn Minuten verschwinden nnd ersetzt werdeti durch die der ehrlichen Achtung vor dem, was hier geleistet wurde. Das Programm bot eine bunte Folge von musikalischen und rezitatvrischcn Tarbietungeli. Neben einem lustigen biblischen Spiel „Joseph belltet die Träume" mit wunderschönen selber angesertigten Klilissen und Kostümen, besonders eindrucksvoll und lehrreich, eine Hörfolge aus den hebräischen Kursen. Höhepunkt: Die schon erwähnte Lchulvper. Ta wird, unter Leitung des Musiklehrers Robert Alt, alles: Ntllsik. Sprache, Spiel zur Einheit,, zu einem tönenden und schwingenden Kinderkarnssell, das man, atemlos vor Spannung, mit seiner bunten Pracht an sich vorbeidreheil läßt. Geht man zmii Schluß hinaus in den kalten Tezemberabend, dann weiß man, Mid es ist eine gute Geivißhcit: Alle Sorge und Nvt der Zeit kann nicht stark und unerbittlich genug sein, um diesen jüdischen Kindern atis der Volksschule am Alexanderp.latz die Freude, die echte und naive Freude zu nehmen. H.B-n. Die Chanukkaerzählung Von Richard Wilde lieber daS Land Palästina herrschte AntiochoS ans deiil Geschlecht der Selenkiden, dem höfische Schineiciiler den Namen „EpiphaneS", der Erlanchte, he igelegt hatten. Sein Vater, AntivchvS der Große, hatte Jerusalem erobert, hatte aber nicht an den Tempel ^alomoS .gerührt und hatte diirch seine- Milde die Inden für sich gewonnen. Sehr jung war AntivchvS Epiphanes zur Regierung gekommen.. In Rom erzogen, tvar er erfüllt vom hellenischen Geist, dem er auch in seinem Reich Geltnng'zn oerschaffen suchte. Wenn eS nicht anders sein konnte, mit den Machtinitteln dev Staats. Doch da waren diese Inden, die hielten starr an ' dem Bnnd fest, den sie angeblich mit ihrem Gott geschlossen hatteil — Antivchos empfand eS alS Herausforderung.. Warrw nicht der «Herr über Leben lind Tod^ Sollten diese Menschen, die nur einen kle'iistK Teil seiner Untertanen bildeten, anders wollen dürfen.als die andern( Sie eingliedern in die Allgemeiiiheit, daß sie in ilir anfgingen, zu einer lintrennbaren Einheit, mit ihr verschmolzen würden: daS dünkte ihn die beste, die einzige Lösung dieses «Konflikts, der ihn mehr und mehr beschäftigte. Seine,Ratgeber. auch jüdische unter ihnen, schürten seinen Zorn. Bis er endlich vecsügte. daß alle Völker unter seinem Zepter nur noch den -stnlt der Griecliengötter Pflegen sollten. Bewaffnete Scharen zogen durch daS Land nnd zroangen Zum TpferiiWor den Elitären dieser Götter — wer sich weigerte, deni Gebotzu folgen, tviirde niedergemacist. ES traf zuerst nnd vor allem dieJJilden: . Viele von innen . mussten stliee Ge setzest re ne niil ilzrenr Blut bezalfleir.' In tiefster Bedrilcknng. iiiimer in der Frircht vor Angebern, fristeten-sie ilir Dasein. ' SH'.is Jerinalenr fort von dein enlioeilftei Heiligiiun, tvar der Priester Viallhatias mi seinen Söhnen Jochaitan. Simon, JudaS. Elcafar und Jonathan nach seinem «Heimatstädtchen Vtvdein geflüchtet. Eines Tages dröhnte der cherlie Klang von «Hörnern diirch die engen Gassen, uild 'da Matthatias und seine Söhlie sich dein Volkanschlossen,., das neugierig nach' deni Plarktplatz strömte, fänden sie dort einen Altar errichtet. Unter Tubenschall verkniidete ein königlicher Bogt, den Söldner Hingaben, den Befehl, zu opfern.' Stilmm und bestürzt standen die Rtänner nud Frauen, ir-o war also die Wahrheit, waS AtatthatiaS ihnen berichtet hatte? Sie hatteii nvcl) gezlveifelt, hatten geglaubt, bis zu ihnen, in dielen verlorenen Winkel, werde die Macht -de» Königs nullt dringen. Und nun sahen sie, daß .man sie nicht''vergessen-, hatte,'daß. eS galt, sich zu entscheiden zlvischen d,em Gott der Vater und diesen neuen, fremden Göttern.. Abermals erhob der Vogt seine Sjiniiiie. Dringender,.''drohetlder. Tie Vtenge" ber-, harrte noch imitier im Schtveigen. Ter Bogt ließ die Blicke s'ehweifen. Sie hafteten ans der ragenden Gestalt deS Acat- ' thatiaS. deffeii schmales Antlitz von langenr filbertveißen Bart iimrahlnt tvar. „Nun, dti V, tvendete sich der Mann des KönigS an ihn.. ..gib das Beispiel!" tzA'ätthatias trat dicht ait den Altar heran. Sein «Körper straffte sich, die Röte des ZornS färbte seine Wangen. Aber mit fester, ruhiger Stimme erwiderte er: „Ja, ich w i l l ein Beispiel geben. Hort midi, ihr alle: Lieber wollen ich und meine .Sichne des ^ödes sterben, als haß wir ab-- trünnig--würden dem Bund unserer Väter. Als daß wir verstießen gegen Brauch und Gesetz. . , Ter Vogt reckte sich auf — seine Hand fuhr nach dem kurzen Schwert, das ihm über der Brust hing.. Enger scharte sich um ihn das VniufU'ui der Gewappneten, die feindselig, veräclstlicl, die Inden musterten. Ta löste siel, plötzlich ans deren. Reihen ein Mann, schob sich, die Aiigeii ans den Bogt gerichtet, nach vorn und hob anbctend vor dem Altar die Arme empor. Der Bogt nickte beifällig. MatthatiaS aber, von der Empörung ob stes Tuns dieses Juden überwältigt, war mit einem raschen Schritt neben ihm und schliig ihn zu Boden. Wie ein befreites Aufatmen ging es durch die Menge, und abermals zuckte die «Hand des Vogts nach dem Schwert. Doch Matthatias war schneller. Er riß die Waffe ails der Ccheide und streckte ihn nieder. Und dann, während seine Söhne, das Volk sich zwischen den greisen Priester und die. Söldner schoben, führte VtatthatiaS Streich mit Streich gegen den Altar, den seine Götter nicht schützten, und der bald nur noch ein Haufen raubender Trümmer war. Steine flogen, Fäuste krachten gegen Schilde, Schreie der Wut schwangen sich auf, und nur mit Aufbietung aller Kraft vermochten die Mannen des Antiochos sich, den Weg zur Flucht zu bahnen. Ilüd dann über ein Weilchen,-hatte der Marktplatz sich geleert. Scheitelrecht brannte die Sonne an.f die beiden Toten nieder, die neben den Resten des Altars lagen ... Matthatias hatte durch das Land Sendboten geschickt. die znm Widerstand gegen den Befehl des «Königs mahnten, znm Kampf gegen seine LLiklkür anfriefen. Und überall ward seine Botschaft gehört, überall flammte die Fackel der Empörung atis. Antiochos nahm cs 'leicht. Diese Handvoll Wahnsinniger, in Waffen. ungeübt, -uiüihc er mit wenigen Truppeii uns die Knie zwiiigen. Und dann wehe ihnen! Furchtbar sollte seine Rache sein. Aber zuerst wollte er SNatthatias und'dessen Söhne, die Häupter des Aufruhrs, in seine Gewalt bringen — gegen sie rüstete er zuerst ein Heer.' Doch Matthatias lpckte die Feinde in unwirtliche Berggegenden, nnd immer wieder sänoirrten, von unsichtbaren Sct,ützen abgescl,nettt. die Pfeile, immer wieder-wälzten sich FelSblöcke vernichtend ans die langsam Vordringcnden. Der Mut verließ sie vor diesem Gegner, der stets da war, und den man nie fassen konnte. Aber das rauhe, entbehrungsreiche Leben verzehrte die Kräfte des greisen Matthatias. . Von Schwäche übernzanNt, mit versagenden Pulsen, sank er auf den Felsboden nieder und berief seine Söhne um sich. Sie kamen ans-dem Kampf, kamen in Wehr und Waffen nnd standen, von Trauer gebeugt, um das harte letzte Lager des Vaters. Atatthatias brannte ihnen als sein Vekniüchtnis in die Seelen: Siegen in diesem Kamps tun das Größte, das Heiligste oder untcrgehen. Ten klugen, besinnlichen Simon bestellte er zum Führer im Rat, den feurigen, tapferen Judas znm Feldherrn über die jüdischen Krieger. Und segnete seine Söhne nnd ihr Werk und ging ein in das Reich Gottes ... H- Ans den Bergen stiegen sie hernieder, den . teuren Leichnam. des -Matthatias; in ein Leinentnch gehüllt. Judas schritt voran, und wo die Syrer sich ihnen in den Weg stellten, räumte sein Schwert, unter ihnen auf. Ta schon die Nacht ihre dunklen Schleier breitete, zogen sie in Modein ein, und beim flackernden Schein der Fackeln betteten sie Ntatthatias in der Ruhestatt des Geschlechts. Uno nahmen Abschied von' ihm — tränenlos. doch mit stummem Gelöbnis. Was er begonnen hatte, wollten sie vollenden — leben hieß für sie nur: in s e i n e m Sinn leben ... Judas sammelte von überallher die Männer. Er unterwies sie in 'den- Waffen, —er lehrte sie, der Gefahr und dem Tod ins Auge sehen, und als sie znm willigen, gefügigen Werkzeug in seiner Hand, geworden waren, führte -er sie aus den Bergen hinllnter, einem Heer des Antiochos entgegen. Wie ein Hammer, ein Makkab, siel er stuf die Feinde ilieder — der Tavidslöwe sprang, und wo Judas erschien, war mit ihm der icg. _ Und mochte die Uebermaäit auch zehnfach sein- Inda kannte kein Zögern, und Fortsetzung 3. Beiblatt-1. Seite