Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 51 (19.12.1935)
- Date
- 1935-12-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 51 * 2. Beiblatt Chanukka-lAmm Von Hermann Gundersheimer , 19. Dezember 1935 mGlaf alten Zeiten' Aufnahmen und Montage: Herbert. Sonnenf eld (Berlin) Chanukka-Leuchter aus Stein (Sammlung Bactwald) IVasscriutm mit Mcnora in Afule (Palästina) Chanukka-Leuchter <; Clus i i .Mirjam Hosenthäl Beim An zünden der Chanukka-Lichter Wird gesprochen: „Tiefe Lichter zünden wir an wegen der vielfachen Stiettung. der Zeichen und Wunder, die TU ausgeführt Haft-für unsere Väter dnrch Teine heiligen Priester." Die gcschi eh t l t eh e mit» r e l igiöse Bedeutung des Festes wird, in diesem -Tat; znsammengefastt, die Einvrdtuing in die Abfolge von den' Vätern bis in die Zukunft wird - damit ausgesprochen. Tie geschicl)tlichen Ereignisse der Makkabäertampte, der Wiederansnahme des Tpferdienstes im Tempel, der achttägigen Festesfeier. die J . / . sich daran schlotzrZFnda MakkabiS Verordnung der alljährlichen LViederholnng dieser Feier, oder auch die Wnüdererzählung vom Lelkrüglein. dessen Inhalt für acht Tage den Leuchter speiste, vom Tempelfeuer, das während der Fähre der Entweihung fei i,er Stätte verwahrt war und sich erhalten hatte, Ci e - s ch i ch t e und G l a u b e n wirken zusammen in der Feier des Channkka-FesteS. Wissen Um eigene .grast rind um die Möglichkeiten Gottes. Stolz und Demut schaffen die lval,re Channkka-Gesilinnng. „ Ans diesen beiden Wurzeln deS Festes, der geschichtlichen Und der religiösen, ist auch sein S v m b o l gewachsen. Tie Menvra des Chanukka-Festes'kündet von dengeschichtlichen Ereignissen und von wunderbaren Begebenheiten. Fn der Nachbildung der Form deS TempellenchterS wird die Erinnerung an die geschichtlichen Beziehungen des Festes, in der Zahl der acht Flammen zugleich der Bericht von. den Wundern des Lichterfestes . lebendig erhalten. Tie Stätten des Gebrauchs. schufendie verschiedenen Thpen der Chanukka-Leuchter. Für die öi]u a g oge hat sich, vornehmlich seit dem 16. Jahrhundert, die .gändelabersorm entwickelt. Sie knüpft unmittelbar an. die Form deS TempellenchterS an. dessen sieben Flammen sie um eine vermehrt. Für den häuslichen Gebrauch hat sich im Laufe vieler Fahrhunderte eine Wandleuchte herangebildet, die in ihren Einzelheiten von dekorativen Elementen ihrer Entstehungszeit geschmückt und variiert wird, die aber ihre Grundform von den ersten Fahrhunderten bis auf unsere Tage kaum verändert hat. Zmdrm^acbkW'ichteril tritt bei beiden Formen der Menora eine weitere Brennstelle, der sogenannte ^Schammes hTienerl. Biit ihm lverdeu die Lichter entzündet, er zäl)It in der Reihe der Chanukka-Flammen nicht mit. Bei den Standleuchtern wird dieser Schammes zum bestimmenden Sliinmetriepunkt. Zu seinen Seiten sind je vier Brennstellen angeordnet. er betont die'rhhthmische Gliederung der breiten Vorderansicht. Bei den Wandleuchtern hat das Bedürfnis nach ^vmmetrie hanfig zur Anbringung, eines zehnten Lichtes geführt, das als Gegenstück zum Schammes zu Seiten der acht BrenNstellen anzuzünden ist. Nicht ^unwahrscheinlich ist es. dag dieses zehnte Licht mit seinem Schein ermöglichen sollte, ums der Schein der Chanukka-Lichter nicht geiväliren - soll: Licht zur Arbeit, Zelle für Verrichtungen im -Raum. Vielleicht auch ersehte dieses zehnte Licht zusammen mit dem Schammes die beiden Sabbatlichter. Unsere Shnagogen. zuinal die iiu aschkenanschen -greis, den Heu neben manchen durch Alter'und Schönheit bedeutungsvollen stiiltgegenständen. Ehaiiukka-Leuchter von grostem. künstlerischem 2Lert. Tie liier abgebildeten Ttandleuchter zeigen neben TekvrativNsformen ihrer Entste!>ungszeit. ivie etwa, den Rvkokoknrven. die sich zum Zälbründ der Ärinc schliesten. Einzellieiten. die sic aus dein .gunstschaffen der Zeit abheben. So sind die Zände.die die Lichterar,neZassen, keineswegs allgemein geläufige Riotive. so lvenig U'ic die Tierfiguren aus .dein'Leuchter im Musöe CInnh mit.ähnlichen Rtotiven ans nichtjüdischen Gegenständen identifiziert worden dürfen. -'Fier haben sich jüdischer Gebrancl) und jüdische Geistesivelt Shmbole besonderer Art geschaffen. Tie Frage, die vor allen Geräten des jüdischen Pults austaucht. heischt gerade hier Antwort: Sind es Fiideii. die diese Gegenstände geschaffen habend Turch eine gr.vsre Reihe von Beispielen glauben wir l,ier diese Grundfrage jüdischer punstfvrschung bejahen zu können. Bon nicht minderer- Ausgewogenheit der Forinen. von nicht geringeren, - Reichtum der Motive sind die. Rienorot. die dem h ä u s - lichen Gebrauche dienen- Aus der Frnhzeit abendländischen punstschassens sind uns Beispiele solcher Lampen bekannt. die ihren Zusammenhang mit den Tonlampen des Orients dentlicti zeigen. Freilich wird der T als Material bald niclp mehr verwendet. Unseren Weisen gibt die Befürchtung, dahTon durch das Brennen der Lichter bald unscheinbar werden könnte. Veranlassung, seine Verwendung nicht zu empfel,Ien. So sind denn auch nur noch in den hessischen und Westerwälder Steinzeugmanufaktnren des >7. und Id. Fahrhunderts Ehanukka-Leiichter aus Ton geschaffen .worden. Fhnen kam die hocl>entwickelte Brennuiid Glasurtechnik ihrer Entstehnngsorte zustatten. Tie ivenigen erhaltenen Beispiele verraten ein volksnahes Empfinden in den geläuterten Formen eines, vollwertigen .Üunf.tgeiverbes. Z'lus einer ursprüuglicli flaclien Licl,terreil)e entivickelt sich immer mehr ei», Nörper. der seine Verbindung mit der Wand des Raumes durch einen ihn, zngehörenden. die Lichter reflektierenden -Waudfcl>irin.ermöglicht. Tiefe lüandsläche der Menvra bietet Raum für dekorative und sigürliche Tarstellnngen shmbvlischer Art. .Zeraldische Löwen, die den. siebenarmigen Tempelleuchter oder eine Vroue bewacl>en. eine aus den Bänken seichende Zand, die das Lel in, Leuchter anfiülit. Tavid-^clnlde. Erinnerungen .an die Biaklabäertateii. Foraiclireine und Tier- . sinnbole und hier zu finden. Es gibt Beispiele aus den, l*. Fahrliuudert. die die kriegerisctie Gesinnung der npakkabäer durcl> Waisen und Troplchen. ans der Zeit des Siebenjährigen. .Krieges verlebendigen. Und aiiä, ,'onst iveicht die l,jstoriscl,e Eraklheit oft lebensnalien Bivtive». Fa., selbst dlis Ri oliv, der heldenliaiten Fuditl, mit-dein Zaupt des Zoloiernes. die auf den, Leuchter des Clunhannseunis' dargestellt ist. und das zu den l>äntigen Alt,iburen der Rleno-rir ge!>ört. „ins; als iolcl>eallualiäerende Ausdeutung^ eines liberlieierten Berichtes bezeicljiiet lverdeu. Tie t'lblehniing unedlen zur Zerstellung der Menvr.ot hat in F.eiten l,ochentivickel'ten Eönne.ns äli,d gehobenen Wvlöst an des ziir Bevorzugung von Bronze. Silber, ja sogar von Gold als Werkstoff geführt. Ein Leuctster aus dem Riuseum in Leningrad mag als Beispiel für die in allen Einzellieiten aus jüdiscliem Geist scliöpsende Beherrschuug der Ausgabe be,verlet ,verden. El)anulka lväre nicht ein Fest der jüdischen Gemeinschast. ävenn nicl>t' aucl) d i e Scliithten an seiner Gestaltung und an der Formung seines Snmbols leillpilten. deren öieigung. Bedursnis und .üönnon iveniger in den Ebenen künstlerisclier Fertigkeiten.„IS.in Den Lieie» nriprüngliclien Einl'findens. begründet ist. Fn den Gebieten, in denen sich ü'j'Hjt Afvl U-