Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 14 (1935)
- Issue
- 51 (19.12.1935)
- Date
- 1935-12-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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z. ■ scheu Masartik, denen Laukerkeit und Echtheit durch keine politische Wendung verdunkelt iverden kennte. Tem Patriarchen N.'eisarhk sei ein guter gküeklichcr Lebensabend beielsieden. Der' Philosoph der Dent'sck-en Universität zu B-rag. Dr. Emil U t i Ir, bietet ans knapp 2l> Leiten eine durch die listigsten Ereignisse aktualisierte, beivuiideriide ' und betvniidernswerte Wnrdigniig " de?. Philosophen. der durch die. große eure. vaische - Schicksalswende^ — iii.ut. mag - - Tic ' Weltkrieg oder Weltrevolntiön neuen ■ —1 znm' Staatsgrüiider und, ■. Staats juhrct ivurde, ohne. je seine -, Ideen . und .■ Ideale zu verleng-' iicjk X.-G. yjfafarl)f. ” Die Schrift '(..Masarhk -stis Bolkserzieher." ,:Ver(ag'..'Orb.iL>- Pragl. ilberlieiert ' der Nachioelt den ^!üortlaiit eines Festvortrage-'. , der iitim Geburtstag des tschechoslowakischen Staatsmannes im deutschen Reicl>enberg auf Veranlassung des deutschen Dtadtbildiingsansschiisses gehalten wurde. Demokratie ist für Masarhk keine Milche der Versasiiiiig und Verwaltung. sondern eine Ausgabe der Zukunft. zu der allmähliel^ nnaushörlic!>e Erziehung führt, ErzieHniig iin Geiste Platos, KantS, tZvetHes, Schillers. Die Vorbote des Schicksals Aus Anlass von Stoeckers 100. Geburtstag — Zu Walter Franks Stoecker-Biographie Nationen sind für ihn nach einem Morte Herder? die Organe der Nlenschheit. Indem die Nation an sich arbeitet, wirkt, sie für die Menschheit. Demokratie ist ferner für Masarhk Diskussion. Er flrt* einem jeden das Recht auf Kritik, ja. er verlangt sie. Iltitz unterstreicht die, Bedentiing dieser Tatsacl>e für die Angehörigen'einer Minderl,eit lind erinnert an den Mut. mit dem Masarhk sich wiederholt der Gefahr anssetzte, als Feind der Elation gebrandmarkt 311 werden. ..lieber der Go stalt des Präsidenten", so schließt der Vortrag, „ülvr seinem Leben und seiiien Lehren leuchtet sein Wahlspruch: „Varitrw viueit" die Wahrheit siegt, die Wahrheit wird siegen." E. Ministerpräsident Dr. Hodza über die Stellung der Juden in der Tschechoslowakei Der tsel>echoslo>oakische Ministerpräsident Dr. Hodz a empfing eine Abordnung der Jüdischen Partei, die aus den Abgeordneten Dr. Angela G 0 l d st e i n und Dr. Estaim K n g e l, sowie ans dem Vorsitzenden der Partei. Ing. Fri scher, bestand, t'lbg. Dr. Goldstein richtete an den. Ministerpräsidenten eine Ansprache, in der er n. a. ausführte: ..An dem Tage, an dem die Tschechoslowakei go schassen wurde,-erschien eine Delelzalioii des Indi-» scheu Aatioualrates beim tschechoslowakisclie.n Ütationalansschns; und erklärte' im tstamen der jüdischen Nlinderheitdas; sie sich lohal auf deil Boden des innigenüaüenen Staate? stelle: gleich. Zeitig ersuchte sie inn Schutz der Blindert,eitSgeseHe. Diese Forderniigeii wurden 'durch die Verfassung best tschechoslowakischen Republik durchgefnl>rt. lind auch heute Haben toir da? Bedürfnis, Ihnen : gegenüber/ Herr PHiiislerpräsideut. dankbar zu konstatieren, das; wir sicher sind, das; auch Unter Ihrer Regierung an dieser Politik festgehalteniverden wird — —' . Piinisterpräsident Dr. Hodza gab der jüdischen Abordnung eine längere Erklärung ab. in der er 11. a.^ ansführte, das;, er ans dem Standpunkt der - O'Ieirhbereehti'gnng aller Bürger bor dein Geiel: und -der strengen Einhaltung der Nliiiderheite»-- rechte stelle, Er glaube an die Loyalität der jüdischen Beoolkeriing und bcgrüste die ^Mitarbeit der Iüdisc!>en Partei an der .Koalition, dr loerde daraus achten, das; die kulturellen ., Forderungen der jüdischen Minorität,- soweit sie noch nicht er- 'sullt sind, erfüllt werden. Üa8 Wahlergebnis von Tel-Aviv Die abgeschlossene Zählung der bei der Neuwahl des Stadtrats von Tel-Mnv abgegebenen Stimmen zeigt, wie uns von der ITA »ach Nedaktionsschllis; mitgetcilt wird, das folgende Ergebnis: ' An der Wulst haben insgesamt LI (»77 M.alsihoreelitigte leilgenoinmen. Die Arbeitet Partei ertiielk E7(>!> Stinnnen. die J e n t r i - st c n Btläi Stiinüien. ans die Liste des bislierigen Biirgerineisters Ai e i r D i z e n g o f f entfielen Ltül? Dtiimnen. ans die verdnn.denen Listen der I v v t i tl) v i t, t l i ch e n Z.i v n i - ft c n und des -V i t n el, d n l b L? I e j G e r ° in n 11 i a ,Liste Dr. Ielir ')l 0 ) e 11 b l ü t h) .1 tw'.-J Dlinnnen. ... . Bon den zn vergebenden 1 ."> Bk a n d a t e n . erhalten die A r beit e r P a r t e i t e r und die Zentristen je «l: die 6 Alandate der Zentristen iverden svlgenderinasien verteilt: je ein chsandat fällt an die Gruppen de? Llise-Bingerineislers ns v t e a eis. D I, a t; v w s. > der Ns e v i j i v n i st e n und des n>i j.>- r a et; i . ivalsrend die Gruppe der Hansl>e!is;er nijandate erlsält. Das 1A. und l l. Piandat tvnrde der Liste D i z e n g v s f -PPV-. >I^e i> b l n t ls. prgespröche 1 n'iandat ist noch strittig: es. wird enttveder an die Gruppe Dizengvif. den Hapbel H a in i s r a eli i oder an den sephnrdisei>en Listeninlirer Benven'sti sahen. Mhe sich der Sonne Scheinbilb in dem Dunstkreis malt, el)’ üe. kommt, io schreiten auch den grosicu Geichickcu ihre Geister - - . schon voran. . , Schiller. . ' Gleichermasieu wie der Wanderer erst aus groyervGntferming dentlüh erkennt, >oas an der., Landschaft, Die er.' dürchsel,reitet/, bedeiitungslofc ,' lrrliehiing .und was keiiiizeichiiender Gebirgszug ■ war, zeigt: critder Aürkbluk auf - längere' Zeit» . räume,- 'weletie .geschichtliilirn ' Aiächte Schu-ksale s'ormteio undlägt 'Personell und. Geiäseliiiiiie ni . ihren Proportioiieu zu-, den übrigen -Zeitmachten klar hervorkreten. iküo die Limen in der Zerne sich zu verwirren -drohe».- hilft die Gedächtnisftüsre der geschichtlichen Zorichiing. bi.neii nicht rinbeträrlitlicheii Dienst vermag in solcher Hinsicht Walter Iran-^s biographisch' Isistorisches Werk ,.H 0 f p r e d i g er Adolf S t v e el e r und diech r i ft l i ch so z i a l e Bewegung" zu leisten, das unlängst in ziveiter durchgesehener Auslage heransgekonunen ist (Hanseatische Berlagsanstalt. Hamburgs. Das Werk ist zum erstemiial im A!ai 1.'.»-J-s erschienen.und seinerzeit durch den deutschen Historiker ■ .Uhrt Wawrziiiel. den Beriasser einer GiitstehungSgeschielite der deutschen AntiiemitenparteieN, auch au dieser Stelle geioürdigt loorden (vergl. Zeitung'. Iastrg. VII. Ar. 11 v. 1_. Sktober l!>.'?). Aber ebenlo^- ivoraus Zraiik im Borwort der Aeiiaiiilage selber Isimoeist --.'wie die Linie, die 'von Stoerker zu Hitler iülirt. .erst jetzt in ihrer geichichtlicheu .üoiitinuität und siniibildlichen Beziehung allciithalbe» sichtbar geworden ist. genau so ist es erst bei dem gegenioärtigen Stande der dentselseu Iudenfrage möglich, zu dein Werke iiiilästlich seines abermaligen Erscheinens ans po- - si'tiv jüdischer (5'iiistelliiiig heraus Stellung zu nehmen.' . Unter Iranks fachkundiger Ii"il,r»ng erleben wir das erregende Sistauspiel. wie 'Adolf Stoeäer. proletarischer Aiederung entstammend,' die weithin sichtbare Bühne öfsentticher Ästirksamleit in schnellem Anstieg erklimmt. Das; der Sohn, eines ejiifacheii'/Schmiedes.' stell in glänzender Karriere zum .Hofprediger der -Hohen.',ollern einporschlväng. das;, er, der Sot>n der Tiefe, iiiiter die Paladinen .des alle»-Kaisers trat, würde — so erstaunlich dies private Geschick aiust in sozialer Hinsicht wäre — dennoch nicht aiisreichen, seineist Dasein einen üherpersönlich-geschichUichen Nang zu ver« leil)ou. Hosprediger l>at es viele gegeben: Stveckcr aber nur einen:-was ihn über seinesgleichen tveit hinanshvb. das. war 'das Pathos der eeelo^ia iniIilaus, einer „streitharen Kirche", die au die gegen bilde des vorigen Zjahrh»ndertS brennende s o z i a l e F r a g e herantrat. Stoeeker ist keineswegs ein grvster Theolog gewesen; religiöse Skrupel und Zweifel haben den „zlveiteu Luther", feil er in frül>er Jugend rel-iitglnubig tvurde. niemals geplagt: der nioderiieii ^stelthildiing stand er, der zum Beispiel über die „verwüstende" Wirkung l>kies.isches^klagte, völlig fern. Aber, eine tiefgreifende iiativiialpvlitische 'Konzeption kfat seiner lvristenz einen geschichtlichen Sinn gegeben: iin Bänne des nationalen...Gedankens'— der Idee ' nutsteigenden preilftifch-deiltschen . AeicheS — wollte er im Anschliis; an die konservativen Blächte das h e i l i g-e e v a n g e l i sch e e i ch d e II t -. silier 'Aa'tion errichten, er beziveekte nichts geringeres als eine JA' e u v e ranker 11 n g d e r p r 0 t e. it a 11 t i s el, e 11 K i r ch e i n d e n M a fs e 11. , Denn e'S unterliegt keinem Zwei'el, da st es der imiiierinehr' unisieligreiieii.de llnglaubo der Weltstadt geiv'eseu ist. der den Hosprediger zur politii'cheii Aktion — znm Kampf um die Sette der Massen — trieb. - b>r. der „die Ghristianisiern»g der grosteil Ttadte" forderte, Ivollte die .D>ieick,s.l,auptüadt fürdie konservativ-kirchlichen A.'äckite ziirückerobern. Der Hosprediger wurde zum Agitator'.'der GeistliiM' zum Bolkstribun. der mit der glaubeiisieiiidlielieii Tözialdeiiivkrntie um die Seele des deutschen 'Arbeiters rang. In ..diesem ' Kampf -ist Adolf Stoecker unterlegen. st'r liat im Jahre 1^7-^, als er.l,crvvrtrnt, nullt mehr den Weg zur Arbeiterieligit geiiinden. Gilt naäidein er seine ä, r i st l i ch - s 0 z i a I e Pa rtei ans einer Arbeiterpartei, in eine iveientliä, initlelstäiidiieli-bürgerliche Partei uingewnn.-' delt balle, erwarb er die. Gunst der Menge,. Und ein Agitätionsftoü war es, der ihm bei den »littelsländiielien . Blassen der Üieichshanpfstadt Gehör verschaffte: sein K a in Pf g e g c n d a s I 11 d e n t u in. 'B.'ie stellte siel, in Streckers Weltbild da-:- Judentum "dar ( DaS waren einmal , gewisie Kreiie der durch den bestehenden Staut dellassierten jüdischen. Intelligenz., die deshäll", weil man ihiieii die Aiiswirkmigsiiiöglichkeiteii abgeielniitien halle, ins 'revolutionäre Fahrwasser geraten U'aren, La'salle und Psarr. - die dem revoliiti'onäre.n Proletariat eine intellektuelle Theorie ickun'en. 'waren' iolehe „d.eklasiierte Bourgeois" geioeien. Das ivar ferner einerseits" das Sstjudenlniii. bestülvs und deshalb auf Ber-' änderung geiliimnt. andererseits das Weftjudentnm. iin Besthe ivohnend und daher Schrittmacher des liheralistiiehen KapiialisinnS manchesterlicher Prägung Vs ist nun fitr TioeckerS t>i 11 greisen in die IudeiÜrage beynämend. das; er leinen 7—Kamm nuht aeaen das Indentuin' an sich, gegen das Bolk des alten Bundes, sondern gegen das, waS er ,. in 0 d e r n e? ' I n d e n t u m " nannte/ geriänet hat. Jenes Judentum bedeutete ihm den Inbegriff des raffenden, aber nicht sck)aisenden KapitaI-5, den Bertrcter der Temvkratie des ' Geldes und der Internationale der . Presse, des Atheismus und Materialismus. 'Diese Borstelluiig vom Judentum erfüllte ihn. als er anv Ist.' September 187g die Bekämpfung des Judentums in.-Berlinerossnete.' Während die. Sozialdemvkrcitie grollend.beiseite stand, jubelte / das mittelständische Kleinbürgertum ihm zu. Er . wurde einer der populärsten: Männer nicht nur Berlins, sondern Deutschlands.' , ' . Ader nach noch nicht zwei Jahrzehnten -war er ein politisch toter Mann: von Kaiser Wilhelm II. geächtet, von den Konservativen wie von den jüngeren Ehristlich-Sozialen ausgestosten, ja sogar von der antisemitischen Bolksleivegmig verleugnet und -befehdet. Er hat auch dafür die Juden verantwortlich zu machen versucht. Das war eine falsche Annahme; denn er ist in jeder Hinsicht ein Opfer seiner eigenen Zwiespältigkeit geworden. Sein Biograph Wlalter Frank, der ihm keineswegs unkritischgegenübersteht, hat 11 perzeugend nachgewiesen. das; Stoeckers tragisches Berhäiigiiis sich aus dem Unvermögen ergab, die orthodor-konservativen uiid die nwdern-svzialen. Elemente feines Wesens miteinander in Einklang zu bringen. Gewist hat er auch dadurch an politischem Kredit eingcbüstt. dast sein 'mächtigster Gegenspieler, Bismarck,-ihn als Figur auf dem Schachbrett seiner innenpolitischen Kombinationen bedenkenlos hin- und herfchod. Aber fein Absturz ist doch (nach Franks /Nachweis) vor allem die Folge seiner inneren Unentschiedenheit und -Halbheit gewesen, die sich in seiner Stellung zur Iudeiifrage el'enfalls osfenbartc. Mit dem geistigen Nüstzeng der christlich - sozialen Ideologie (dem Programm der von ihm begründeten christlich-sozialen Partei) hatte er die Iudenfrage zu lösen versucht. Mit ungewöhnlich agitatorischem Erfolg bemühte er sich, die Frage durch Aufrollen der sozialen Problematik an der Wurzel zu" packen. Er wollte die „Judenherrschaft" brechen; jedoch vor einer Aufhebung der Emanzipation schreckte er zurück. Er richtete — wie Bismarcks scharfsinnige; Kritik bemerkt hat — seinen Kampf eigentlich nur gegen das sogenannte „Geldjiidentum", das (nach Bismarcks Ansicht) au der Erhaltung des bestehenden Staates inte.ressiert war; durch die Niederwerfung des „Geldjudentums" hoffte er die Juden frage und damit zugleich die soziale Frage zu lösen. Als aber wie Frank bezeugt — die konservative Partei. diirch eine reine I n t e t « e ss e n p 0 li t i k zum Hemmschuh der sozialen Reform wurde, da brachte Stoecker es nicht über sich, den notwendigen Trennungsstrich von sich aus zu ziehen. Deshalb sehen wir lin Abweichung von Frank) Stoeckers ^Grundirrtum darin enthalten, d<iß er. die Iudenfrage mit der sozialen Frage identifizierte, während sie in Wirklichkeit nur einen Teilkomplex der sozialen Frage darstellte. Geht doch aus Franks Darlegung eindeutig hervor, daß Stoecker nicht an dem Widerstand der Juden, sondern letzten Endes an dem Widerstand des Führers der klassenparteilich . konservativen Interessen-, Politik, des Freiherrn v. Stumm, zerschellt ist. Allseits sagte.man sich von ihm los. Die Konservativen ließen ihn fallen, weil er immerhin noch Bedenken trug, ihre unsoziale Jnteressenpolitik mitzumachen. Der Nachwuchs seiner eigenen christlich-sozialen Partei sagte sich unter Friedrich Naumanns Führung von ihm los, weil er spürte, daß Stoecker nicht bereit war, für die Lösung der sozialen Frage rückhaltlos einzutreten. Sogar die judcnfeindliche Bewegung gab den „Vater Pes Antisemitismus" preis. Ter radikale Antisemitismus hatte ein sicheres Gefühl für den Umstand, daß durch die Lösung der Iudenfrage eine totale Lösung - der sozialen Frage noch nicht erreicht sei. 'l!ur unter diesem Gesichtswinkel lassen sich die Parolen des damaligen radikalen -Antisemitismus verstehen: -Hermann Ahlivardt lmt sich bezeichnenderweise gegen „Junker und Juden" gewendet: Otto Bveckel, der antisemjtische Agitator Hessens, bezeichnete den „Bund der Landwirte", die mächtige Größagrariervrgani. sati'on, als einen „Bund . der Bauernsänger". . Diese Entivickl'ung hat den alternden Hosprediger tief erschreckt. Er glich dem Schüßen, der über das Ziel hinausschiestt: in Abscheu vor der sozialrevolutionären 5konscguenz der von ihm entfesselten Bewegung hat er den radikalen Anti», semitismns „alsländliche Sozialdemokratie unter iiätionaler Ätaske" -gekennzeichnet. Eine, Ansrollnng der sozialen Frage in ihrer ganzen Breite überstieg seine Kraft. Vereinsamt ist er im Jahre 1U09 gestorben. '? Nach unserer Auslassung kann die damalige judeiiseiiidliche Bewegung .Deutschlands nur als eine Nebenhandlung in dem großen Drama, zivischen Besitz und Nichtbesitz, - das sich ans dem Hintergründe der Svzialgeschichte des HohenzollernreicheS' ab'ip'ielte. angesehen werden. Denn wieso „ist der Stand des jüdischen Problems diirch die ganze antisemitische Bewegung, welche zwilchen 187«'» und 1900 so weite Kreiie zog. . nach keiner Seite wesentlich verändert worden" «Frank)? Wer hat dem radikalen Antisemitismus jenes Zeitabschnitts den Weg versperrt? Die Inden selber haben das keineswegs vermocht. Es sind die konservativen Mächte gewesen, weil C.-V. Groß - Berlin lllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll! Chanukka - Feierstunde Montag> den 23,Dez.> 20,15 Uhr; l o g e n h a u s, Kleiststraße 10, Gros s e r. S a a I. Ansprachen: Leo Baeck, Julius Brodnitz, Alfred Hirschberg Mitwirkende: Oberkantor John Jakobsohn, Ludvyig Hardt Eintritt nur für Mitglieder des Centrai-Vereins und deren nächste Angehörige gegen Vorzeigung der an alle Mitglieder herausgehenden schriftl.Einladung m.Briefumschl. Vorverkauf (Büro des G-V., W 15, Emser Straße 42; philo-Verlag, Pariser Str. 44; Buchhandlung Poppelauer,. Neue Friedrichstraße 59) und Abe.n d k a ss e sie — man erinnere sich an AHlwardts Kampfruf — fürchteten, dast das Rad einer sozialrevolutionären Reform, einmal ins Rollen geraten, auch über , sie hiniveggleiten werde. Nur ' unter diesem ^Aspekte kann man Bismarcks tiefes Wort verstehen, dast die Interessen des besitzenden Judentums' mit der Erhaltung der bestehen- ' den Staatseinrichtungen verkuüpst seien. . Wir harren noch des Historikers, der dig Geschichte der .judenfeindlichen Bewegung Deutschlands von dem Zeitpunkt, wo" Frank den Faden fallen liest, bis zur Gegenwart darstellt. der mithin 'den geschichtlichen Bvgen, der sich von der christlich-sozialen zu der nationalsozialistischen. Bewegung hin spannt, sichtbar macht. Dr. Fritz Friedlaender. Staatssekretär Dr. Stuckart über das werdende Verfassungsrecht Ans einer- Arbeitstagung des Sozialamts der Deutschen Arbeitsfront, die am Montag in Berlin- Zehlendorf begann, sprach als erster Bartragender Staatssekretär Dr. Stnckart vom Neichsministe-. rinm des Innern über „Die staatsrechtlichen Grundlagen des Dritten Reiches". Er sagte (laut F. Z. vom 17. Dezember) unter anderem: „Wenn auch die Weimarer Verfassung nicht ausdrücklich aufgehoben und durch eine neue Verfassnngsurknnde ersetzt ivorden ist, wenn daher auch einige ihrer Bestimmungen heute noch Geltung haben, so hat sie'doch infolge ihrer dem Nationalsozialismus fremden und uneinheitlichen Struktur jede Bedeutung als Staatsgrundgesetz verloren. In dem neuen Denken sind wahrer "Nationalismus und echter Sozialismus ein und dasselbe. 'Nationalismus,' der nicht zugleich Sozialismus ist, der nicht das Wohl aller Volksgenossen nach innen und außen über das Einzelinteresse stellt, ist ein Widerspruch in sich und eine Unehrlichkeit. Sozialismus aber, der nicht seine Aufgabe in der Förderung des Ganzen sicht.. also auch 9tationalismns ist. schädigt die Gesamtheit. Tie künftige Reichs- Ordnung baut sich ans der vorhandenen völkischen Lebeiisordiinng und ans den organisch ge- . wachsencn Gemeinschaitsbildnugen ans. Für die NSDAP und das Dritte Reich gibt cs keine wichtigere Aufgabe als durch Auslese und Zucht <g einen in Haltung. Denken und Fuhlen, in Ehrbewusttscin, unbedingter persönlicher Sauberkeit. Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit . einheitlichen Menschentyp als staatstragende Schicht zu schassen. Die Partei must als, staats- und volkstragende Gemeinsck)aft ein geistiges, weltnnschanliches Kraftzentrum und zugleich ein tatsächliches Machtinstriimeiitvin der Hand des . Führers sein und bleiben. Drie bildet damit daS Kernstück des Dritten Reiches und ist der eigentliche Träger des Staates. Ter Führer hat bervustt davon Abstand genommen, eine geschriebene Verfassungzu geben. Er hat dafür eine organische Fortentwicklung entstehen lassen. Das Dritte Reich hat alio heute bereits eine neue Verfassung, eine politische Gruudordnulig des deutschen Volkes.. Diese findet zivar sticht in einer' Verfassungsurkunde ihren Ausdruck, sondern ist einer Reihe von grundlegenden Ge- \ setzen und vor allem in den zur Geivohnheit gewordenen staatsrechtlichen Grnndanschannngeii des Nativiialsozialisinns." Wie die „Fränkische T a g c s z e s t n n g" berichtet, sagte Gauleiter B ü r ck e l. der Reichsans einer Kundgebung in Nürnberg, daß 'in wenigen Monaten, am " 1. März 19-".ch das Saargebiet das judensreieste Land Deutschlands .sein' Vetien-Schaeker Fiauptgeschäft: Iweiggescliäff: >Veisse Federn von M. 1.- an, Daunen, fertige Betten, Bett-Inlette, Bettwäsche, Steppdecken Stadlbahnhof Börse* Wilmersdorfer Str. 83 Kunstseideno Daunendecken m. 35.90f 45«50/ Metallbettstellen, Polster-Matratzen