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Central-Verein-Zeitung · 1935-12-12 · 50 (12.12.1935) · page 8

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
50 (12.12.1935)
Date
1935-12-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Stimme zur Verständigung zwischen Juden und Arabern London, 4. Dezember. , In einer Veranstaltung der Gruppe junger Zionisten sprach der bekannte palästinensische Gewerkschaftsführer To v H v s Liber das.Verhältnis ' zivischen den., indischen inw .arabischen Arbeitern. , -Hose ist.seit dreißig Jahren in Palästina an-' sassig nnd hat führenden-,Anteil 'am .Ausbau der . jüdischen Gewerlschaftcu. v In dieser' langen Periode gewann er nicht, nur. einegründliche, Kcnntins des Landes/ das er betrat, als .es „nicht viel ’ ' mehr als eine Wüste war", und seiner Bevvlternngsschlchten, sondern wllrde durch tätigen Anteil am jüdischen Aufbauwerk in der Vorirnd Nachkriegszeit mit der arabischen Umwelt aufs Intimste vertraut. Er°betonte eingangs, für ihn sei daS Palästinaprvblem vor allem ein jüdisches Problem, rmd fügte hinzu, daß das Ziel der jüdischen Arbeit, die Scl)asfuug einer gesicher- . tcn Heimstätte, untrennbar verbunden sti mit einem verträglichen, guten Verhältnis zur arabischen Bevölkerung. Dabei sei, ganz abgesehen von den inneren Verhältnissen des Landes, auch zil bedenken, daß das kleine Land ringsum umgeben sei von Ländern arabischer Volker. Die Problematik im Verhältnis zwischen jüdischen und arabischen Arbeitern ergäbe sich aus dem großen Niveauunterschied in der Lebenshaltung. Das arabische Lohnniveau könne nur eine sklavenähnliche Lebensführung ermöglichen. Da aber die Wirtschaft des Landes auf die Dauer nicht zu einer gedeihlichen Entwicklung kommen könne, solange eine derartige Spanne zwischen der Bezahlung jüdischer, und arabischer Arbeitskraft vorhanden fei —. besonders wenn erst einmal der ständige Kapitalzustrom von außen nachgelassen habe —, so ergäbe sich die Frage: sollen die jüdischen Arbeiter ans das "Niveau der arabischen Löhne gedrückt werden, oder müssen sich allmählich die Araberlöhne den jüdischen Löhnen an- , passen? Die jüdische Arbeiterschaft, führte Hvs aus, hat alles Interesse daran, für eine Besserung der LebenSverhättnisse der arabischen Arbeiter einzntrcten! denn die historische Aufgabe der Bvlkiverdung könne nickst von Menschen gelöst werden, die aus dem "Niveau von Sklaven lebten. Tie jüdischen "Arbeiter hätten daher das größte Interesse au der Hebung des Lebensniveaus, der sozialen. Fürsorge und der kulturellen Weiterentwicklung der Araber. Deshalb haben auch die jüdischen Gewerkschaften bei der Sckiaffung solcher, Institutionen für die arabischen Arbeiter die Initiative ergriffen nnd z. B. für die Einrichtungen ärztlicher Sprechstellen gesorgt. Als Symptom für das dadurch entstehende Vertrauensverhältnis - zwischen beiden Bevölkerungtzschichten konnte Töv Hvs den Fall erwähnen, daß, als man für die arabischen Arbeiter eine solche Stelle in Jaffa gesckMffen hatte und ihnen-nun auch einen arabischen Arzt geben wollte, die Vertreter der Araber das ablehnten, tveil sic lieber von einem jüdischen Arzt behandelt werden N'vllten. Auch für die Förderung, daß die jüdischen Unternehmer jüdisches Personal beschäftigen sollten, haben nach Auffassung von Hvs die Araber in wachsendem Maße- Verständnis gezeigt, weilsie erfahren haben, daß die Existenz und Weiterentwicklung der jüdischen Arbeiterschaft für sie von grösstem Vorteil-sei. Das beiveise die ständige Emigration arabischer Arbeitskräfte aus den umliegenden Ländern, während anderseits kein palästinensischer Araber nach diesen Ländern auswandere. Als in der Diskussion die. Frage aufgeworfen wurde, ob durch die teilweise durch Streiks erzwungene Ausschaltung arabischer Arbeiter diese nickst zu Arbeitslosen lind damit zu Feinden der jüdischen Arbeiter gemacht würden, antwortete Hvs, daß in dem arabischen Prvduktionssektor für sie Arbeit genug wäre. 'Die Gefahren arabischer Arbeitslosigkeit würden überhaupt verschwinden, wenn nur die arabischen Löhne besser wären, denn bei dem gegenwärtigen Zustand sei. der Araber Gezwungen, Frau und Kinder, auch im jugendlichen Alter, Mitarbeiten zu lassen, um den Unter- . halt für die Familie sicherzustellen. Aus Grund seiner engen Verwurzelung in . der Entwicklung in Palästina gelangte Hvs abschließend zu der Feststellung, daß heute ein großer Teil der ara- - bischen "Arbeiter sich der Vorzüge, die das jüdische Ansbauwerk auch für sie habe, bewusst geworden sei. Wenn bei den Unruhen 1920 und noch 1929 . die Arbeiter unter dem Einflußihrer Effendis nnd Schecks sich zu Ansschrcitungenn gegen die jüdische Bevölkerung mißbrauchen ließen, so sei jetzt, als im Zusammenhang mit der Furcht vor der '..Kriegsgefahr, - wieder 'sein solcher, Druck, auf die arabischen Arbeiter ausgeübt würde, - sehr wenig Neigung zu judenfeindlicher Betätigung bei ihnen zu verspüren gewesen. , B. R. Kurze Nachrichten Das Prv-Paläskina-Komitee des neueneiiglischen Parlaments hat seine konstituierende Sitzung abgehallen. Au ihr nahmen die Freunde des jüdischen Palästina-Aufbaus unter den neu gewählten Mitgliedern des Unterhauses und die Palästinasreuude im Qbcrhaus teil. Es wurden organisatorische Fragen sowie andere Probleme behandelt, die mit der Tätigkeit der englischen Parlamentarier zugunsten der Entwicklung des Jüdischen Nativnalheims m Zusammenhang stehen. Sowohl zwischen den arabischen Staaten 'des, ganzen Mittleren. Lstens als auch zwischen deck arabischen Parteien Palästinas finden dauernde Verhandlungen statt. Arabische Führer haben den High Eommissioncr aus die wachsende Erregung - der Massen hingewicsen. Ter High Eommissioner . soll hie baldige Einberufung eines Gesetzgebenden Skates in Aussicht gestellt haben. Zu neuen Zwischenfällen ist es nicht gekommen. * Ter neue Sturz per Lrangenprcisc am Londoner Markt, der den Erlös vielsam unter die Verlustgrenze gedrückt haben soll, hat jetzt zu neuen Verhandlungen zwischen den Vertriebsorganisationen geführt, die ans eine bessere Vcr- - teilung der Eit'rusverschifsnngew abziclen. Alan hatte: an sich nxit^einciu festen --Markt, gerechnet, weil infolge der Sanktionen die.italienische Konkurrenzam englischen Markte aussäUt. In den letzten Tagen haben sich besonders die Grapefruit-? Preise -erholt. ' .,. -? Die Zerstreuung der Juden über die Erde Bevölkerung zahlenmäßig entspreche, sei demnach überflüssig. Auslandsnachrichten Amerika "Am 17. November fand im Hotel St. George in Ncw-Pork das Tiner der „Brooklyn Eeckerativn vk.lewi-ck CiiarUies"Atatt, dessen Reinertrag wohltätigen Zwecken zugewiesen werden wird, u. ä. auch zur.Unterstützung der Juden aus Deutschland. Es nahm an dem Tiner eine, große Anzahl führender Männer des öffentlichen Lebens teil. -Luprem« Court ckustics .VlitcüeU der Präsident der Federation,.hielt «ine Rede, an die sich musikalische Darbietungen' von Martha Atwvod von der . Metropolitan' Lper New-Jork, von .Rvsemarie - B ran c a t o von der Metropolitan Lper Chicago und anderer anschlossen. Die Feier wurde auf den New-"l)orker Rundfunk übertragen. XVIII. Spanien und Portugal Als zum 30. Mürz 1492 die Verbannung der ’ Juden aus Spanien ausgesprochen wurde undviele Zehntausende von jüdischen Familien in panischer. Flucht das spanische Herrschaftsgebiet , verließen, ergoß sich ein großer Strom zunächst nach Portugal, wo die entwurzelten Menschen eine neue Heimat zu finden hofften. Nach einer zeitgenössischen Quelle sind damals etwa 120 000 spanische Juden zunächst nach Portugal geflüchtet/ Familien von durchschnittlich fünf Köpfen, zum Teil mit acht und zehn Kindern. Diese Angabe ist ein Beweis sür die gesunde Volkskraft, die die glaubensstarken Juden Spaniens in den . vorhergehenden Zeiten auszeichnete. Aus Kastilien kamen allein 93000 Juden nach Portugal, ihr Hauptziel waren die Städte Braganza. Miranda, Villar, Marban und Zelves. Doch nur wenige Jahre konnten sich die Flüchtlinge dort aufhalten, am 24. Dezember 1497 erfolgte die Aus- Weisung der Juden aus Portugal; es setzte die weitere Fluchtder Armen, Unglücklichen ein, deren ziffernmäßige Größenordnung und geographische Zerstreuung über die damals zugänglichen'Teile der Erde im . vorstehenden Abschnitt bereits dargelegt wurde. Es folgen Jahrhunderte, in denen Spanien und Portugal keinen Bewohner jüdischen Glaubens hatten, nur gering war die Zahl der Marannen, die in ihrem Innern die jüdischen Religionsgesetze bewahrt hatteil. Das 19. Jahrhundert erst findet wenige jüdische Familien vor, die in einzelnen Städten Spaniens und Portugals eine, bescheidene Existenz fanden. Die Zahlen sind seitdem bis zur Gegenwart nur wenig gestiegen. Leider gibt es keine exakte K o n f e s s i o n s st a t i st i k, weder für Spanien, noch für Portugal. Daher ist auch nicht genau festzustellen, wieviel marannische Familien in den letzten Jahrzehnten zum Judentunt zurückgekehrt sind, ebensowenig wie die Zahl der deutschen Juden feststeht, die nach den Ereignissen des Jahres 1933 ihre Schritte nach der Pyrenäenhalbinsel gelenkt haben. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen ist die Gesamtz a h l d er Iuden, die heute in SPa nien leben, höchstens 8 0 0.0, i n Portugal kaum mehr als 2 5 0 0. Spanien hat gegenwärtig eine Einwohnerzahl von 22 Millionen Menschen, Portugal von etwa sieben Millionen. Setzt man zu diesen Zahlen die der Juden der beiden Länder in Beziehung, so ergibt sich für die Gegenwart, daß in Spanien ebenso wie in Portugal auf je 10 000 Staatsängehörige etwa drei bis vier Juden kommen. Das sind die niedrigsten Prozentsätze, die über- Haupt für größere europäische Länder festzustellen sind. Ist doch die jüdische Quote sogar, in den skandinavischen Ländern zum Teil erheblich hoher als auf der Pyrenäenhalbinsel: denn immerhin leben in Schweden^ckl. in Norwegen und Finnland je 5 und in Dänemark 17 Juden unter je 10 000 Einwohnern betreffenden Länder. Die - größte jüdische Gemeinschaft Spaniens dürfte gegenwärtig in Barcelona leben; ihre Zahl wird über 3500 geschätzt. Außer in der Laudeshauptstadt M a d r i d lebt eine nennenswertere "Anzahl jüdischer Familie in Sevilla, in Toledo und in einzelnen Städten an der M i ttelm e e r k ü st e. Die bedeutendste Stadt Portugals ist Lissabon, wo die Gesamtzahl der Juden etwa zwischen 1600 und 1800 liegt innerhalb einer Einwohnerschaft von etwa 550 000 Menschen, so daß die jüdische Quote etwas über 0,3 Prozent beträgt. In einigen kleineren Städten wie in P o r t o. in L a g o s usw. bestehen kleine jüdische Gemeinden. Mit der Feststellung dieser überaus kargen geographischen Angaben und der so niedrigpn Gegenwartsgrößenordnung der Inden in den beiden pyxenäischen Republiken muß es der Svzivgraph leider bewenden lassen, denn ebensowenig wie konfessionelle Bestandsangaben vorliegen, so wenig gibt es solche über die Bevölkerungsbewegung oder für^die soziale und Wirtschaftliche Struktur. Im engsten geographischen Zusammenhang mit Spanien steht Gibraltar, das daher in die Betrachtung der Pyrcnäenhalbinsel einbezogen Wird. Tic kleine Halbinsel an der Südküste Spa» niens wurde vor mehr als 200 Jahren an Eng¬ Nachdruck verboten!' . Griechenland land abgetreten, sie hat heute einschließlich der englischen Garnison etwa 18 000 Einwohner, unter denen über 1100 Juden leben, also ebensoviel. wie in ganz Portugal. Tie jüdische Bevölkerung Gibraltars macht etiva fünf Prozent der G e s a m t b c v ö l k e r u n g dieses wichtigen e n g l i s ch e n K r onkoIonie aus. Es ist für diesen kleinen jüdischen Splitter bezeichnend, wie glaubenstreu er ist. Unterhalten doch die rund 1100 Juden Gibraltars vier Synagogen, deren älteste auf das Gründungsjahr 1768 zurückgeht. Eine große Zahl charitativer" Anstalten und jüdischer Lehrhäuser in Gibraltar zeigen, daß die Juden dieses kleinen und doch sehr bedeutsamen Erdenfleckes neben ihren vaterländischen Pflichten auch ihrer jüdischen Tradition treu sind. Dr. E. R—z. Jüdischer Geburtenrückgang auch in Ungarn Die jüdische Statistik Ungarns Zeigt in ihren neuesten Ergebnissen, wie auch die Inden dieses Landes einem unaufhaltsamen "AuslvsungsprouO aus sich selbst heraus entgegensehen. Nach einer amtlichen Veröffentlichung ist die Zahl der Geburten aus rein jüdischen Ehen im Jahre 1933 in der Stadt Budapest auf 1520 zurückgegangen. Gegenüber dem Jahre 1920, also 13 Jahre zuvor, bedeutete dies noch mehr-als eine Halbierung der jüdischen Geburtenzahl, denn noch in diesem Jahre wurden 3345 jüdische eheliche Kinder geboren. Wenn auch die Kindersterblichkeit in der gleichen Zeit erheblich zurückgegangen ist. so ist doch der Gcburtennachwuchs so stark vermindert, daß ohne Zuwanderung eine Aufrechterhaltnng des Bestandes der jüdischen Volksschicht in Ungarn dann nicht gewährleistet ist. wenn hier nicht aus dem Verantwortungsbewußtsein der Juden Ungarns bzw. Budapests heraus —- natürlich unter-der Voraussetzung der nürtschaftlichen Mög. lichkeit hierzu — eine Abkehr von dem Ein- und Keinkindsystcm erfolgt. Oie Unruhen in Polen Der Verband polnischer Juden in Amerika hat beim polnischen Generalkonsulat in New-"gork gegen die judenfeindlichen Unruhen in Polen pro? testiert: der Generalkonsul Dr. Gruszka erklärte, die Regierung werde weitere Exzesse nicht dulden. Während auch sonst in der letzten Woche der Eindruck entstehen konnte, daß die Welle der Unruhen bereits abgeebbt wäre, häufen sich tatsächlich auch jetzt noch, beunruhigende Nachrichten^^ aus den verschiedensten Städten. In At v s l o w i c e in Polnisch-Qberschlesien wurden die Fenster jüdischer LÄohnungen zertrümmert, in Radom chat ein lltationaldemokrat, der einen Juden schlagen wollte, versehentlich ein nichtjüdisches dreijähriges Kind verletzt, in Lodz ist ein jüdischer Schneider an den Folgen der letzten "Ausschreitungen gestorben. an der Posen er Universität und auch in posenschen .Kleinstädten wird weiter gegen die Juden demonstriert. Der Kampf gegen die Juden an den Universitätenwird, wenn auch ohne direkte Gewalttätigkeit. fortgesetzt. In Posen mußte Nun auch die - landnnd sorstwirtschastliche Fakultät die Vorlesungen abbrechcn, nachdem ihr Dekan, Prof. Terlikowski. bei den gegen die jüdischen Studenten " gerichteten Demonstrationen beschimpft und mißyandelt worden ist: der liberale Warschauer Pinchologe Prof. Witwicki mußte, da auch er bedroht wurde, seine Vorlesungen unterbrechen, ebenio der Jurist Pros. Dombrowski in Lemberg. Die jüdischen Sejmabgeordneten haben beim Ministerpräsidenten, beim Justiz- und Jnnen- 0 minister Klagen über das Versagen der Behörden gegenüber der antisemitischen "Agitation geführt nnd die Universitätsbehörden der stillen Duldung bezichtigt, zumal der Polizei der Zutritt zu den Universitäten verboten blieb. — Die offiziöse ..Oazetta Polska“ erklärt in einer Polemik gegen die ^Artivnaldemokraten. deren airtisemitische Forderungen seien ja längst erfüllt, der Kampf gegen die ..VerjndungZ der Universitäten, wo der "Anteil der Juden ja nicht einmal ihrem Anteil an der Mit Zustimmung des dem griechischen Kabknett angehörenden Salonikier Generalgvuverncur Mandas wurde auf Vorschlag der Jüdischen Gemeinde zu Saloniki die bisher /„Regie-Vardar" genannte jüdische Vorstadt nach, dem durch seine Judenfrelmdschaft bekannten Erzbischof Latas umbenannt. Ter 1834 geborene und 1894 gestorbene Erzbischof Latas von Preveza war nach Absolvierung seiner Studien im griechisch-orientalischen Pricsterseminar von Jerusalem und an der Theologischen Fakultät von Athen in seiner geistlichen Laufbahn stets warmherzig für die Juden und die jüdische Religion eingetreten.. Zur Zeit der Pogrome in Rußland war er der erste, der in Griechenland: zu össentlichem Protest aufrieß Seinem.Kampf gegen den "Antisemitismus diente auch bie von ihm zwei Jahre lang hcrausgcgebeNe Zeitschrift „--ion". König Georg II. von Griecheüland bat eine Abordnung, bestehend aus dem Lberrabbiner Tr. Zwi Koretz, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Saloniki Leon Gattegnö und dem Vize-' Vorsitzenden Haimachi Cohen empfangen. "Als .,Führer-der Delegation brachte der Qberrabbiner vor dem König die Loyalitätsgefühlc der gesamten jüdischen Bevölkerung des Landes zum Ausdruck. In seiner Antwort sprach König Georg II. den Dank sür das ihm von der jüdischen Bevölkerung cntgcgengebrachte Vertrauen aus. „Ebenso wie mein Großvater Georg I. und mein Vater Konstantin XII.", erklärte der König, „werde ich in meinen jüdischen Untertanen-stets ein fortschrittliches Element schätzen und ihnen meine volle Sympathie schenken." Anläßlich eines Besuches in Turin empiing Kronprinz Umberto den dortigen Qberrnbiner Dr. Dur io D i s e g n o in längerer "Arrdienz. Der Lberrabiner brachte dein Kronprinzen die Ergebenheitsgefühlo der alten Turiner Jüdischen Gemeinde zum "Ailsdrllck. die noch vor Entstehilpg des italienisckien Reiches einen besonderen italie- ' nifchen Patriotismus und treue Anhänglichkeit an die Dynastie Savoyen bewiesen habe. > Der Verl>and der jüdischen Gemeinden Italiens hat an die italienischen Juden den "Appell gerichtet. Gold. Silber und' andere Edelmetalle dem - Staat in schwerer Zeit zur Verfügung zu stellen. Ter Lberrabbiner von Rom, Tr. "Aldo B ä t te s . wurde in Begleitung anderer' Mitglieder des rabbiuischen Rates vom Generalsekretär der Faschistischen Partei empfangen lind übergab den goldenen Schlüssel zu dem Thoraschrein der Snnagoge von Rom sowie einen großen silberneu Snnagogenleuchter zum Zeichen der Qpferbereitfdjmt des italienischen Judentums für das Vater- Oesterreich Unter Führung des Präsidenten der Wiener Israelitischen Kultusgmeinde. Staatsrat Dr. Desider Friedmann, übergab eine "Abordnung der jüdischen "Aerzie Wiens dem Minister sür soziale Wohlfahrt. Dobretsberger, ein Dtemorandum über die Zurücksetzung jüdisckier Aerzte in staatlichen und städtischen Krankenhäusern und'forderte, daß den staatstreuen jüdischen Acrzten die gleiche Behandlung wie den übrigen Ständesgenvssen zuteil werde. In der Synagoge des Bezirkes Brigittenau in Wien lvurde eine Gedenktafel für die zahlreichen jüdischen Kriegsgefallenen dieses Bezirkes enthüllt. Bezirksrabbiner Tr. M u rmel st e i n hielt ^die Festrede, in der er von dem „Unbekailnten Soldaten" des Weltkrieges in einem besonderen jüdischen Sinne sprach. /Nachdem der Bundessührer des Bundes jüdischer -Fröntsoldaten-Qesterreichs, Hauptmann Edler von F r i e d m a n n , der gefallenen Kameraden gedacht hatte, erinnerte Generalmajor Baron Q d o l g a als Vertreter der alten Armee daran, daß man an der Front mals nach dem Glaubensbekenntnis gefragt, nnd daß die Kugel keinen Unterschied zwisckren Mensch und Mensch gemacht habe. Mit hoher Anerkennung sprach der General von den jüdischen Soldaten. die unter seinem Kommando im Kriege kämpften. MargraH^Co. Juwelen - Gold - Silber UNTER DEN LINDEN S uiinim mothhiitoi TAUENTZIEN STR. 1 8 a ickc nuknbiroir strässi KANONIERSTRASSE 9 ENGROS ABTEILUNG Di« schönsten Gesch«nkar11k• I zum Chanukkafeste in reichster Auswahl! AUCH ANKAUF! TILIPONi SAMMELNUMMER A 2 FLORA 69S1

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