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Central-Verein-Zeitung · 1935-12-12 · 50 (12.12.1935) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
50 (12.12.1935)
Date
1935-12-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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57. ds.: Die Israelitische Kultusgemeinde Bamberg 1803—4853. Bamberg (o. J.), Handelsdruckerei Eine Jubiläumsschrift. Bayreuth 58. A. Eckstein: Geschichte der Juden im Markgraftum Bayreuth, 1248 bis 1780. Bayreuth, Schisberg, 1907 Floss 59. M. Weinberg: Geschichte der jiidischen Gemeinde Floss. München,- 1927 Fürth ' 66. L. Lowenstein: Zur Geschichte der Juden in Fürth. Frankfurt ü. M., 1909 Nürnberg 61. Freudenthal: Die Israelitische Kultusgemeinde in Nürnberg 1874 bis 1924. Nürnberg, 1. Bulka, 1925 Wichtige Darstellung einer modernen Gross* gemeinde. Kurpfalz 62. Leopold Lowenstein: Geschichte der Juden in der Kurpfalz. Frankfurt a. M., Kauffmann, 1895 Oberpfalz 63. Magnus Weinberg: Geschichte der Juden in der Oberpfalz. Mehrere Teile. Sülburg (Oberpfalz), Selbstverlag, 1910ff, Regensburg 64. Isaak Meyer: Zur Geschichte der ' 1 Juden in Regensburg. Berlin, Lamm, 1913 65. R. Straus: Die Judengemeinde Regensburg im ausgehenden Mittelalter. S. unter III, 8 66. Wilhelm Grau: Antisemitismus im Mittelalter. Das Ende der Regensburger Judengemeinde 1450 bis. 1519. S. unter III, 9 Das Werk eines jungen christlichen Historikers. 3. Hessen a) Territorialgeschichte 67. Samson Rothschild: Emanzipationsbestrebungen der jüdischen Grossgemeinden des Grossherzogtums Hessen. 1924 b) Provinzial- und Stadtgeschichte Bingen 68. Richard Grünfeld: Zur Geschichte der Juden in Bingen. Frankfurt a. M., Kauffmann, 1905 Worms 69. Samson Rothschild: AusVergangenheit und Gegenwart der Israelitischen Gemeind^ Worms. 6. Auflage, 1926 70. Festschrift der Wormser Gemeinde zum 900jährigen Bestehen der Synagoge zu Worms. Berlin, Philo- Verlag, 1934 Enthält Aufsätze u. a. von: Elbogen, Dienemann, Frcudenthal, Holzer. Kisch, Kober, Krautheimer, Stern. 4. Baden a) Territorialgeschichte 71. Berthold Rosenthal: Heimat - Geschichte der Badenschen Juden seit ihrem geschichtlichen Auf treten bis zur Gegenwart. Bühl (Baden), 1927 72. Selma Stern: Die Emanzipation der, ' Juden in Baden, im „Gedenkbuch zum 150jährigen Bestehen des Oberrats der Israeliten Badensf*. Frankfurt a. M., Kauffmann, 1934 b) Provinzial- und Stadtgeschichte Bodenseegebiet 73. L. Lowenstein: Geschichte der Juden am Bodensee und Umgebung. Kon- , stanz, 1879 Freiburg i. B. r 74. Adolf Lewin: Juden in Freibürg i.B. Trier, 1890 5. Württemberg a) Territorial geschichte 75. Th. Kroner: Die Juden in Württemberg (als Anhang zur „Geschichte der Juden von Esra bis auf die Jetztzeit“). Frankfurt a. M., 1889 b) Provinzial-und Stadtgeschichte Heilbronn 76. Oskar Meyer: Geschichte der Juden in Heilbronn. 1927 Jebenhausen 77. A. Tänzer: Die Geschichte der Juden in Jebenhausen und Göppingen. Stuttgart, Kohlhammer, 1927 Das typische Schicksal einer jüdischen Gemeinde in Deutschland wird dargestellt. Ulm 78. Eugen Nübling: Die Judengemeinden des Mittelalters, insbes. die Judengemeinde der Reichsstadt Ulm. Ulm, Gebr. Nübling, 1898 6. Thüringen a) Territorialgeschichte; 79. Siegbert Neufeld: Geschichte der Juden in Sachsen und Thüringen. S. unter III, 28 b) Provinzial- und Stadtgeschichte Erfurt 80. Adolph Jaractewski: Geschichte der Juden in Erfurt. 1868 Nordhausen 81. Heinrich Stern: Geschichte der J_Juden in Nordhausen, Nordhausen, 1927, Selbstverlag (Fortsetzung folgt) Eigehwelt und Umwelt Vortrag von Ludwig Feuchtwanger im Berliner Jüdischen Lehrhaus Mit besonderer Spannung war der Lehrhausvortrag Ludwig Feuchtwangers am Donnerstag, dem 5. Dezember, der sich unter dem' Gesamtthema „Eigenwelt und -Umwelt" mit den Persönlichkeiten Franz Rosenzweigs w'd Jakob Wassermanns auseinandersetzen sollte, erwartet worden. Ist doch Ludwig Feuchtwanger, auf dessen Bedeutung erst - vor wenigen Wochen anläßlich seines 50. Geburtstages in diesen Blättern hingewiesen werden konnte-' eine zentrale Persönlichkeit: des jüdischen Gegeuwartslebens. die mit einer seltenen Weite des Blicks„ die Fragen unseres Mischers Lews zu durchleuchten sucht- Tatsächlich brachten auch seine Ausführungen eine Fülle von eigenen Forschungsergebnissen, dessen Wert durch eine abweichende Anfsassung, sei es in der Gesamtkonzeption, sei es in den Einzelheiten, nicht geschmälert werden kann. Wir erlebten ein seminaristisches Reszrat, dessen Inhalt nur ganz kurz wiedergegeben sei. Beide- Rosenzweig und Wassermann, nehmen ihren Ausgangspunkt in der gleichen Epoche, die gekennzeichnet war durch eine Ueberschätzung des Rationalismus und einen gewissen Mangel an Ehrfurcht. Rosenzweig fand, wenn auch in einem späteren Abschnitt seines Lebens, den Durchbruch zum Judentum. Für ihn wurde das Judenttmr später zentral. Für Wassermann hingegen, der Zeit seines Lebens mit seinem Judesein. gerungen hatte, stand es stets an der Peripherie seines Seins. Zn'dem außerjüdischen Weg Rosenzweigs führte Feuchtwanger viele Einzelheiten aus dessen philosophischem Werk an, dessen Abhängigkeit von der Philosophie Schellings einerseits und philosophischen Gegenwartsströmungen andererseits er darlegto. Die schmale Naht zum Judentum innerhalb seiner Philosophie sollte dargestellt werden durch einen zur Borlesung gelangten Abschnitt aus dem „Stern der Erlösung", in dem Nosenzweig die besondere Situation des jüdischen Volkes, das lediglich durch die Triebkräfte des Blutes, nicht hingegen durch die vergängliche-Macht eines eigenen Staates zusammengefaßt werde, charakterisierte. Wir hätten sehr gern etwas Entscheidenderes und Konkreteres über den Inhalt dieses zentralen Judentums RosenzweigS ersahren. Durch die rein quantitative Einteilung des Vortrages stand die mehr oder weniger bedingt anzunehmende Philosophie Rosenzweigs im Vordergrund, so daß das unbedingte „Ja", das doch auch Feuchtwanger zur Persönlichkeit Rosenztveigs sagt, keinen genügenden Ausdruck fand. Gewiß, wir müssen uns vor jeder Mhthisierung jüdischer Persönlichkeiten hüten, da sie leicht auf Kosten der Klarheit des eigenen Blickfeldes gehen kann. Die Persönlichkeit Rosenzweigs aber, die heute als überragende überparteiliche, richtungsweisende Figur des jüdischen Seins empfunden wird, hätte u. E. nicht in dieser Weise vor der breiten Oeffcgitlichkeit atomisiert und damit — ungewollt — verkleinert zu werden brauchen. Aehnliches gilt für Jakob Wassermann. Wenn wir auch hier der Kritik Feuchtwangers im Prinzip zustimmen, so hätten wir doch gern gesehen, wenn Feuchtwanger ihm im stärkeren Maße gerecht geworden wäre. Feuchtwanger schilderte, wie Wassermann stets nur die einzelnen Juden, nicht aber das jüdische Leben in seiner Gesamtkonzeption erfaßt habe, wie er sich meist mit der Schilderung pathologischer Ahasvertypen begnügt habe, und wie auch hierbei der jüdische Mensch nur Fassade gebildet, habe für einen vermeintlichen Kamps nicht um der Juden, sondern umder Gerechtigkeit nullen, Aber mir Hütten bei alledem eine stärkere Einfühlung in. dieses ans der damaligen Zeit geborene- Ringen für. richtig gehalten. Die .Tatsache,- daß die, Zeit-- gegen ihn und fnr'NosenPveig ihren Lauf, nahm, ., durfte nicht allzu sehr.als Maßstab; für das Wir-' ken Jakob Wassermanns - angewandt werden. Wir dürfen nicht verkennen, daß da? tiefreichcnde Problem-der geistigen Eiiwrdnung eines jüdischen . . Mensclgm' in den - europäiscl^'n' Kulturkreisvvn überzeitlicher: Bedeutung ist, und, da -es."wegen seiner Kompliziertheit nie zu einer restlos ausgehenden Lösung führen, kann, stets unsere Besten beschäftigen wird. ' Zu diesen inhaltlichen Einwendungen, bei denen die rein philosophischen Fragen bewußt außer Betracht geblieben sind, kommen die pädagogischen: 'Dieser Vortrag - gehörte, wie auch Feuchtwanger selbst mit Recht anführte, in eine seminaristische Arbeitsgemeinschaft, nicht hingegen auf einen offenen Lehrhaüsabend. Es soll hier keine Lanze sür'die geistig Trägen gebrochen werden. Ein jeder wird froh sein, daß das Lehrhaus mit den leider sonst vielfach üblichen Methoden der' bildungsmäßigcn Vorträge Und rein rhetorischen Leistungen über jüdische Themen hinausgegangen ist, und daß hier wirklich inhaltlich substantiierte geistige Arbeitsergebnisse der einzelnen' Dozenten zusammengetragen werden. Das-Publikum hatte-auch an den vorangegangenen Abenden bewiesen, daß es auch etwa schwierigeren Darlegungen folgen kann. Aber es kommt darauf an, daß diese Anforderung an das rein wissensmäßige Rüstzeug nicht so überspannt wird, .wie dies am letzten . Abend geschah. s Gerade weil wir an die Darlegungen Feuchtwangers stets mit besonderen Erwartungen Herangehen. sei es uns erlaubt, diese methodischen und inhaltlichen Einwände zu erheben. Dr. Wcruer Rosenstock. Dr. Ludwig Feuchtwanger gab im Jüdischen Lehrhmis, in Karlsruhe in seinem Vortrag „Palästina und die Diaspora", über den wir ausführlich berichteten, als er ihn in Berlin hielt, einen historischen Durchblick dilrch dieses Wechsel- Verhältnis von der Antike bis heute, bei dem es ihm um das Verständnis des Schwebezustandes jüdischen Schicksals ging, der in dem Verhältnis Palästina—Diaspora ^begründet liegt. Feuclst- N'änger entwickelte seinen Geda.nkengäng an vier Beispielen jüdischer Geschichte, die er als Kreuzpunkte der Gedankenkreise jüdischen Lebens bezeichnete: an der . frühen jüdischen Tiasporagemeinde in Elephantjne im Zusammenhang mit der. Heimführung der Gefangenen aus Babylon durch Esra, an den Ereignissen beim Untergang des jüdischen Staates 70 n. Chr. in Verbindung mit den damals ausgekonnnenen eschatologischen Vorstellungen, an. den jüdischen Pilgerfahrten nach Palästina im Mittelalter und schließlich an dem am. 2. Oktober 1018 stattgehabtcn Gespräch des Wiener Oberrabiners Hirsch Perez Chajes mit dem damaligen Kaiser Karl über die Lage der Ostjuden Oesterreichs und über die Bedeutung Palästinas für das jüdische Leben. Der bedeutsame Vortrag fand auch in Karlsruhe interessierte und.dankbare Hörer. „Der Anschluss besteht nicht mehr" Von meinem kleinen, schäbigen Telephon- Notizbuch möchte ich mich niemals trennen. Es ist sicherlich schon zehn Jahre alt und trägt die Spuren des hohen Alters aus seinem grünledernen Einband. Seitdem das Büchlein bei mir ist, hat es immer auf meinem Schreibtisch gelegen, gleich zur linken Hand, neben dem Telephon, ein stummer Diener meiner Gesprächigkeit ~ Manchmal geht meine Hand wie hingezogen zu dem Notizbuch. Eine Nummer suchen — anrusen k Nein. Nur alte Namen, alte Nummern leise grüßen. Wenn ich es null, kommen die Menschen zu mir, die hinter diesen Nummern stehen — — standen! Hilde B.. Oliva 0605. Ich hätte die Telephonnummer nicht zu notieren brauchen; denn der Weg von meiner Wohnung zu Hildes Haus war 'so kurz, daß ich eben mal hinüberspringen konnte, um nachzusehen, ob in ihrem Zimmer Licht war. Dann saßest du meist, Hilde, an dem., großen Männcrschreibtisch. der nicht einmal groß genug war für die „Berge" von Arbeit, die du häufig mit nach Hanse nahmst. Einmal am Abend batest du mich von oben aus dem Fenster, ich möchte dir Zigaretten besorgen, du seist .festgefahren aus Mangel an Dampf. Ich ging in unser kleines Eafö an der Ecke. Und dann wandest du mit einer kunstvollen Angel hie Zigarettenschachtel durch das offene Fenster ins Hochparterre hinauf. ' So oft ich an „deinem" Hanse vvrbeigehe, lasse ich insgeheint für muh einen kleinen, unsichtbaren Film lausen: Du blickst, von meinem Pfiff gerufen, erwartungsvoll aus detn Fenster, winkst und lachst und machst mir Zeichen. Du kommst im Hellen Sommer-Complet am Sonntagmvrgen die Treppe herunter fragst: „Wieder nach Eladow?" Tu sitzest müde. aber niemals matt, in einem tiefen Sessel am rundenTisch, und wir halten Generalstabskritik über die Strategie und Taktik unseres Privat- und Berufslebens. Seitdem du Berlin verlassen hast, wirst du an vielen mir unbekannten Tischen gesessen haben. Dtl hast in Tel - Aviv Eisgetränke serviert -und' in Haifa Hüte allsprobiert; du hast in einer Hühnerfarm geholfen. Jetzt suchst du „mal wieder" Arbeit. Du hast Iwrit und Englisch gelernt und mit vielen fremden Menschen in den fremden Sprachen geredet. Zu mir sprechen nur noch deine Briefe. In den Briefen finde ich dich, wie du hier tvarst, mit mir warst. Ist es ein Irrtum, wenn ich glaube, ich könute deine Art und.Form ttuvertvandelt in mir hegen und bewahren!! Schreib mir bitte immer weiterdeine klugen Briese, die jungenhaft spotten und lachen, weiblich lächeln und männliche Kraft und Selbstbehauptung ksmden. — Oliva 0605. „Ter Anschluß besteht nicht mehr". Zehlendorf 8823. Ach ja, die Nummer hätte ich kürzlich „beinahe" wieder änrüfen können! Denn du warst hier, Ruth, Plötzlich . wieder hier, nur eine halbe Fahrstunde von mir entfernt. Habe ich mich auch sichtbar und fühlbar genug gefreut, als ich dich und deine beiden geliebten Mädelchen wiedcrsah? Für die ganz große Freude fehlen nns die Ausdrucksmittel. Man wird sttnnm. Man wird ganz Auge. Und oie Augen füllen sich mit Tranen, weil das Hirz vor dem übermächtigen Glück iin-' Fassungskraft verliert. Du hier, liebe, gute lliutl,. neben mir. wie in dett unwahrscheinlich icho.-un Jahren damals und in den ftlminf-rr.rm iti u späteren Jahren. — Nun ft-io ihr um-occ abgereist. Es war nur eiit kurzer Besuch bei deinen Eltern. Ich durfte ilicht bitten „bleibt" oder „konuüt doch bald wieder". Es war ein Geschenk. Tank für das Geschenk! Mein „Doktor für alles" — wo mag er nur fein Vor einem'Jahr ließ er mich dltrch einen gemeinsamen Bekannten grüßen, der ihn in Budapest getroffen hatte. Er fei noch/ auf der Wanderschaft, ließ er mir sagen. Seitdem kam keine Nachricht mehr. Weil Sie mich nicht wieder gesund machen können, verehrter Dr. F., bemühe ich mich, nie krank zu werden. Es gelingt mir nur leider nicht ganz. Wie oft sind die H.'s doch in Berlin umgezogen. Immer wieder kam eine nette Nummer in mein geduldiges' Büchlein. Dann zogen sie ganz fort. Seitdem schreiben sie ab und zu lange Rundbriefe an ihren großen Freundeskreis. Die Briese sind eine wunderliche Mischung von Selbstgespräch 'und sachlichem Bericht. Paul H., der ausgezeichnete Pädagoge, hofft jetzt „German Professor" an einem College in Pennfylvanien zu werden. Erika, feine Frau, ist mit ihrem rastlosen Tätigkeitstrieb auch „drüben" immer in Tätigkeit. Ein Jahr lang hat sie an einer Strumpfstopfmaschine gesessen. Dann hat sie aushilfsweise in einem Kinder-Camp gearbeitet. Als es einmal gar nicht mehr gehen wollte, wurde sie „Wiener Köchin" in einem großen Hause. „Das macht man einfach so". Pflegte Erika zu sagen, wenn man mit praktischen Nöten zu ihr kam. Wahrscheinlich hat sie das auch zu sich selbst -gesagt, als sie, die von Beruf Bücherrevisorin ist, plötzlich vor einem fremden Kochherd stand und vier „Gänge" anf den Tisch zaubern sollte. - . ' Da ist der Buchstabe N. — Ta „ist" Annette R.. meine kleine Wahltochter, wie wir im'Spaß sagten. Ter Abschied, von Annette steht oft noch so hart und quälend vor mir, als sei er heute morgen gewesen. In il>rem braunen Flauschmanteh < die Baskenmütze fesch auf's Ohr gezogen, spratrg sie erst im letzten Augenblick in den Zug, der sie nach Holland zu einer „entfernten Tante" bringen sollte. Ich stand hinter ihren Eltern auf dem Bahnsteig. Wir konnten zuletzt gar nicht mesir sagen, sondern versuchten nur, dieses herbe imö doch anmutige Mädchen von 17. Jahren, mit den Blicken festzuhaltcn. Bei der entfernten Tante hat Annette nicht lange bleiben können. Sie hat sich allein durchgeschlagen. Zwei Winter und einen Sommer laug hat sie in einer finsteren, unheizbaren Dachkammer gewohnt. Dann ging es schrrttchenweise vorwärts. Annette schrieb vorige Woche: „Damit'ihr drei euch endlich .keine Sorge mehr um mich macht, habe ich mich mit einem uetten und tüchtigen Mann verlobt. Er heißt Werner' Lobenheim. Seine Eltern wohnen in ^Charlottenburg. Ihr könnt sie gleich anrtifen." Wir haben gleich angerufen. Der Anschluß besteht noch. Kiito Marcus. Im Berliner Rathaus wird vorn 6. bis 2:1 Dezember eine Kunstlnesso und Weihnaästsschau für das Winterhilfswcrk „Künstler in Rot" veranstaltet. Ätit der Ausstellung ist eine Sonderschau „Ein Künstler sieht den Juden" verbunden. Alfred Auerbach veranstaltet mit der Gruppe Frankfurter Darsteller am 4.'- Januar 101» in ' Ofsenbach und mit 11. Januar 1.0:16 in Frankfurt, Saal der Unterlindau „künstlerische Abende"..Tie -Grundidee seiner Tertc ist „Palette der Komödien", Komödien mit T a n z s z e n c xt a I s A nsage! Mar Untermahcr (bisherige .Künstlername: Mar Rap m er) sang mitgroßem Erfolg im Luxemburger Rundfunk, in vier Konzerten' in Berlin und in zwölf vom Preußischen Landesverbands jüdischer Gemeinden im Rheinland und in Westfalen veranstalteten Kulturabenden. Der Jüdische Kulturbund Berlin bringt als nächste Reueinstudierung Bizets „barmen" unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Joseph R v s e n st o ck. - Für die Kinder seiner Mcstglieder veranstaltet der Berliner Kulturbund in seinem Tbeater zwei bunte Rachmittage am llä. und :26; Dezember, Es wirken mit: 'Max Ehrlich, der Zauberkünüler Bcrger-Balan: ferner gelängt Lüenbachs Einakter „Der Hanni weint — die Haust lacht" zur Aufführung. - Am 26. Dezember gibt im Rahmen einer Sonderveranstallmng des Kulturbundes Lotte Lewn (Lconardl einen Lieder- und. Arienabend im Beethoven-Saal.

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