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Central-Verein-Zeitung · 1935-12-05 · 49 (5.12.1935) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
14 (1935)
Issue
49 (5.12.1935)
Date
1935-12-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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8. Dezember 1 9 3 5 Jiiili$chrann[«iahilß Haltung der spanischen Juden verstehen. Was war das Charakteristische der spanischen Juden» das. was sie von den Juden Mittel- und Osteuropas in jener Zeit abhob? Es war das im Mittelalter sonst in jenen Landstrichen nicht anzutreffende Vcrwvbensein mit der Kultur des Landes bei gleichzeitigem Wurzeln in jüdischer Tradition und jüdischreligiöser Lebensführung. Spanien war geprägt worden durch die arabische Kultur, die in jenen Jahrhunderten eine besonders hohe, gewesen war. die.in der Kulturgeschichte der Welt als die 'Vermittlerin zwischen der antiken und den neu sich bildenden abendländischen Kulturen zu verzeichnen ist. Und auch, als die Zurückdrängung der maurisch-arabischen Herrschast durch die erstarkende christliche Herrschaft sich schrittweise vollzog, war die neu sich formende kastilianische Geisteshaltung entscheidend von der Erinnerung an die arabische Kultur des Landes beeinflusst. An dieser Hochblüte der Kultur Spaniens 'nahmen die Juden in eiicer Weise teil, wie sie ihnen anderwärts, in jener Zeit nicht möglich gewesen wäre. Ihre Eingliederung in die Gesellschaft. in die Lebensform^ ihre rechtliche Stellung war eine solche, daß sie, abgesehen vom Religosen. an dem gesamten Kulturleben des Landes nicht nur teilnahinen, sondern auch tätig ihren Beitrag dazu leisten konnten.. Sie hatten die Möglichkeit, sich die umfassende Bildung anzueignen, die in jener Zeit die geistige Atmosphäre Spaniens bestimmte, sie rvaren in Wort und Schrift mit der Sprache des Landes, zuerst der arabischen, dann der kastilianischen. vertraut, in ihr heimisch, mit seiner Philosophie, feiner Dichtung, seiner Wissenschaft, seinen Künsten verwachsen. Sie hatten die Haltung, den Stolz und die Seelenfärbung des Spanitzrs. Und zugleich standen sie fest in der jüdischen Traditionen der lebendigen religiösen Uebung. Ihr Weg war nicht dermus einem Äbgetrenntsein. einem Ab. geschlossensein in das freie und ungehemmte Mitleben mit ollen anderen gewesen, bei dem der Eintritt in das Neue den Blick für die Weite des Alten verdunkelte, sie waren von Anfang an in.beiden Elementen ihres geistigen Seins, dem jüdischen und dem der allgemeinen Kultur des Landes, so heimisch, daß beide in ihrer Seele sich verwoben. Durch zwei geistige Strömungeil waren sie hindurchgeschritten; ihre geistigen Führer hatten laUge-i-n—ihrer Art das Judentum auszusassen und lehrend zu begründen zur philosophischen Spekulation geneigt; in einem Zeitalter rationalistischen Denkens war es ihr wichtigstes Anliegen, den Glauben nn Gott auch von der Seite des Denkens her zu befestigen, den Inhalt des Judentums als mit den Forderungen der Dernunft übereinstimmend nachzuweisen. Als gegen die Vor- Herrschaft der Vernunft in der Begründung und Bewertung dsr Frömmigkeit sich Widerspruch regte, waren viele in eine neue Mystik — Kabbalah war der Narye für sie — geraten, auch sie tat sich nicht nur in einer naiven Gläubigkeit kund, sondern war philosophisch verbrämt. Bei beiden Geistcshaltungen war die Verbundenheit mit Tora und Talmud unerschüttert und das Forschen in ihnen Selbstverständlichkeit der seelischen Grundhaltung. . Die durchschnittliche Höhe ihrer Bildung, hatte, ihren Sinn vom Judentum nicht abgelenkt, vielmehr hatte die Art und Form ihrer Bildung - sie dazu geführt, ihre Religionsquellen tiefer zuerfassen, ihre Lehre gründlicher und bewußter zu durchdenken. sich von ihr aus mit der Umwelt auseinanderzusetzen. Die Bildung der Zeit hatte auf ihren Willen zum Judentum, von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, nicku auslösend gewirkt. sondern befestigend und vertiefend. Zwar ist die Tatsache nicht wegzustreichen, daß, ein im damaligen Deutschland unerhörter Vorgang. Tausende in der Stunde der Gefahr den Weg der Scheintaufe, des äußerlichen Abfalls gingen, aber nicht in der auslösenden Tendenz ihrer Bildung war hier der Grund zu finden, sondern eher in der Selbstverständlichkeit de? Heimatliebe. die bei vielen so groß war, daß vor ihr das Religiöse zurücktrat, und dann ist es ja gewiß, daß sie alle, die den Weg der Taufe gingen» an ein Vorübergehen des Verhängnisses - glaubten und den Willen zur raschesten Rückkehr hatten. Eine der-ältesten Familien des Landes war , die der Abrabanels. Sie führten ihre Abkunst auf das davidische Königshaus zurück. In Sevilla war die Familie beheimatet. Ter Vater Jizchaks wanderte > nach Lissabon aus. Tort wurde Jizchäk 1437 geboren. Früh bereits trug er sich mit literarischen Plänen. Dies Planen schon war Zeugnis seiner Vertrautheit mit dem jüdischen Schrifttum, mit dem Schrifttum der Philosvphen und derreligiösen christlichen Literatur und zugleich der Selbständigkeit des Denkens. Ueber den lVlore dcls Maimonides hielt er Vorlesungen, die große Beachtung fanden. In jungen Jahren schon hatte er Gelegenheit, sich für bedrängte Juden einzusetzen. Ter König von Portugal hatte von einem Kriegszug nach Afrika unter anderen Gefangenen Juden mitgebracht, die nach der damaligen Weise im Land als Sklaven verkauft wurden, Jizchäk stellte sich an die Spitze eines Komitees, das Mittel aufbrachte, er reiste im Lande umher, löste die Gefangenen aus. sorgte für ihren Unterhalt, schuf ihnen die Möglichkeit, sich in die Wirtschaft des Landes einzrigliedern und sich selbständig zu erhalten. Er hatte in Lissabon Rang und Ansehen. Der König Alfonso V. hatte ihn an seinen Hof gezogen lind ihm das Finanzwesen an vertraut. Aber nach dem Tode Alfvnsvs trachtete dessen Nachfolger. Joüo II., dem Diener seines Vaters nach dem Leben. Rechtzeitig gewarnt rettete sich Jizchäk, all sein Hab und Gut und vor allem seine Bücher ließ er im Stich. In Toledo ließ er sich nieder. Dort nahm er seine literarischen Arbeiten wieder auf, zu deren Unterbrechung seine Amtsgeschäste ihn gezwungen hatten. -Er berichtet in seinen selbstluvgraphischen Angaben, die in seinen Schriften verstreut sind, daß er vom 10. bis 20. Eheschwan des Jahres 1434 einen Kommentar zum Buche Jehoschua geschrieben hat, vom 1. bis 25. Kislev einen zum Buche Richter, vom l. Tebet bis. 13-. Adar einen Zum Buche Schmuel. Die Kürze der Zeit, in der, er diese Kommentare schreiben konnte, zeigt an. wie lange er sich bereits mit dem Stofs besaßt und in Gedanken schon alles vorbereitet hatte. Als er die Arbeit mit dem Buch der Könige fortsetzen wollte, ries ihn König Ferdinand an Den Hof. übertrug ihm die Leitung der Finanzen. In dieser hohen Stellung war er der Fürsprech der Juden in dem Schicksalsjahr 1492. Mit seinen Brüdern ging er den Weg in eine neue Verbannung. In Neapel dachte, er jetzt eine Heimstatt zu finden.- Tort nahm er die Arbeit am Bibelkommentar wieder auf. Wiederum zog ihn dort der regierende König in seinen Dienst, und mit dessen Nachfolger floh er. als Karl VW. von Frankreich ihn mit Krieg überzog, nach Sizilien. Aufs neue all seines Besitzes und seiner Bibliothek verlustig, ging er nach des Königs, seines Gönners Tod nach Korfu und von dort nach Monopol! in Apulien. Tort widmete er sich sofort wieder seiner literarischen Arbeit, acht ruhige Jahre waren ihm jetzt vergönnt, in denen er eine umfangreiche wissenschaftliche Tätigkeit entfaltete, eine glückliche Fügung spielte ihm seinen in Lissabon begonnenen Kommentar zum fünften Buch Mose in die Hand, den er im Stiche hatte;-lassen müssen, als er aus Lissabon -floh. Den Abend seines Lebens verbrachte er in Venedig, auch dort inmitten seiner Arbeit am Bibelkommentar und seinen sonstigen religiösen Schriften wieder in die staat- , liehen Geschäfte hineingezogen. Im Auftrag der Republik hatte , er Verhandlungen mit Portugal -über den Gewürzhandel zu führen. Im Jahre 1508 starb er, wurde in Padua, bestattet. Aber es war, als sollte derim Leben so viel Herumgehetzte auch rm Tode keine Ruhe finden. Im Jahre nach seinem Tode wurde : . in einer kriegerischen Verwicklung, um den Friedhof in-Padua gekämpft, er wurde zerwühlt- und die-Grabstätten waren nicht - mehr kenntlich. " - Ein reiches Lebenswerk war Jizchäk Abrabanel vergönnt. Neben seiner Leistung im öffentlichen Dienst des Landes steht feine literarische religiöse Arbeit. Zu dem Bibelkommentar, vom 1. Buch Mose bis zu den zwölf kleinen Propheten und den Büchern der Chronik, einem Kommentar, zu den Sprüchen der Väter und der Pessachhaggada gesellen sich philosophische Schriften und eine Reihe von Schriften über messianische Probleme — hier ist besonders eine Auseinandersetzung mit der chrisiologischen Ausdeutung von messianjschen Bibelstellen zu erwähnen. Seine Kommentare zu den biblischen Büchern trägen die Eigenart, daß er jedem Abschnitt eine Einleitung vorausschickt-, in der er alle aus dem Abschnitt sich ergebenden Fragen, die für das Verständnis und den Zusammenhang wichtig sind, formuliert und die Antwort auf sie zu geben versucht. Er plante eine Geschichte der Schicksale Israels. Er hat den Plan nicht ausführen können, aber daß er in einer Zeit, in der geschichtlicher Sinn noch nicht wieder erwacht war, solche Pläne hatte, ist beachtenswert. Von seinen philosophischen Anschauungen ist besonders seine entschiedene Stellungnahmefür. Öte Schöpfung der Welt aus dem Nichts gegen die Annahme der, Ewigkeit der Materie hervorzuheben. Im Gegensatz zu Maimonides läßt er die Prophetie nicht aus der zur Vollkommenheit entwickelten Vernunft hervorgehen, sondern legt sie ganz und gar in die von Geheimnis umwehte Erwählung Gottes, setzt als ihre Voraussetzung nur die Reinheit des Lebenswandels. die Enthaltung von rein sinnlichen Ausschweifungen und von Herrschsucht an. In der Frage der Fixierung der Glaubenslehren, die damals besonders heiß umstritten war — M'iimonidcs hatte 13 Grundlehren aufgestellt, Aldo hatte nur drei gelten lassen wollen: das Dasein Gottes, die Offenbarung, die gerechte Vergeltung — nahm er die folgende Haltung ein. Er erblickte in der Ausstellung von Grundlehren nur ein der Methode der Wissenschaft entlehntes Hilfsmittel der Systematik. um denen, deren Fähigkeiten nicht ausreichen, alle in der Tora enthaltenen Lehren zu erfaßen, die allgemeinsten Lehren einzuprägen, dem Wesen nach aber gäbe es keine wichtigeren und unwichtigeren Lehren, alle Lehre, alles Torawort ist göttlich, zu allem sei man in gleicher Weise verpflichtet. Er war kaum ein originaler Denker, aber ein selbständige? Durchdenken der religiösen Fragen war ihm Bedürfnis. Gewöhnt an philosophische Betrachtungsweise, gab er aber nie dem philosophischen Denken die ausschlaggebende Wichtigkeit, sein religiöser Sinn ließ ihn in Gläubigkeit der Philosophie die Grenze setzen, da wo sie ihm die Ueberlieserung des Judentums anzutasten schien. Ter damals siegreich aufsteigenden Kabbala stand er. ohne sie im Grundsatz abzulehnen, zurückhaltend gegenüber. Von Milde und Abgeklärtheit zeugt sein Urteil über die Marranen. sie seien, wenn auch als sündige, so doch als Glieder. - der Gemeinschaft Israels zu betrachten, wenn ihr Wille, sich für die Rückkehr bereitzuhalten, erkennbar ist. ‘ Mit Jizchak Llbrabanel schließt die Reihe der Männer ab. die beispielgebend zugleich inmitten Israels und im Dienste des spanischen Landes wirkten. Mit ihm hörte nicht das spanische Judentum aus,, aber für Jahrhunderte das Judentum in - Spanien. solches Niveau der Darstellung zu erreichen. Gotthelf besitzt ein sicheres Stilgefühl für bic alte Ehormusil: dazu kommen überlegene Stab» führung und -Lauberleit der Einstudierung. Zweifellos darf man bvtze Erwartungen an den jungen Künstler knüpfen. Als Solisten sind lobend zu erwähnen: Wallp H e n s ch e t. Sclma Hurwitz. Maria M üller. Vciia 2rf]ön*' l a n f, Julius D o b r i n e r, Salomvn Fisch l und Bernhard Gelber. Bernhard Abramowits.ch gab einen Klavierabend mit selten gespielten Werken alter und moderner Meister. Plan bewundert bei ihm immer wieder die Kraft seiner künstlerischen Gestaltung., die den Hörer m seinen Bann zwingt; Das Programm eiuhielt u. a. auch Werke zweier jüdischer Komponisten. Wahrend Arnold Schönbergs Suite in ihrer krassen Atonalitüt zwar zu interessieren, doch nur wenig zu erivärmen vermochte. errang die Passacaglia op.. 17a von Robert Al üller - Har 1 Ma11n, ein klar geliedertes Werk, spontanen und starken Beifall. A. Der Jüdische Kulturbund- Saarbrücken cr» äffnete seine WnUerarbeit mit. einem gelungenen Abend über ..?as,-' oft indische Lied". Rabbiner Dr. Lothar Rothschild hielt ein eiinührendes Referat, Heilere und ernste Weisen trug der von Lderkantor Rudolf L o e w h bestens einstudierte Krndcrchor 'vöri Mischa R a k i'-e.r perschönte den Abend durch seelenvollen Eellovortrag. am Klavier von Gunter S p r e che r be- . gleiteb. Der Erössnnngsabend war ein hoffnungsvoller Anstalt für die weilere WnUerarbeit. sr. Eine glinkliche Wahl tra' der Jiidi'che Unlturbund Düsseldorf., indqm er Nicolai Grandau (Cello! und Hansi Grau da n .Freud bei g (Klavier! für die dicsiährige Konzertfaison verpflichtete. Grandau, ebemals.langjähriger Solocellisl der Berliner Philharmoniker. ist ein Meister seines Faches. Hann Grandaus weicher und doch geftrafsler minutiöser Anschlag, ihr unerhörtes Legato lassen alles Mechanische des Klaviers ver-?festen. > Es ergibt sich ein Ziisarninenspiel von eitener Ginbcn. Zmn ' -Bortrag gelangten Werke von Bach. Beetboven und Schumann. Zum ersten Male stellte der musikalische Leiter der Kulturbnndveranstaltnngen. Erwin Palm, seinen Fraucnciior vor. der .. fünf in vstjüdischer Melodik gehaltene Volkslieber sang. 'Nach ansiriiglicher leichter Ton- 'schwankuitg fanden sich 'die Stiiiimen alsbald zu - harmonischer. Rernbeit. und Klangschönhelt. Tie Begleitung der Chöre lag bei Emmy Mathias in zuverlässigen Händen. Ein selten schöner und erbaulicher Abend. Alle Künstler konnten den Dank des vollbesetzten Hauses entgegennehmen. ' J. C. In einer Veranstaltung der Jüdischen Kunstgemeinschaft Köln gab Mcrr R a y m e r (Berlin). der einen ansprechenden Baritön mit biegsamer Höhe besitzt, einen Liederabend. Sein Metallisches Organ fand schöne Entfaltung u. a. in einer Arie ans Mendelssohns „Elias", während sein Stilempfinden im Vortrag Schumannscher und Wvlfscher Kompositionen anss feinste zur Geltung kam; Herzlicher Beifall wurde dem Künstler gezollt. Ella E o n r a d s anpassungsfähige Begleitung bedarf besonderer Erwähnung. Am zweiten Kulturbundsabend in Königsberg i.Pr. gab der Rezitator Otto Bernstein mit der Geschichte Martin Bnbers vom dreimaligen Lachen des großen Rabbi die himmlische Heiterkeit ' der wahrhaft Gläubigen und mit des Dichters ckiassidischen Geschichten das befreiende Lachen. Er las außerdem Mirjams Schlailicd von Beer-Hofmann und mit wuchtiger Dramatik ein Kapitel aus Thomas Manns .Bononi". ' Der Höhepunkt des Abends wird für viele des Königsbergcr Dichters ManfredStnrmann. ..Schöpfung" 'gewesen sein!. Tie sain'te Dunkelheit, in der diesmal die große Synagoge lag. war willkommen, um taktvoll die Ergris'enbeit der Hörer zu verbergen. Wie ein Versprechen auf eine bessere und frohere Zukunft wirkte auf die südlscheu Menschen in Königsberg i. Pr. der noch kindtich-jungenhaslc Geiger Ossi, Rena rdy. Der, Zwang, in der Synagoge nicht Beifall klatscl)en zu dürwn. machte sich störender als.je bemerkbar. Robert Waller Spitz am Flügel verstand es. taktvvlL hinter demjungen Künstler zu verschwinden. I,. I,ck. Die Bemühungen des Kulturbundes der Iccden in Danzig, jüdisches Wissen zu vertiefen, finden ihren Ausdruck in einer Reihe gut besuchter Arbeitsgemeinschaften und Kurse. Das ideale Gemein'äitrslsmusizieren von Boris und I o s e p b Schwarz war für alle Atusikfreunde ein hober Genuß. Die Künstler machten der jüdischen Schuljugend eine besondere Freude mit einer Matinee, deren Programm dem Verständnis der Jugend-, lichen angel'aßt'war. Marion K o e g e l vermtttelte kulrivierle ' Kleinkunst. Höbepnnkl waren zwei'eUos dre jiddischen Lieder, die das aus diesem Gebiet sachkundige und verwöhnte Tanziger Publikum zu Stürmen des Beifalls hinrissen. Außerordentlich gefiel auch ^Werner S e e l i g - B a ß. der Bearbeiter und Komponist der ' Lieder und Chansons. Mit einem musikalisch interessanten Auftakt erösfnete der zum Kulturbund Mannheim gewordene ..Liederkranz" seine Wintertätigkeit, Er bot „Psalmen-Bertonungen aus vier Jahrhunderten". Üm die Wiedergabe machten sich unter Kapellmeister LNar Sinzheimer neben dem „Liederkranz" nnd der „Jnstrumentalgemeinschast" Emmy Joseph (Sopran!. Selma W e i l - E l,k. deren warmer Alt infolge offenbarer Nervosität nicht ganz zur vollen Entfaltung kam, Max L i p ma n n ' (Tenor!. Joseph Lev i (Bariton) nnd Franz L p p e n h e i m e r (Sprecher) verdient. Besonderem Interesse begegnete eine Uran f f ü h r n n g Gertrud Schweizers „Aus dem Dl. Psalm" für eine hohe Stimme mrt. KamMerorchester und Orgel, ein bemerkenswertes, teils sugienes Werk dieser Toch-Schülerin. Emmy Joseph wurde ihnen dank ihrem hochreichenden. tragenden Sopran duräsaus gerecht. Wirksam ist vor allem der Schluß dieser Kvmpo. sition. d^r man nur etwas mehr innere Beziehung zu dem gewählten Tert wünschte. ' Bor den Psalmen setzte sich die „Jnstrumentalgemeinschaft" erfolgreich , für die E r st a u f f ü h u n g einer von Dr. Arthur S ch l o ß b e r g ausgefurrdenen Sinsonia für Doppelorchester von Salome Rossi (Ebreo! ein. die. Mar Sinzheimer äußerst geschickt bearbeitet hat. Mitwirkende, waren die Damen H e s s e und S t a a d e ck e r sowie Clara G^o l d s ch m i d t (Klavier! und Werner Frank , (Orgel)., Leider war dasJlonzert nicht gllzu stark Derjugendliche Gerhard Kan der spielte auch in Mannheim' und zwar im Rahmen der Veranstaltungen des Liederkranzes. Der Geiger absolvierte hier das gleiche Programm wie in Karlsruhe. 'War das Adagio von Bruchs 0-Moll- , Konzert der klangliche Hötzepunkt. so ließen Blochs Improvisation (Niguns die Kraft seine-', vtrsche-. und Wieniawskis Polonane brillant die Ursprünglichkeit seines Temperaments deutlich, erkennen, Ter zukunftsreiche Musiker wurde von- Rudolf Schwarz. Berlin, äußerst kultiviert begleitet. An einem' „Abend italienischer M u i-i'k" in Frankfurt a. M. wurde dem Hörer ivicber einmal so recht klar, wie schwierig 'ein. Aufstieg für talentvolle jüdische Sänger,geworden ist: sowohl die Sopranistin Käte E t t l i n g e r wie auch der Baritonist Hans A s s e n h e i m müßten ihrer ganzen Begabung nach den Weg zum Theater einschlagen. Sie zollen den, Zcitmnständen Tribut, indem sie ihre schönen, entwicllungsfähigen Stimmen und ihr Bühnentemperament in Bruchstücken aus Opernarien ausleben lassen. Das gewiß nicht einfache Problem regelmäßiger szenischer Aufführungen harrt für diese jungen Künstler immer noch den Verhältnissen angepaßten Lösungen. Theo Rainers geigerische Brillanz ries die Hörerschaft ebenfalls zu großem Beifall auf. Willy S a l o m o n festigte am Flügel die gediegene künstlerische Haltung des Abends. A. H-e. Im ersten Konzert des Kasseler. Kulturbundes spielte das Frankfurter Kulturbundorchester unter der Leitung von H. W. S t e i n b e r g die Egmont- Ouvertüre von Beethoven sowie'die 2. Sinfonie von Schumann. Ter zielbewußte Dirigent bot mit dem Orchester eine selten gehörte Wiedergabe. Ter Cellist Ary S ch u y e r spielte mit blühendem, weichen, Ton das "Schumann-Konzert. F. Das Orchester des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Dcain unter Leitung von H. W, Steinberg spielte mit großem Erfolg auch in Karlsruhe. Als Uraufführung gab es drei für -eine hohe Frauenstimme und Orchester von Richard Fuchs vertonte Gedichte von Arno Holz, schöne ', Melodie nnd Stimmführung, geschickte, gut klingende Instrumentation zeigen, daß der Karlsruher Komponist nicht nur das Technische seiner Kunst beherrscht, sondern damitkünstlerische Inspiration verbindet, Ter schwierigen Solopartie. entledigte sich Emmy I o seph > Mannheim.!. mit Geschmack und lieblicher Tongebung. Ihr sowie dem Komponisten wurde reicher Beifall. K. In München hinterließ das von ,Profesior Hans! Ba s s e r m a n n geführte Streichguartcn des Kulturbunds Rhein-Main einen außerordentlich tiefen Eindruck. Tie künstlerische Geschlossenheit des Vortrages, verbunden mit einer bewun- —deanmgswürdigen Jnwiisinitäl ivä 9)nrhv>gp5i jnß die Hörerschaü in magischen Bann. Zivischen dem A-möll-Ouartett von Brahms und Schuberts post Humen v-nioIl-Luartett hörte man eine Serenade für zwei Violinen, und Bratsche von Ernst Toäi lop, 2s>, eine unproblematische Früharbcit. noä, im Kielwank-r von Brahms steuernd. Rur hin und wieder blitzten harmonifchLoder dynamische lieberraschungen auf. Ba.

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